»Pop-Up Kitchen« 2026: Benjamin Peifer inszeniert Omakase in Heidelberg
Omakase statt Menüwahl: Zwei-Sterne-Koch Benjamin Peifer bringt für eine neue Ausgabe des temporären Pop-ups japanische Präzision und europäische Handschrift in ein historisches Palais in Heidelberg.
Im barocken Palais Prinz Carl in Heidelberg trifft in diesem Frühjahr Geschichte auf Gegenwartsküche. Für rund 50 Abende verwandelt sich der Spiegelsaal des Gebäudes in ein inszeniertes Pop-up-Restaurant, bei dem sich alles um das japanische Omakase-Prinzip dreht – also ein Menü, bei dem Gäste die Auswahl vollständig dem Küchenchef überlassen.
Verantwortlich für die kulinarische Linie ist weiterhin Benjamin Peifer. Der Zwei-Sterne-Koch, der in seinem Restaurant »Intense« moderne Aromenküche mit internationalen Einflüssen verbindet, entwickelt für das Format ein eigens konzipiertes Menü mit japanischer Inspiration.
Fernöstliche Präzision
Das Pop-up ist Teil der Veranstaltungsreihe »Stories« der Bliss Group, die regelmäßig ungewöhnliche Orte in temporäre Erlebnisrestaurants verwandelt. Diesmal steht Japan im Mittelpunkt – jedoch weniger als klassische Länderinterpretation, sondern als stilistische Grundlage.
Peifer setzt dabei auf Techniken, Produktästhetik und Aromenkombinationen, die stark von der japanischen Küche geprägt sind, ohne diese strikt zu kopieren. Das Ergebnis ist ein mehrgängiges Menü, das regionale Produkte mit fernöstlicher Präzision kombiniert.
Bekannt ist der Koch für genau diesen Ansatz: klare Aromatik, präzise Garstufen und reduzierte Präsentation. Für seine Arbeit wurde er vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet.
Inszenierung im Mittelpunkt
Das Pop-up folgt bewusst keinem klassischen Restaurantkonzept. Licht, Musik und Raumgestaltung sind Teil der Dramaturgie: Begrüßung, Menüabfolge und Service orientieren sich an einer erzählerischen Struktur, die sich durch den gesamten Abend zieht. Eine zentrale Kochstation bringt zusätzliche Nähe zwischen Küche und Gästen.
Peifer selbst wird nur an ausgewählten Terminen vor Ort sein – sein Restaurantbetrieb in der Pfalz bleibt Priorität. Die Rezepte wurden daher im Vorfeld exakt ausgearbeitet und werden vom Küchenteam der Veranstalter umgesetzt.
Temporäre Bühne für experimentelle Formate
Das »Stories«-Konzept nutzt seit mehreren Jahren ungewöhnliche Locations – von leerstehenden Gebäuden bis zu Ausstellungshallen. Der Ansatz: Gastronomie als temporäres Format zu denken, das stärker auf Atmosphäre und Inszenierung setzt als auf langfristigen Restaurantbetrieb.
Das aktuelle Kapitel läuft bis Anfang Mai, gespielt wird jeweils mittwochs bis samstags. Neben dem Menü ist auch eine abgestimmte Getränkebegleitung Teil des Abends – ganz im Sinne eines Formats, das weniger klassische Dinnerstruktur als kuratierten Gesamtabend bieten will.