Drinnen sitzen entspannte Geschäftsleute allein beim Essen, und ein vergnügtes Team füllt den hinteren Teil des Restaurants «La Cène» mit Leben. Die insgesamt 35 Plätze werden von zwei Köchen, einem Patissier und dem dreiköpfigen Serviceteam bedient. Küchenchef Mohamed Azeroual, der seit elf Jahren Mitinhaber des Freiburger Lokals ist, wechselt jede Woche den Businesslunch und jeden Monat das Abendmenu komplett aus – eine hohe Kadenz, die für viele Stammgäste sorgt, wie der Marokkaner erzählt. Unser Besuch findet an einem Mittag statt und startet mit knusprigem Brot, Fleur de Sel und weicher Butter. Im Glas sprudelt ein Champagner von André Robert. Ein Blick in die Weinkarte zeigt, dass man hier auf die Schweiz und Frankreich setzt. Den Lunch könnte man auf bis zu fünf Gänge ausweiten. Die Vorspeise ist ein wachsweiches Ei, serviert auf Röstzwiebelsauce und Champignonbeet. Niemand kann der Versuchung widerstehen, mit dem Baguette den Teller auszutunken. Beim Hauptgang leuchtet confiertes Saisongemüse wie Karotten und Pastinaken aus dem Teller entgegen. Dazu reicht Azeroual mit Thymian aromatisierte Kartoffeln. Dann der Höhepunkt: ein Onglet, klein geschnitten, mit Schnittlauch, Paprika und Thymian verfeinert, rund geformt und kurz angebraten – fantastisch im Geschmack und in der Konsistenz. Das Tiramisu wird nach Art des Chefs aufgetischt: als Sponge Cake mit Mascarpone, umrandet von weisser Schokoladencouverture, mit Kaffeeglace und -creme. Und der Nusscrumble sorgt für den Biss. Das Gericht lässt auch erahnen, wie Mohamed Azerouals Gerichte des Abendmenus sind: knackig, farbig, filigran, frisch – eine Herzensküche, wie er sie nennt.