Produktion in kleinen Mengen
Sarah Redenböck, die als Mehrheitseigentümerin auch das Marketing über hat, stellte das
reinsortige Koroneiki-Olivenöl vor. Einen wichtigen Grund für die Qualität schildert Georgios »Jorgos« Kaldis, der den Anbau leitet: »Das erste, was wir gekauft haben, sind Stahltanks, damit haben wir alles selbst unter Kontrolle«. Denn vielfach lieferten
Olivenbauern ihre Ernte an große Aufkäufer oder Genossenschaftsmühlen, da sie selbst keine Gerätschaften besäßen. Wie sie dort zu Öl verarbeitet werden, liegt nicht in ihrer Hand. Dazu kommt eine Ernte, die sich ausschließlich nach dem Polyphenol-Gehalt richtet, nicht nach dem Ertrag. »Wir verlieren so an Menge, gewinnen aber den wertvollsten Inhaltsstoff«, erklärt Sarah Redenböck die Selektionsmechanismen für
Sarmakinas.
Das erklärt nicht nur den hohen Preis (45 Euro für den halben Liter), sondern weist das wertvolle Griechen-Gold auch als »Tropföl« aus. Es soll sparsam zum Verfeinern verwendet werden – oder als ebenso
zart dosierte Cocktailzutat. So nutzt sie Geri Tsai in seiner
»Tür 7« in der Josefstadt, der einen rein griechischen Drink mit Metaxa, Oregano und Oliven-Öl kreiert hat. »Angelehnt an den Dry Martini«, so der Barchef, der den Drink im dünnwandigen Lobmeyr-Glas serviert. »Wir haben es auch mit anderen Gläsern probiert«, so Tsai, »aber in der Champagerschale entfalten sich Öl und Metaxa viel besser«. Denn neben dem Geschmack – kräftige 7 cl tragen die floralen und würzigen Aromen des Weinbrands und des Öls – gibt es auch eine taktile Überraschung. Der
zarte Film des Öls macht den Cocktail samtig. »Ich sage immer, das ist unser Lip-Smack«, lacht Redenböck. Wer hätte gedacht, dass Olivenöl auch das kann?