Kalte Drinks machen unruhig – warme Getränke fördern innere Balance
Studie zeigt: Wer im Winter mehr warme Getränke trinkt, leidet weniger unter Schlaflosigkeit, Blähungen und Stimmungstiefs.
Forscher der San Diego State University haben untersucht, welchen Einfluss heiße und kalte Getränke auf unser Wohlbefinden und auch unsere psychische Gesundheit haben. Die Ergebnisse der Studie, wurden im September erst im British Journal of Nutrition veröffentlicht und zeigen, dass die Temperatur von Getränken tatsächlich sowohl die Verdauung als auch Stimmung, Angst und Schlafqualität beeinflussen kann.
Angst, Stress und depressive Symptome
Für ihre Untersuchung analysierten die Forschenden der San Diego State University Daten von insgesamt 415 Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, darunter sowohl asiatischstämmige als auch weiße Teilnehmer, die alle in den USA leben. Ziel war es, herauszufinden, welchen Einfluss die Temperatur von Getränken oder Speisen auf das allgemeine Wohlbefinden und die psychische Gesundheit hat. Im Rahmen der »Healthy Aging Studie« gaben die Teilnehmenden an, wie häufig sie heiße oder kalte Getränke sowie warme oder kalte Mahlzeiten zu sich nahmen, und berichteten zugleich über mögliche Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Angstzustände, depressive Verstimmungen oder Verdauungsprobleme – darunter auch Blähungen und Völlegefühl.
Die Auswertung zeigte interessante Unterschiede: Bei Teilnehmern, die häufiger kalte Getränke konsumierten, traten vermehrt Symptome wie Schlafstörungen, innere Unruhe oder Magenbeschwerden auf. Besonders im Sommer schien ein hoher Konsum kalter Getränke mit einer Zunahme von Angstgefühlen und Schlaflosigkeit einherzugehen. Umgekehrt berichteten Personen, die im Winter regelmäßig warme Getränke bevorzugten, seltener über depressive Verstimmungen, Schlafprobleme oder Verdauungsbeschwerden – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Temperatur und Wohlbefinden also doch enger zusammenhängen als bislang angenommen.
Heiße Getränke wirken ausgleichend
Deutlich wurde zudem, dass Teilnehmer, die im Hebst und Winter heiße Getränke zu sich nahmen, seltener unter Schlaflosigkeit, Verdauungsbeschwerden oder depressiven Verstimmungen litten. Insgesamt zeigte sich: Ein geringerer Konsum kalter Getränke ist mit weniger gesundheitlichen Beschwerden verbunden, während ein hoher Konsum kalter Getränke häufiger mit unangenehmen Symptomen wie Schlafproblemen, Verdauungsstörungen oder Stimmungsschwankungen einhergeht.
Die Studie verdeutlicht, dass die Temperatur von Getränken einen echten Einfluss auf die Gesundheit haben kann. Da der Verzehr von heißen und kalten Lebensmitteln in den USA – und ebenso in Europa – alltäglich ist, sind die Ergebnisse auch für unsere täglichen Ernährungs- und Gesundheitsentscheidungen von Bedeutung. Interessanterweise traten die Effekte besonders stark bei Teilnehmern auf, die häufig über kalte Hände berichteten – ein möglicher Hinweis auf eine schlechtere Durchblutung. Die Forschenden sehen darin eine Verbindung zu traditionellen Lehren wie der chinesischen und ayurvedischen Medizin, die seit Jahrhunderten empfehlen, kalte Speisen und Getränke in Maßen zu genießen, um Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten. Die Quintessenz der Studie? Wer Stress, Schlafprobleme oder Stimmungstiefs vorbeugen möchte, greift besser zu einer warmen Tasse Tee als zu einem eiskalten Getränk.