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Gastro-Profis über Restaurant-Etikette: Was kann man als Gast falsch machen?

Nachgefragt

Zu laut, unhöflich oder unkommunikativ? Wir haben Gastronomen gefragt und klären, welche Fauxpas im Restaurant wirklich stören und welche völlig unproblematisch sind.

Essen gehen sollte eigentlich Freude bereiten – für Gäste und für Gastronomen. Doch manchmal fragt man sich: Gibt es überhaupt »falsch machen« als Gast? Wir haben vier Gastronomen gefragt, und ihre Antworten zeigen: Es geht weniger um strikte Regeln, als um Respekt, Kommunikation und gutes Benehmen.

Freundlichkeit und Höflichkeit zahlen sich aus

»Eigentlich kann man als Gast gar nichts falsch machen, man kann sich nur falsch benehmen«, sagt Sternekoch Alexander Herrmann. Er betont, dass ein guter Service immer sein Bestes gibt, um Gäste zufrieden zu stellen. Die Reaktion der Gäste auf dieses Bemühen macht den Unterschied. Freundlichkeit gegenüber Servicepersonal und Köchen wird oft direkt zurückgegeben.

Kleine Fauxpas, die wirklich stören, sind laut Herrmann selten, aber sie kommen vor: Zu laut sein, andere Gäste stören oder unhöflich auftreten. Alles andere – ob man nun ein kleines oder ein großes Menü bestellt oder besondere Wünsche hat – liegt völlig im Ermessen des Gastes. »Ein guter Gastronom möchte seinem Gast die Freiheit geben – davon lebt das Ganze«, so Herrmann.

Kommunikation ist der Schlüssel

Für kleine Restaurants kann fehlende Kommunikation schnell zu Problemen führen. Barbara Eselböck und Alain Weissgerber vom »Taubenkobel« betonen: Es reicht oft schon, kurze Informationen weiterzugeben. »Kurz Bescheid geben bei Verspätung, Änderungen oder Unklarheiten erleichtert uns den Abend enorm. Abbestellungen in letzter Minute oder No-Shows sind für ein kleines Restaurant besonders schwierig.« Wer den Gastgeber rechtzeitig informiert, hilft dem Team enorm – und sorgt dafür, dass der Abend für alle entspannt bleibt.

Respekt vor dem Team

Ein anderer wichtiger Punkt ist der Umgang mit dem Personal. Christoph Kunz vom »Komu« in München warnt davor, den eigenen Status über den des Servicepersonals zu stellen: »Unhöflich zu Service- und Küchenmitarbeitern sein oder zu denken, dass man allein durch das Bezahlen einer Rechnung automatisch im Recht ist – das geht gar nicht.« Respektvolles Verhalten macht den Unterschied. Ein Lächeln, ein Dankeschön oder einfach ein höfliches Nachfragen – das wird immer positiv wahrgenommen.

Rücksicht auf andere Gäste

Neben dem Umgang mit Personal ist auch der Umgang mit anderen Gästen ein Faktor. Laute Gespräche, ständiges Telefonieren oder das Ignorieren der Umgebung kann das Erlebnis anderer stören. Solche Dinge gelten als wirklich »falsch« im Restaurantalltag, während individuelle Bestellungen, Essgewohnheiten oder Trinkgewohnheiten völlig in Ordnung sind.

Im Grunde genommen ist das »Falschmachen« als Gast selten ein Problem, solange man sich bewusst verhält. Höflichkeit, Rücksichtnahme, Kommunikation und Respekt gegenüber Personal und anderen Gästen – das sind die einzigen Zutaten für ein gelungenes Restaurant-Erlebnis. Wer diese Grundregeln beachtet, kann sich einfach zurücklehnen, genießen und den Abend ohne schlechtes Gewissen verbringen. Denn: Restaurants leben von der Begegnung zwischen Menschen – und die funktioniert am besten, wenn alle ein wenig Rücksicht üben und sich wohlfühlen.


Hannah Speyer
Hannah Speyer
Chefin vom Dienst Digital
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