Thailändisches Fine Dining – so was gab es bisher nicht in Deutschland. Mit dem »WELA« ist Düsseldorf nun um genau diese außergewöhnliche Facette reicher. Hinter dem Konzept stehen das Ehepaar Wirun und Nicha Lawang, beide gebürtige Thailänder, die auch den Service übernehmen. Er ist gelernter Hotelfachmann, sie führte gemeinsam mit ihrer Tante das »Sila Thai«, eines der besten Thai-Restaurants der Stadt. Anstatt es nach dem Ruhestand der Tante fortzuführen, entschieden sich die Lawangs für den Verkauf und wählten für sich selbst einen ambitionierten, finanziell riskanten Weg. Das wird schnell klar, wenn man den Perfektionismus sieht, mit dem ihr Lokal gestaltet ist: edler Teppichboden, Designerstühle aus Italien, maßgefertigtes Porzellan, stilvolle Holzvertäfelung und ein großformatiges Wandgemälde eines thailändischen Künstlers als optisches Highlight. Das setzt die Messlatte gewaltig hoch für die Kulinarik. Doch von enttäuschten Erwartungen keine Spur. Im Gegenteil: Es ist schwer, einen Ort zu finden, an dem Geschmack und Ästhetik der Gerichte so begeistern. Ein Beispiel: das Rindertatar mit gepufftem Tapioka, Chilinote und Lachskaviar, serviert unter einer Glasglocke mit Rauch getrockneter Kokosraspeln, die zu Feuer entfacht wurden. Die Lawangs haben ihre beiden Köche in Thailand gesucht; beide haben in der dortigen Spitzengastronomie gearbeitet. Bedenkt man, dass ein Großteil der Produkte aus Thailand importiert wird, sind Preise von 129 Euro für fünf und 158 Euro für acht Gänge, die alle auch vegetarisch erhältlich sind, überraschend günstig. Zwar gibt es keine klassische Weinbegleitung, aber dank der gut bestückten Karte ist es ein Leichtes, das Passende zu finden.