Das droht ihnen, wenn sie zu viel Bärlauch pflücken
Der Duft von würzigem Bärlauch zieht jetzt wieder durch die Frühlingswälder – und weckt den Jagdinstinkt mancher Sammler. Was viele nicht wissen: Das Pflücken zu großer Mengen kann zu einem Bußgeld führen.
Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen startet die Bärlauch-Saison. Die Blätter glitzern noch feucht vom Morgentau, und Genießer:innen greifen beherzt zum Körbchen. Doch während der eine nur für das eigene Abendessen sammelt, haben andere längst ein anderes Maß im Blick. Das führt dazu, dass die aromatischen Blätter tonnenweise aus den deutschen Wäldern verschwinden.
Bis zu 50.000 Euro Bußgeld
Im Februar 2024 erwischten Polizisten in Niedersachsen einen Mann mit 40 Kilogramm Bärlauch – deutlich mehr als für den Eigenbedarf erlaubt. Zwei Monate später verschwand in einem Wald in Nordost-Baden-Württemberg sogar eine stattliche Menge von 2,5 Tonnen mit einem geschätzten Marktwert von über 50.000 Euro.
Rechtlich ist die Lage klar: Das Bundesnaturschutzgesetz regelt in §39 Absatz 3, wie viel entnommen werden darf. Die sogenannte Handstraußregel dient als grobe Richtlinie – erlaubt ist also nur eine Handvoll für den persönlichen Eigenbedarf. Wer darüber hinaus sammelt oder ganze Körbe füllt, braucht die Zustimmung des Waldeigentümers oder eine offizielle Genehmigung des zuständigen Forstamts oder des Umweltamts. Wer trotzdem pflückt und erwischt wird, muss mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro rechnen, laut Bußgeldkatalog.
Achtung, Verwechslungsgefahr
Außerdem müssen Sammler:innen stets auf Nummer sicher gehen: Die Blätter lassen sich leicht mit giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechseln. Typisch ist der charakteristische Knoblauchduft beim Zerreiben der Blätter – er ist das einfachste Erkennungsmerkmal. Die Geruchsprobe hat jedoch einen Haken: Haftet noch Lauchgeruch von den vorangegangenen Pflanzen an den Fingern, gelangt man schnell zu einem falschen Schluss.
Deshalb empfiehlt es sich, zusätzlich die Blätter genauer anzuschauen. Die des Bärlauchs sind weich, glänzen auf der Oberseite und sind matt auf der Unterseite. Sie wachsen einzeln aus dem Boden, direkt aus der Zwiebel. Lassen sich jegliche Verwechslungen ausschließen, kann erst dann unbedenklich Bärlauch-Suppe, -Soße und -Pesto genossen werden.