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Politik zerlegt Kultmarke: Jerry verlässt »Ben & Jerry's«

Eis
Politik
Kritik

Nach fast 50 Jahren ist Schluss: Mitgründer Jerry Greenfield verlässt »Ben & Jerry’s« – aus Protest gegen Einschränkungen politischer Aktivitäten durch den Eigentümer Unilever.

Nach fast einem halben Jahrhundert verlässt einer der beiden Gründer von »Ben & Jerry’s« die ikonische Eismarke: Jerry Greenfield hat seinen Rückzug angekündigt – mit dem Vorwurf, der Eigentümerkonzern Unilever habe politische Aktivitäten unterbunden.

Greenfield und Ben Cohen hatten sich beim Verkauf von »Ben & Jerry’s« an »Unilever« im Jahr 2000 das Recht gesichert, weiterhin für ihre Werte einzutreten. Trotz des Verkaufs blieben beide Mitgründer viele Jahre lang aktiv im Unternehmen, auch wenn sie nicht mehr das operative Geschäft leiteten.

»Zum Schweigen gebracht«

In seiner Erklärung schrieb Greenfield, dass man über 20 Jahre lang »für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte« gewirkt habe. Nun sei »Ben & Jerry’s« »zum Schweigen gebracht worden«, aus Sorge, die Mächtigen zu verärgern. Unter diesen Umständen könne er nicht mehr im Unternehmen bleiben. Zuletzt hatte es Streit mit »Unilever« um die Entlassung des »Ben & Jerry’s«-Chefs David Stever gegeben.

»Unilever« wies die Vorwürfe zurück und betonte, man habe ein »konstruktives Gespräch« mit den Gründern gesucht. Zugleich plant der Konzern, das Eismarken-Geschäft einschließlich »Ben & Jerry’s« in ein eigenständiges Unternehmen auszugliedern. Greenfield und Cohen hatten Interesse bekundet, die Marke zurückzukaufen – doch »Unilever« hält an seinen Plänen fest und betont, dass ein Verkauf derzeit nicht vorgesehen sei.


Redaktion
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