Das Drei-Häuser-Hotel «Caspar» in Muri vereint drei Tiere unter einem Dach: Das Gourmetlokal «Ochsen», das Restaurant «Adler» und das Haus «Wolf». Damit wird dem Landschaftsmaler Caspar Wolf Tribut gezollt. Unter allen Dächern ist Sebastian Rabe fürs kulinarische Wohl zuständig. Wir besuchen das Gourmetrestaurant «Ochsen 1596». Nach den vegetarischen Snacks (mit Nori und Yuzu getoppter Daikon, Randen-Meringue, filigraner Pilzkeks mit Misocreme), dem Sauerteigbrot, Popcorn-Butter und fantastischer Maroniterrine geht es genauso vegetarisch weiter: Der röstaromatische Blumenkohl wird von «Mayu» (Emulsion mit verbranntem Lauch und Knoblauch), karamellisierten Oliven und gepufftem Quinoa begleitet. Was für ein filigran-fantastischer Start ins Abendmenu, wovon Sebastian Rabe manche Gänge auch am Mittag auftischt. Weiter geht es mit einem Duo vom Tessiner Zander, einerseits an einer Kohlrabi-Schnittlauch-Sauce mit Perigord-Trüffel, andererseits als asiatisch mariniertes Tatar auf Ras-el-Hanout-Macaron mit Kaviar und Gurke, toll inszeniert in einer rauchenden Holzbox. Unsere Begeisterung steigt weiter. Beim Hauptgang wird ein Damhirsch aus dem Nachbardorf serviert, dazu Sellerie in Chips und als gegartes Stück. Die im Sommer geräucherten und danach eingelegten Kirschen machen diesen Fleischgang unvergesslich. Als Pre-Dessert geniessen wir ein Glace-Sandwich mit Salzkaramell, danach folgt eine rare Kreation: Petersilienwurzel als Creme, Apfel als Kompott und Petersilien-Sorbet. Ein Paar, das passt. Genauso passend wie Sebastian Rabe und der «Ochsen 1596».