Rotweinguide 2025: Die Falstaff Sieger aus dem Jahrgang 2022
Platz eins geht dieses Jahr an das Weingut Rosi Schuster mit dem Blaufränkisch Sankt Margarethen Ried Lamer, gefolgt vom Weingut Krutzler und dem Weingut Josef Tesch.
Im Rahmen der Rotweingala im eleganten Ambiente der Wiener Hofburg präsentierte Falstaff die Sieger der diesjährigen Rotweinprämierung. Diese drei Weingüter wurden für ihren Jahrgang 2022 ausgezeichnet.
1. FALSTAFF-SIEGER: WEINGUT ROSI SCHUSTER
Blaufränkisch Sankt Margarethen Ried Lamer 2022
Einige Jahre war es in Österreich eher still um das Weingut Rosi Schuster, das mit Cuvées wie C.M.B. und anderen Weinen viele Jahre zur Rotweinelite gezählt wurde und auf keiner Weinkarte fehlte. Hannes Schuster, Rosis Sohn, beschritt andere Wege, die ihm vorerst vor allem im Ausland und Insiderkreisen Erfolg bescherten. Umso erfreulicher, dass sein Weg nun auch in Österreich vermehrt Anerkennung findet. Er rodete internationale Sorten, um vor allem dem Blaufränkisch, aber auch St. Laurent, Furmint und Grünem Veltliner ideale Standorte zu geben und lagenspezifische Profile herauszuarbeiten.
Seit 2011 ist das Weingut auch biozertifiziert. Spontane Gärung, weniger Holzeinsatz und langer Hefekontakt sind seine Rezepte im Keller. Doch viel bedeutender ist für ihn gesundes und reifes Rebmaterial, das von seiner Mutter überwacht wird. Neben seinen verschiedenen Ortsweinen, die sich auf insgesamt sechs burgenländische Dörfer verteilen, zeigt er nun auch das ganze Potenzial seiner Lagen, die sich im Umkreis von St. Margarethen, Zagersdorf und Müllendorf befinden. Sicher ist jedenfalls, dass die Weine von Hannes Schuster wieder auf jeder guten Weinkarte des Landes einen fixen Platz haben sollten.
ALTE REBSTÖCKE FÜR EXZELLENTEN GESCHMACK
Der Blaufränkisch St. Margarethen Ried Lamer 2022 ist nur einer der Weine vom Weingut Rosi Schuster, die bei der diesjährigen Falstaff-Roweinprämierung große Beachtung fanden, denn auch der St. Laurent von der Ried Repistye in Zagersdorf fand den Weg auf das Siegertreppchen und belegte Platz 2. Authentisch arbeitet Hannes Schuster die Besonderheiten seiner Lagen heraus, lässt den Weinen Zeit, sich zu entwickeln, um vollkommenes Trinkvergnügen in jedes Glas, das mit seinen Weinen befüllt ist, zu bringen, und vermittelt mit ihnen zeitlose Eleganz.
7062 St. Margarethen
Österreich
2. FALSTAFF-SIEGER: WEINGUT KRUTZLER
Blaufränkisch Perwolff 2022
Der Blaufränkisch Perwolff zählt zu den Rotwein-Ikonen aus Österreich. Anfang der 90er-Jahre wurde der erste Perwolff präsentiert. Der Blaufränkisch, der seinen Namen einer karolingischen Siedlung auf dem heutigen Gebiet von Deutsch Schützen, dem Heimatort der Krutzlers, verdankt, wurde anfangs noch mit einem Hauch Cabernet Sauvignon versehen, und ob seiner außerordentlichen Qualität erhielt er sehr schnell Kultstatus.
