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Diese Restaurants wollen wir 2026 besuchen

Europa
Gourmet
Italien

Europa ist nicht mehr innovativ? Von wegen! Die kulinarische Szene Europas ist quicklebendig. Falstaff präsentiert die 10 spannendsten europäischen Restaurants, die 2026 eine Reise wert sind.

Mehr als Kutteln: Trippa, Italien

Das angesagteste Lokal im schicken Mailand ist eine schlichte Trattoria, die wirkt wie aus einem italienischen Film der 1950er Jahren mit Sophia Loren in der Küche. Doch der Eindruck trügt: Trotz Retro-Atmosphäre und Vintage-Möbel hat das Trippa erst wenige Jahre am Buckel. Verwirren kann auch der Name, der zu Deutsch »Kutteln« bedeutet. Die gibt es natürlich – etwa luftig leicht frittiert, als eine der Hausspezialitäten – und dazu noch weitere Innereien, doch Küchenchef Diego Rossi ernährt sich selbst weitestgehend vegetarisch, weswegen er auch wunderbar zubereitete Gemüsegerichte anbietet. Das alles zu durchaus vernünftigen Preisen, die mit verantwortlich sind dafür, dass das Trippa auf Wochen hin ausreserviert ist.

Trippa
Via Giorgio Vasari, 1, 20135 Milano MI, Italien
+393276687908,
trippamilano.it

Fisch 2.0: Fishølogy, Spanien

Betrieben wird das Restaurant mit dem ungewöhnlichen Namen in der bekanntlich äußerst avantgardefreundlichen Stadt Barcelona von zwei jungen Italienern: Riccardo Radice und Giulia Gabriele, die sich selbst als »Fisch-Charcutiers« bezeichnen und mit Fisch ziemlich ähnlich wie mit Fleisch umgehen. Dazu greifen sie althergebrachte Konservierungs-Techniken wie Einsalzen, Einlegen und Räuchern auf. Und erzeugen so spektakuläre Schinken, Pasteten und Wurstwaren aus Meerstieren, wie etwa eine umwerfende Blutwurst aus Tintenfisch.

Fishølogy
Carrer de la Diputació, 73, Eixample, 08015 Barcelona, Spanien
+34936339858
fishology.es

Portugiesische Hausmannskost: Canalha, Portugal

Gerade einmal zwei Jahre hat das »Canalha« gebraucht, um zu einer Lissaboner Institution aufzusteigen. Küchenchef João Rodrigues kochte viele Jahre in der Spitzengastronomie, bevor er 2023 seine Vision einer unprätentiösen Nachbarschaftskneipe verwirklichte. Exzellente Zutaten, althergebrachte Gerichte behutsam überarbeitet, niedrige Preise und ein herzlicher Empfang zählen zum Grundwesen des Lokals; leinengefangener Tintenfisch in Schafsbutter, offene Omelettes mit Garnelen, gegrillter Steinbutt in Pil-Pil zu seinen Signaturgerichten.   

Canalha
R. da Junqueira 207, 1300-338 Lisboa, Portugal
+351962152742
paradigma.pt/venues/canalha

Afrikanischer Samurai in Paris: MoSuke, Frankreich

Mory Sacko ist ein junger Franzose mit afrikanischen Wurzeln und großer Leidenschaft für japanische Küche und Kultur. All das spiegelt sich in seinem sehr persönlichen Kochstil wider, mit dem er in letzter Zeit die Pariser-Gastroszene aufmischt. Tamarinde und Kochbananen kommen dabei gleichermaßen zum Einsatz wie Yuzu und Miso, wie Butter und Crème fraiche. Daraus entstehen Gerichte wie etwa seine Interpretation des westafrikanischen Klassikers Mafé, bei dem er Fleisch in einer Erdnusssauce gart, die er mit Katsuobushi, also Flocken von getrocknetem Thunfisch, anreichert.

MoSuke
11 Rue Raymond Losserand, 75014 Paris
+33143202139
mosuke-restaurant.com

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Letzte Chance für einen Abend im »Lido 84«, Italien

Direkt am Ufer des Sees liegt das fantastische Restaurant der Brüder Camanini, Giancarlo empfängt, Riccardo kocht - aber nur noch bis zum 22. März. Das Ausnahmerestaurant schließt in vier Wochen für immer seine Pforten. Riccardos Küche ist eine subtile Kombination aus traditionellen italienischen Gerichten und französischen Techniken. So etwa in einer der legendären Spezialitäten des Hauses, den Penne alla carbonara – gekocht und serviert in einer Schweinsblase. Ein guter Grund für einen Last-Minute-Abstecher nach Italien!

