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Die deutsch-türkische Fast-Food Ikone gibt es in Berlin wie Sand am Meer.

Die deutsch-türkische Fast-Food Ikone gibt es in Berlin wie Sand am Meer.
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Dönergeschichte: Ein Blick in die Vergangenheit

Fast Food
Geschichte
Berlin

Der Döner gehört zu Berlin wie die Currywurst. In seiner heutigen Form ist er in Deutschlands Hauptstadt entstanden – und entwickelte sich zu einem beispiellosen Publikumserfolg, der letztlich eine gelungene Integrationsgeschichte erzählt.

Der Döner als Street Food, wie wir es heute kennen, ist eine Berliner Schöpfung. Doch von wem? Dazu gibt es verschiedene Meinungen. Und Legenden, die als Fakten ausgegeben werden. Der türkische Gastarbeiter Kadir Nurman wurde vom Verein Türkischer Dönerhersteller in Europa offiziell als Erfinder des Döner Kebaps geehrt. Auf Berlins Straßen kursieren auch andere Namen. Wer den »drehenden Braten« Anfang der 70er-Jahre als Erster verkaufte, lässt sich nicht zweifelsfrei ermitteln.

Fest steht: Der Döner brachte Deutsche und Türken zusammen, am Imbissstand. Zuerst in Kreuzberg, bald in ganz Berlin, schließlich in praktisch jeder deutschen Stadt. Die Deutschen fanden in ihm ihr liebstes Fastfood, vor Burger und Currywurst. Der Döner habe die interkulturelle Begegnung stärker gefördert als offizielle Freundschaftsfeste und moralische oder politische Appelle, schreibt der Soziologe Eberhard Seidel, der sich eingehend mit der Geschichte des Döners beschäftigt hat. Viele türkische Einwanderer erkämpften sich in ihren Imbissen den Platz in der deutschen Gesellschaft, mit harter Arbeit, die nur selten gebührende Anerkennung erhielt.

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Ein Symbol deutsch-türkischer Freundschaft

Doch der Erfolg des Döners und seiner Macher gefiel nicht jedem. Neonazis griffen immer wieder gezielt Dönerläden an, besonders in Ostdeutschland. Die rechtsextreme Terrorgruppe NSU erschoss acht Imbissbesitzer mit türkischer Einwanderungsgeschichte (und einen Griechen). Die deutsche Öffentlichkeit sprach von »Döner-Morden«, weil man die Taten zunächst der türkischen Mafia zuschrieb. So wurde der Döner auch zu einem Symbol für den beschämenden Rassismus in Deutschland.

Seiner Beliebtheit hat das keinen Abbruch getan. Heute ist der Döner gastronomisch ganz oben angekommen – im Berliner Nobelhotel »Adlon«, wo er mit Trüffelcreme serviert wird. Die Modemarke Diesel kooperierte schon 2018 zur Bread & Butter Messe mit »Mustafa’s Gemüse Kebap«, der Legende am Kreuzberger Mehringdamm. Touristen stehen hier Stunden Schlange. Der Hype verdankt sich einer Marketingaktion zweier Studenten. Der Laden »Kebap with Attitude« packte schon Spargel zwischen das Brot. Doch die meisten lieben ihren Döner klassisch. Arbeiter, Angestellte, die Geschundenen wie auch die Hedonisten, Deutsche, Deutschtürken, alle anderen ebenso.

Welcher ist der beste Döner in Berlin? Das wird sich, wie die Frage nach seinem Erfinder, nie hoheitlich klären lassen. Was man sagen kann: Wenn es hart auf hart kommt, nach einer durchfeierten Nacht, ist ein Döner immer willkommen.


 

Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 5/2025

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Philipp Laage
Autor
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