Bis heute werden für diesen Wein von Reinhold Krutzler nur die allerbesten Blaufränkisch-Trauben verwendet, die mehrheitlich aus den höheren Lagen
kommen, wo der Grünschiefer-Anteil besonders hoch ist. Doch der Perwolff ist nicht das einzige Highlight des Hauses. Auch wenn die Mengen immer klein sind, so zählt auch der reinsortige Merlot des Hauses zu den besten des Landes und belegt heuer Platz 2 in dieser Kategorie.
Komplettiert wird das Sortiment mit weiteren Blaufränkischweinen, die das Terroir des Eisenbergs eindrucksvoll zeigen, der Cuvée Alter Weingarten, bei der der Name Programm ist, und einem herausragenden Welschriesling, der in gebrauchten Barriques ausgebaut wird. Die besondere Geologie, die der Region Eisenberg schon vor sehr langer Zeit und vor einigen Jahren wieder ihren Namen gab, ist maßgeblich am Geschmacksprofil der Weine zu erkennen, denn die eisenhaltigen Lehmböden mit Schiefereinschlüssen verleihen den Weinen Eleganz, Finesse und eine ausgeprägte Mineralik, die für ungemeinen Trinkfluss sorgt.
BLAUFRÄNKISCH GEPRÄGT VON EISEN UND SCHIEFER
Reinhold Krutzler setzt weniger auf Einzellagen, vielmehr auf das Zusammenspiel des illyrischen Klimas und den dann doch unterschiedlichen Bodenformationen, denn die Anteile von Eisen und Schiefer sind nicht überall gleich. Für ihn muss es einfach stimmig sein, nicht von Konsumentenwünschen oder Moden getrieben, sondern immer wahrhaftig. Ein ausgezeichneter Zugang, der ihm seit Jahren ganz besondere Auszeichnungen für seine Weine beschert.
7474 Deutsch Schützen
Österreich
3. FALSTAFF-SIEGER: WEINGUT JOSEF TESCH
Jana Paulina 2022 ME/CS
Vom Weingut Josef Tesch aus dem Mittelburgenland, genauer gesagt aus Neckenmarkt, kommt heuer die beste Cuvée des Landes vom Jahrgang 2022. Eigentlich ist das Weingut auch für seine Blaufränkischweine berühmt und hat dabei eine sehr lange Tradition, und mit dem Blaufränkisch Patriot, der nur in den besten Jahren vinifiziert wird, gewann das Weingut auch schon einmal die Reserve-Trophy.
Heuer ist es in erster Linie die Cuvée Jana Paulina aus den internationalen Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon, die alle anderen Cuvées auf die Plätze verwies und damit auch den dritten Platz im Gesamtranking erzielte, aber auch der Merlot Enya 2022, der den ersten Platz unter seinesgleichen für sich verbuchen konnte. Authentisch, das ist das Wort, das Joe Tesch und seine Weine wohl am besten beschreibt. Beim Ausbau der Weine sieht er sich der Region Mittelburgenland verpflichtet und setzt auf Lebensgefühl und Qualitätsanspruch. Man schmeckt die Bodenständigkeit und enge Verbundenheit zu seiner
Heimat.
Apropos Boden: Er ist Joe Teschs zentrales Thema, und lieber sind ihm der Duft der nassen Erde und die Sonnenstrahlen, die seine Weingärten wieder trocknen lassen, als selbst im Rampenlicht zu stehen. Nun, heuer wird er nicht umhinkommen, die Scheinwerfer auf sich zu ziehen, und muss die Bühne gleich mehrmals bei der Falstaff-Rotweingala betreten: einmal für den besten Merlot, einmal für die beste Cuvée und ein drittes Mal für den dritten Platz in der Gesamtbewertung des Jahrgangs 2022.
HOMMAGE AN DIE TÖCHTER
Die Cuvée ist nach seiner Tochter Jana Paulina benannt und der Merlot nach seiner Tochter Enya Valea. Nur sein Cabernet Sauvignon, benannt nach seiner dritten Tochter Tabea, schaffte es knapp nicht auf das Siegertreppchen.
7311 Neckenmarkt
Österreich
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