Lido 84
Corso Giuseppe Zanardelli, 196,
25083 Gardone Riviera BS, Italien
+39036520019
ristorantelido84.com

Poon-Dynastie: Poon's at Somerset House, England

Selbstverständlich bekommt man in London inzwischen auch wunderbare britische Küche. Doch die wahre Attraktion der Stadt bleibt die Vielfalt an exzellenten exotischen Restaurants, die es dem Besucher ermöglicht, die Küchen der Welt zu erleben, ohne Europa zu verlassen. Amy Poon entstammt einer chinesischen Wirte-Dynastie, die bereits in den 1970ern die Londoner Szene aufmischte. Seit dem Vorjahr serviert sie im majestätischen Gebäudekomplex »Somerset House« gepflegte Hausmannskost aus der Heimat ihrer Vorfahren in beeindruckender Qualität. Darunter etwa der fantastische Entensalat mit hausgemachten Pickles oder Reis im Tontopf mit diversen, luftgetrockneten Fleischsorten aus Eigenproduktion.

Poon's at Somerset House
New Wing, Somerset House, Lancaster Place, London WC2R 1LA
+44 (0)20 7759 1888
poonslondon.com/restaurant

Der Ozean am Teller: Le Coquillage, Frankreich

Im »Le Coquillage« ist das Meer allgegenwärtig. Und zwar selbst dann, wenn es sich gerade hunderte Meter zurückgezogen hat, weil die Ebbe in der Bucht des Mont Saint Michel zu den stärksten der Welt zählt. Es findet sich im Lokalnamen (der »Muschel« bedeutet), in der Einrichtung der eleganten Villa über der Bucht – mit ihren Ledersesseln, den Ferngläsern in den Erkern und den Schiffsmodeln über den Kaminsimsen. Zudem in der Persönlichkeit des Küchenchefs Hugo Roellinger, der, bevor den elterlichen Betrieb übernahm, als Kapitän der Handelsmarine die sieben Weltmeere bereiste. Und natürlich findet es sich auch in der Küche, die ganz ohne Fleisch auskommt und ganz auf Zutaten aus dem Meer setzt. Das zusammengenommen ergibt ein geradezu einzigartiges, maritimes Erlebnis.   

Le Coquillage
Le Buot, 35350 Saint-Méloir-des-Ondes
+33299896476
roellinger-bricourt.com

Die Sauce als Komposition: Plénitude, Frankreich

»Erst die Sauce bringt ein Gericht zum Singen«, soll Paul Bocuse gesagt haben. Tatsächlich gelten Saucen als das Herz und die Seele der klassischen französischen Küche. In diesem Sinne reiht sich Arnaud Donckele perfekt ein in die Liste der großen Köche seiner Heimat, die den Saucen besonderes Augenmerk zukommen lassen – und sie dabei neu erfinden. In seinem Restaurant am Seine-Ufer serviert er etwa ein Zanderfilet, begleitet von Taschenkrebs und Broccoli, das sich an eine umwerfende komplexe und zugleich stimmige Sauce anschmiegt, die er aus Fruchtfleisch von Grapefruit, Mandarine und Limetten mit Ingwer, Blütenhonig, Majoran-Infusion sowie mit Zitrusfrüchten aromatisiertem Öl aus Bouteilhan-Oliven und einer Prise Sancho-Pfeffer komponiert.

Plénitude
8 Quai du Louvre, 75001 Paris
+33179355011
chevalblanc.com

Comeback des NorDsterns: Furuhem, Schweden

Magnus Nilsson war einer der ikonischsten und am meisten gefeierten Köche Skandinaviens. Bis er im Jahr 2019 sein mythisches Spitzenrestaurant »Fäviken« in Nordschweden schloss und von der Bühne verschwand. Nun ist er wieder da, diesmal im Süden des Landes und mit geändertem Konzept. Nämlich in Form eines einfachen Landgasthofs mit angeschlossener Bäckerei, Café und ein paar Zimmern. Vieles wird am Hof selbst erzeugt, der Rest stammt aus der Umgebung. Gekocht wird schwedische Hausmannskost wie etwa Hackbraten mit Püree, geräucherte Makrele mit Kartoffelsalat oder Fläsklägg, Schweinshaxe mit Wurzelsauce. Ehrlich, unprätentiös und großzügig.

Pensionat Furuhem
Östermalmsvägen 1, 269 36 Båstad, Schweden
furuhem.com

Fischparadies: La Mar, Spanien

Unter den großen Köchen, die Peru hervorgebracht hat, gilt Gastón Acurio als eine Art Galionsfigur. Zu den zahlreichen Projekten, mit denen der 58-jährige der peruanischen Küche zu Weltruhm verhalf, findet sich auch jenes einer Cevicheria namens »La Mar«. Eine solche eröffnete im vergangenen März in Madrid und schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe. Abgesehen von frischesten Fischen und Meeresfrüchten fürs Ceviche – Perus wohl bedeutendstem Beitrag zur Weltküche – gibt es noch zahlreiche weitere Gerichte, die von der kulturellen und geografischen Vielfalt des Landes zwischen Amazonas, Anden und Pazifik erzählen. Darunter etwa Anticuchos, Grillspieße vom Rinderherz mit Chimichurri-Sauce, weißem Riesenmais sowie einer seltenen peruanischen Kartoffelsorte.

La Mar
Av. del General Perón, 36, Tetuán,
28020 Madrid, Spanien
+34916686540
lamarcebicheria.com/madrid

Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 1/2026

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Georges Desrues
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