Schmutzig und doch verlockend: der »Dirty Martini«
Der »Dirty Martini« ist eine der bekanntesten und zugleich unterschätztesten Varianten des klassischen Martini Cocktails. Aber warum ist dreckig manchmal wirklich besser?
Um den »Dirty Martini« richtig zu verstehen, muss man zunächst die Geschichte des klassischen Martinis nachzeichnen. Der »Martini« gilt als einer der ältesten Cocktails der westlichen Welt, dessen Ursprung auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert wird. Verschiedene Quellen deuten darauf hin, dass der Drink entweder in San Francisco oder New York City erfunden wurde, wobei eine der beliebtesten Geschichten den Goldgräber James R. H. »Jerry« Thomas als Erfinder nennt. Der Martini, ursprünglich eine Mischung aus Gin und trockenem Wermut, der in den USA aber eher mit Vodka und trockenen Wermut serviert wird, hat sich im Laufe der Zeit zu einem Synonym für Eleganz und Stil entwickelt.
Der »Dirty Martini« mit Olivenlake wiederum soll laut dem 2022 erschienen Oxford Companion to Spirits & Cocktails mindestens seit 1901 existieren. Die genaue Entstehungsgeschichte jedoch bleibt im Dunkeln, aber viele führen den Drink auf eine Nachfrage nach mehr Geschmack und Individualität im Martini zurück. Klar ist: Olivenlake oder der Saft aus der Olive verleiht dem Martini eine zusätzliche salzige Note. Diese Variante fand besonders bei denjenigen Anklang, die den Martini als zu trocken oder zu scharf empfanden.
Die genaue Herkunft des Begriffs »dirty« ist ebenfalls nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie besagt, dass der Begriff »dirty« verwendet wurde, weil der Drink durch die Zugabe der Olivenlake »trüb« oder »verschmutzt« aussieht, im Vergleich zum klaren, transparenten Original-Martini jedenfalls. Der Begriff »dirty« könnte sich aber auch auf den intensiveren Geschmack beziehen, der durch die salzige Note der Lake entsteht – und damit eine Anspielung auf die kräftigere, »schmutzige« Würze des Getränks sein.
Wie wird der Dirty Martini gemacht?
Die Zubereitung eines »Dirty Martinis« ist einfach, aber erfordert Präzision, um das richtige Gleichgewicht zwischen den Zutaten zu finden. Der Drink besteht traditionell aus Gin oder Wodka, trockenem Wermut und einer vergleichsweise großzügigen Menge Olivenlake. Hier ist es wichtig, hochwertige Oliven und entsprechende Lake zu verwenden, bei der beispielsweise nicht mit Essig oder Öl gearbeitet wurde. Die Lake sollte hauptsächlich aus Wasser und Meersalz bestehen. Im Gegensatz zum klassischen Martini, der normalerweise nur ein paar Tropfen Wermut enthält, kann im »Dirty Martini« mit der Menge der Olivenlake gespielt werden, je nach persönlichem Geschmack. Beim ersten Mal sollte man es mit 1 cl versuchen. Die markante Note der Lake lässt sich übrigens mit einem kleinen Kniff ein wenig abrunden: Ein Dash Sellerie- oder Oliven-Bitters verleiht dem Ganzen ein wenig mehr Eleganz.
Dirty Martini: das Rezept
Zubereitung:
Ein Martiniglas mit einem Hauch Absinth benetzen. Alle Zutaten in einen Cocktailshaker oder in ein Rührglas mit Eiswürfeln geben und für etwa 10-15 Sekunden rühren oder schütteln, dann doppelt in das mit Absinth benetzte Martiniglas abseihen. Mit grünen Oliven garnieren.
Der Dirty Martini kann nach Wunsch stärker oder milder zubereitet werden, indem man mehr oder weniger Olivenlake hinzufügt. Als Basisspirituose empfehlen sich ein klassischer London Dry Gin und ein sehr trockener Wermut.
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