Die fünf kühlsten Ausflugsziele der Schweiz
Abkühlung gesucht? Diese fünf kühlen Orte in der Schweiz eignen sich für erfrischende Ausflüge fernab der grössten Besucherströme. Dazu gibt es passende kulinarische Empfehlungen für die genussvolle Pause.
Wer der Sommerhitze entkommen möchte, muss nicht unbedingt Richtung Norden reisen. Auch die Schweiz bietet Orte, an denen Bergluft, schattige Wälder und kalte Seen für Abkühlung sorgen.
Andermatt, Uri
Auf 1444 Metern über Meer liegt Andermatt inmitten des Urserntals, umgeben von Gotthard-, Furka- und Oberalppass. Die Höhenlage, Bäche, Bergseen und die schneebedeckten Gipfel sorgen hier auch im Sommer für eine angenehme Frische.
Im Sommer ist Andermatt Ausgangspunkt für Wanderungen, Bergtouren, Klettersteige und Velotouren. Anspruchsvolle zieht es auf den mehrtägigen Gotthard-Kristall-Trek, gemütlicher geht es durch die Schöllenenschlucht oder mit der Bergbahn auf den Gütsch.
Auch kulinarisch hat sich Andermatt zu einer starken Adresse entwickelt. Im «The Japanese Restaurant» des «The Chedi Andermatt» verbinden Dominik Sato und Fabio Toffolon französische Grundlagen mit japanischen Techniken und Produkten. Unkomplizierter ist der «Bären» mit zeitgenössischer italienischer Küche und vielen lokalen, hausgemachten Produkten. Ebenfalls einen Besuch wert ist das «Igniv Andermatt by Andreas Caminada».
Gimmelwald, Bern
Gimmelwald liegt auf 1367 Metern auf einer Sonnenterrasse hoch über dem Lauterbrunnental. Das autofreie Bergdorf besteht aus alten Holzhäusern, kleinen Bauernbetrieben und wenigen Unterkünften. Anders als im benachbarten Mürren gibt es hier keine ausgeprägte Resort-Infrastruktur. Gerade diese Zurückhaltung macht den Ort attraktiv für alle, die einige ruhige Sommertage zwischen Wiesen, Wasserfällen und mächtigen Bergflanken verbringen möchten.
Von Gimmelwald führen Wanderwege unter anderem nach Mürren, ins Sefinental oder in Richtung Schilthorngebiet. Durch die Anbindung an die Seilbahn lassen sich auch längere Touren mit Bergbahnfahrten kombinieren. Der Weg zwischen Mürren und Gimmelwald gehört zum örtlichen Wanderwegnetz, während rund um Mürren weitere Panorama- und Höhenwege mit Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau warten.
Übernachtet wird bewusst unkompliziert, etwa in der historischen «Pension Gimmelwald», in «Esther’s Guesthouse» oder im «Mountain Hostel». Letzteres serviert auf seiner Terrasse Pizza, Salate und Suppen. In der «Pension Gimmelwald» gibt es im Sommer tagsüber Gerichte aus der Outdoor-Küche «Mönchs Shack» und abends ein hausgemachtes Drei-Gang-Menü auf Vorbestellung. Für eine grössere Restaurantauswahl ist Mürren zu Fuss oder mit der Bahn erreichbar.
Samedan, Graubünden
Samedan liegt auf rund 1700 Metern im Oberengadin und bietet eine weniger mondäne Alternative zum nahen St. Moritz. Das historische Dorfzentrum mit seinen massiven Engadiner Häusern trifft auf eine weite Landschaft aus Lärchenwäldern, Gletschertälern und Seen. Selbst während warmer Sommerperioden kühlen die Nächte in dieser Höhenlage meist stärker ab als im Mittelland.
Der Ort ist eine gute Basis für Wanderungen in Richtung Muottas Muragl, Val Roseg oder Tschiervahütte. Von Muottas Muragl führt ein weitläufiges Wegenetz zu einfachen Spaziergängen und anspruchsvolleren Höhenwanderungen. Wer einen ruhigeren Tag einlegen möchte, besucht das vertikal angelegte Mineralbad «Aqua Spa» im historischen Dorfkern.
Samedan bietet Hotels, Ferienwohnungen und kleinere Unterkünfte in unterschiedlichen Preiskategorien. Kulinarisch reicht das Angebot von Cafés und alpinen Beizen bis zu mediterran inspirierter Küche und Weinbars. Die «Donatz Wine Bar» ist für ihre umfangreiche Weinauswahl bekannt, während sich auf Muottas Muragl ein Panoramarestaurant und ein kleines Romantik-Hotel befinden.
Bannalpsee, Nidwalden
Der Bannalpsee liegt auf 1586 Metern oberhalb von Oberrickenbach. Umgeben von Alpweiden, schroffen Berggipfeln und kleinen Kapellen wirkt der Stausee deutlich stiller als viele bekanntere Seen der Zentralschweiz. Zwei kleine Luftseilbahnen erschliessen das Gebiet, wobei eine direkt zum See und die andere zur Chrüzhütte führt. Die beiden Bergstationen sind durch einen Wanderweg miteinander verbunden.
Für einen gemütlichen Ausflug bietet sich ein Spaziergang rund um den See an. Ambitioniertere Wandernde besteigen den Chaiserstuel oder folgen dem bekannten Walenpfad in Richtung Brunni und Engelberg. Das gut ausgebaute Bergwanderwegnetz macht die Bannalp sowohl für kurze Touren als auch für einen ganzen Wandertag attraktiv. Feuerstellen ermöglichen ein Picknick am Wasser.
Direkt am See befindet sich das «Berggasthaus Bannalpsee» mit Hotelzimmern und Matratzenlager. Weitere Übernachtungsmöglichkeiten bieten die «Alpwirtschaft Chrüzhütte» und kleinere Berghütten im Gebiet. Wer mehr Komfort oder eine grössere kulinarische Auswahl sucht, kann in Engelberg übernachten und die Bannalp als Tagesausflug besuchen.
Valle di Lodano, Tessin
Das Valle di Lodano zweigt bei Lodano vom Maggiatal ab und führt in eine Landschaft aus Bächen, alten Alpweiden und ausgedehnten Buchenwäldern. Teile dieser Wälder gehören seit 2021 zum UNESCO-Welterbe der alten Buchenwälder Europas. Unter dem dichten Blätterdach, entlang der Wasserläufe und in den schmalen Taleinschnitten lässt sich die sommerliche Hitze des Tessins für einige Stunden vergessen.
Für einen leichten Einstieg eignet sich der Rundweg zwischen Lodano und Maggia. Entlang der Route liegen Rastplätze, Grillstellen, ein Biotop und ein Spielplatz. Deutlich anspruchsvoller sind die Wege hinauf zu den ehemaligen Alpen und zur Berghütte Alpe Canaa auf 1843 Metern. Von Lodano dauert der Aufstieg je nach Route ungefähr viereinhalb Stunden. Die Hütte verfügt über 20 Schlafplätze und eignet sich als Basis für mehrtägige Touren durch das Waldreservat.
Im kleinen Lodano selbst ist das Angebot begrenzt. Für den kulinarischen Abschluss lohnt sich die Fahrt talauswärts: Im «Da Enzo» in Ponte Brolla wird mediterran inspirierte Küche serviert, während das historische «Grotto America» direkt an der Maggia auf Tessiner Klassiker setzt.