Studie zeigt: Deutsche kaufen deutlich weniger Brot
Steigende Preise, veränderte Gewohnheiten und der Trend zu schnellen Snacks: Der Brotkonsum in Deutschland sinkt seit Jahren spürbar.
Wer in Deutschland in den vergangenen Jahren weniger Brot gegessen hat, ist nicht allein: Der klassische Laib verliert an Bedeutung. Nach aktuellen Daten des Marktforschungsinstituts YouGov hat ein durchschnittlicher Haushalt 2024 rund 4,3 Kilogramm weniger Brot gekauft als noch 2019 – das entspricht einem Minus von fast zehn Prozent.
Die Ursachen liegen vor allem im Wandel des Alltags. Frühstück oder Abendbrot finden seltener zu Hause statt, stattdessen wird unterwegs gesnackt oder auf Alternativen ausgewichen. Auch die Kosten spielen eine erhebliche Rolle. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben sich viele Brotsorten im Vergleich zu vor fünf Jahren deutlich verteuert: Mehl kostete zuletzt fast die Hälfte mehr, die Preise für Roggen-, Misch- oder Körnerbrote lagen im Schnitt 34 bis 37 Prozent höher.
Bäckereien unter Druck
Besonders betroffen sind die traditionellen Bäckereien. Laut YouGov haben sich nur noch knapp 45 Prozent der Haushalte im vergangenen Jahr mindestens einmal Brot – ohne Toast oder Sandwichbrot – in einer Bäckerei gekauft. Vor fünf Jahren waren es noch 52 Prozent. Gleichzeitig steigt die Nutzung der Selbstbedienungsangebote im Supermarkt: Vorverpacktes Brot oder Ware aus der Backstation landen in neun von zehn Haushalten mindestens einmal jährlich im Einkaufskorb.
Preislich sind die Unterschiede erheblich: Im Bäckereifachgeschäft liegt der Durchschnittspreis pro Kilo inzwischen bei über fünf Euro, während Brot aus der Backstation deutlich günstiger zu haben ist.
Lebensmittel im Wandel
Der Trend zum kleineren Haushalt verstärkt den Rückgang zusätzlich. Immer mehr Menschen leben allein oder zu zweit – entsprechend sinkt der Bedarf. Auch das Gesundheitsbewusstsein vieler Konsumenten hat sich verändert: Brot wird heute seltener als eigenständige Mahlzeit gegessen, sondern eher als Beilage oder Snack zwischendurch.
Laut einer Umfrage essen immerhin 14 Prozent der Deutschen mehrmals täglich Brot oder Brötchen, etwa ein Drittel einmal pro Tag. Für fast die Hälfte bleibt es zumindest ein fester Bestandteil der Woche. Trotzdem: Die Zeiten, in denen der Laib Brot unangefochten das Zentrum jeder Mahlzeit war, scheinen vorbei.