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Bio-Boom im Supermarkt – nur die Agrarwirtschaft hinkt hinterher

Bio-Produkte
Bio
Landwirtschaft

Bio boomt und wird voraussichtlich neue Rekordwerte erreichen. Doch während die Nachfrage steigt, bleibt die heimische Produktion hinter den Erwartungen zurück.

Bei der Wahl zwischen einem Apfel mit oder ohne Biosiegel scheinen immer mehr Menschen zu Ersterem zu greifen. Der Absatz von Bio-Produkten in Deutschland setzt seinen Aufwärtstrend nämlich fort. Nach Angaben des Bauernverbands wird der Umsatz 2025 voraussichtlich die Marke von 18 Milliarden Euro deutlich überschreiten. Ein Wachstum, das vor allem den Eigenmarken der Handelsketten zu verdanken ist. Aber auch der Naturkostfachhandel konnte nach längerer Zeit wieder steigende Umsätze verzeichnen.

Die Zahlen sprechen für sich: Schon 2024 war der Bio-Gesamtumsatz um 5,7 Prozent auf 17 Milliarden Euro gestiegen, nachdem der Markt 2022 erstmals leicht zurückgegangen war. Die Branche schüttelte den Dämpfer gekonnt ab und befindet sich seitdem stetig auf Wachstumskurs.

Nachfrage stößt an Grenzen

Blickt man allerdings auf die Felder, spiegelt sich dieser Trend nicht wider. Auf den landwirtschaftlichen Flächen fällt das Wachstum deutlich moderater aus. Laut Bundesagrarministerium werden derzeit lediglich 11,5 Prozent der Agrarflächen biologisch bewirtschaftet – ein Anstieg von 0,1 Prozentpunkten gegenüber 2023. Damit liegt der aktuelle Anteil stark unter dem Ziel von 30 Prozent Öko-Flächen bis 2030, das von der Ampelkoalition formuliert wurde.

Die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung erfolgt somit langsam. Steigende Kosten, bürokratische Hürden und unsichere Erlösperspektiven bremsen die Umstellung auf ökologischen Landbau. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob die heimische Landwirtschaft den wachsenden Marktanteil dauerhaft bedienen kann. Branchenvertreter warnen, dass die Nachfrage ohne entsprechende Zuwächse in der heimischen Produktion zunehmend durch Importe gedeckt werden müsse.

Wann darf sich ein Apfel als Bio bezeichnen?

Als Bio-Lebensmittel gelten Produkte, die nach den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft erzeugt wurden. Dazu zählen streng geregelte Anbau- und Produktionsmethoden: Auf chemisch-synthetische Pestizide, Kunstdünger und Gentechnik wird verzichtet, Tierwohl spielt eine zentrale Rolle und die natürlichen Ressourcen Boden und Wasser sollen geschont werden. Ein Produkt darf erst dann das Bio-Siegel tragen, wenn es die EU-Öko-Verordnung erfüllt und regelmäßig von Kontrollstellen geprüft wird.


Redaktion
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