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Einer der größten Önologen aller Zeiten: Michel Rolland ist verstorben

Bordeaux
Winzer

Der legendäre Winzer verstarb heute in Bordeaux an einem Herzstillstand. Er wurde 78 Jahre alt.

Michel Rolland ist heute Morgen, Freitag, den 20. März verstorben. Diese traurige Nachricht erreichte alljene, die zur Matinee des Önologenverbandes von Bordeaux gekommen waren. Die Todesursache soll ein Herzinfarkt sein, wie die Zeitung Sud-Ouest berichtet.

Eine Karriere, die auf Talent und Gedankenfreiheit beruhte

Der am 24. Dezember 1947 in Libourne geborene Rolland hatte 1973 sein Beratungsunternehmen gegründet und sich im Laufe der Zeit einen weltweiten Ruf erarbeitet, der ihn zu einer der einflussreichsten - und umstrittensten - Persönlichkeiten der internationalen Weinszene gemacht hatte. Als untrennbare Figur im goldenen Zeitalter des Einflusses von Robert Parker auf die Weinwelt hatte er die Reifungs-, Ausbau- und Verschnitttechniken nach Bordeaux-Tradition in jeden Winkel der Welt gebracht.

Marco Caprai, Michel Rolland und Falstaff Italia Chefredakteur Othmar Kiem
Marco Caprai, Michel Rolland und Falstaff Italia Chefredakteur Othmar Kiem

Von Pomerol nach Argentinien: ein Einfluss ohne Grenzen

Rolland war auch in Lateinamerika aktiv, insbesondere in Argentinien mit dem Projekt »Clos de los Siete«, und hatte mit seiner Frau Danièle »Dany« das Labor Rolland in Pomerol gegründet, von wo aus er seine Ratschläge für die größten Crus von Saint-Émilion und die sogenannten »Garagenweine« der 1990er Jahre entsandte. Er war auch in Italien bei den berühmten Weingütern Arnaldo Caprai, Monteverro, Biserno und Ornellaia tätig.

Polemisch, brillant, ungefiltert: Michel Rolland wusste, wie man zusticht, wo es weh tut, aber er hat nie aufgehört, an den Bordeaux-Wein zu glauben. Die Branche verliert heute einen ihrer authentischsten Protagonisten.


 


Redaktion
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