Carnuntum: Weinvielfalt vor den Toren Wiens
Carnuntum ist das kleinste der acht Weinbaugebiete in Niederösterreich – zählt zugleich aber zu den dynamischsten Regionen des Landes. Wo einst vor allem Weißwein dominierte, prägen heute Rotweine das Bild. Und seit 2019 trägt das Gebiet den Status einer DAC-Herkunft, ein Qualitätssiegel, das den Aufstieg dieser charakterstarken Region unterstreicht.
Ihren Namen entlehnt die Weinbauregion der wohl wichtigsten römischen Ausgrabungsstätte in Österreich, der Limes-Stadt Carnuntum. Sie war einst eine der wichtigsten Ansiedlungen in der Provinz Pannonien, die sich im Raum von Petronell-Carnuntum bis Bad Deutsch-Altenburg erstreckte. Ab dem dritten Jahrhundert nach Christus wurde von den Römern hier auch Weinbau betrieben, denn 6.000 dauerhaft stationierte Legionäre und deren Familien wollten mit Rebensaft versorgt sein. Zahlreiche Artefakte wie Rebmesser aus Eisen bezeugen den antiken Weinbau.
Die Geschichte des modernen Weinbaus in der Region nahm mit der Gründung der Gebietsmarke Rubin Carnuntum im Jahr 1992 eine entscheidende Wendung. Damals schlossen sich nahezu alle Produzenten zusammen, um mit einer gemeinsamen Dachmarke das Potenzial der regionalen Rotweine sichtbar zu machen. Aus diesem starken Zusammenhalt einer ganzen Winzergeneration heraus wurde zunächst der Blaue Zweigelt als Leitsorte etabliert.
Schritt für Schritt wandelten sich viele ursprünglich gemischt geführte Landwirtschaften zu reinen Weingütern, und der Fokus verlagerte sich vom Weißwein hin zu einem deutlich höheren Rotweinanteil. Gemeinsam analysierte man die Böden, gründete Arbeitsgruppen für Rebsorten und definierte klare Ziele für die Zukunft – ein Prozess, der die Region nachhaltig geprägt hat.
Mit der Marke Rubin Carnuntum wurde der Grundstein zum Erfolg der Region gelegt.
Herkunft samtiger Roter
Im Jahr 2018 traten die Rubin Carnuntum Weingüter dem Verein der Österreichischen Traditionsweingüter bei, dessen Ziel es ist, herausragende Weinbergslagen zu klassifizieren. In Carnuntum wurden in der Folge zahlreiche prägnante Rieden zu Ersten Lagen (1ÖTW) erhoben.
Im Jahr 2019 schließlich wurde das große Projekt der DAC-Definition abgeschlossen, in dem das Herkunftstprofil von Carnuntum-Weinen festgelegt wurde. Man hat sich auf fünf Rebsorten verständigt, die für alle drei Stufen der DAC-Pyramide aus Gebietswein, Ortswein und Riedwein verwendet werden dürfen – nämlich Chardonnay, Weißburgunder, Grüner Veltliner sowie Blauer Zweigelt und Blaufränkisch.
Eine Cuvée muss dabei zu mindestens zwei Dritteln aus diesen Sorten bestehen, der Rest aus zugelassenen Qualitätsrebsorten. Unter den internationalen Rebsorten fallen insbesondere der Merlot und der Sauvignon Blanc ins Gewicht, aber auch mit reinsortigem Cabernet Sauvignon und Syrah werden schöne Erfolge verzeichnet.
Die Klimaerwärmung hat jenen Winzern in Carnuntum in die Karten gespielt, die relativ früh auf den Rotwein gesetzt haben, der heute mehr als die Hälfte der Rebfläche einnimmt. Mit 27 Prozent der Gesamtfläche führt der Blaue Zweigelt das Feld an, der weiße Leader ist mit rund 19 Prozent der Grüne Veltliner. Der Blaufränkisch nimmt Platz drei vor dem Chardonnay ein.
Die Weingärten verteilen sich südlich der Donau über drei Hügellandschaften: die Ausläufer des Leithagebirges, das Arbesthaler Hügelland und die Hainburger Berge. Carnuntum bietet mit schweren Lehm- und Lössböden sowie sandig-schottrigen Lagen Idealbedingungen für den Weinanbau. Das pannonische Klima
mit seinen heißen Sommern und kalten Wintern, die nahe gelegene Donau und auch der temperaturausgleichende Neusiedler See lassen die Trauben voll ausreifen.
Vor den Toren Wiens
Von Wien aus ist das Weinbaugebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zug, S-Bahn und Bussen gut erreichbar, mit dem Auto sind es rund 30 Minuten. Nach Hainburg kann man im Sommer alternativ den Twin CityLiner nehmen, der am Donaukanal ablegt.
Die Region verfügt über eine ausgeprägte Heurigenkultur. Welcher Weinbaubetrieb aktuell ausgesteckt hat, erfährt man online auf dem übersichtlich gestalteten Heurigenkalender. Eine tolle Anlaufstelle für Weinfreunde ist auch das Genusswirtshaus des Grill-Experten Adi Bittermann in Göttlesbrunn, in dessen ersten Stock das »Vinarium«, die Ortsvinothek von Göttlesbrunn und Arbesthal, ungebracht ist. Dort gibt es eine beeindruckende Auswahl von regionalen Weinen zu Ab-Hof-Preisen. Die Palette reicht von duftig-blumigen Mukstaller bis zu komplexen, lagerfähigen Rotweinen.
Restaurants
2464 Göttlesbrunn
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2463 Gallbrunn
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2464 Göttlesbrunn
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2410 Hainburg an der Donau
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Heurige & Weingüter
2465 Höflein
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2464 Arbesthal
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2464 Göttlesbrunn
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2464 Göttlesbrunn
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2472 Prellenkirchen
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2464 Göttlesbrunn
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2464 Göttlesbrunn
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2464 Göttlesbrunn-Arbesthal
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2465 Höflein
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