Donna Hay: Können »Sunshine, Lemons and Sea Salt« die Küche entschleunigen?
Mit »Sunshine, Lemons and Sea Salt« bringt eine der einflussreichsten Food-Autorinnen der Welt das australische Lebensgefühl nach Europa. In Berlin spricht sie über die perfekte Strandküche und verrät dabei neue Rezepte für sommerliche Gerichte – und warum ein grüner Tee sie so richtig auf die Palme bringt.
Rund 30 preisgekrönte Kochbücher, mehr als acht Millionen verkaufte Exemplare in zehn Sprachen: Donna Hay ist eine der weltweit erfolgreichsten Kochbuchautorinnen und eine echte Food-Ikone. Ihr Konzept ist dabei so simpel wie wirkungsvoll: einfache Zutaten, eine unkomplizierte Zubereitung und das Ganze perfekt in Szene gesetzt.
Nachdem Titel wie »One Pan Perfect« oder »Keine Zeit zum Kochen« allesamt zu Bestsellern wurden, ist ihr neues Buch »Sunshine, Lemons and Sea Salt« eine Einladung in ihr Zuhause an der australischen Küste. Es zelebriert die Sommerküche für Strandnachmittage, Gartenpartys und entspannte Abendessen am Meer. Falstaff hat die 56-Jährige während ihrer Deutschlandtour in Berlin getroffen und gefragt, was Europa von Down Under noch lernen kann – und warum sie ausgerechnet bei Matcha-Drinks keine Gnade kennt.
Falstaff: Frau Hay, Sie sind Köchin, Food-Stylistin, Chefredakteurin und Bestsellerautorin – kaum jemand kennt die perfekte Inszenierung von Essen so gut wie Sie. Gelingt es Ihnen trotzdem noch, abends einfach zu kochen?
Donna Hay: Ich liebe es, nach wie vor zu kochen und habe einen festen Fundus an Rezepten, auf den ich für ein schnelles Abendessen zurückgreife. Meistens landet alles auf einem Blech oder in einer Pfanne: unkompliziert, aber voller Geschmack den alle mögen.
Woran denken Sie beim Kochen – meldet sich eher die innere kritische Stimme oder gelingt es Ihnen, einfach abzuschalten?
Es tauchen eher Erinnerungen auf: an frühere Anlässe, an bestimmte Momente, Feste oder Menschen, die dabei waren.
Ihre Rezepte kommen oft mit wenigen Zutaten aus. Was ist Ihr liebster Anti-Waste-Trick – etwas, das man sofort zu Hause umsetzen kann?
Richtige Lagerung ist ein effektiver Weg, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Frische Kräuter halten eine Woche oder länger, wenn man die Stiele beschneidet, sie aufrecht in ein hohes Glas mit Wasser stellt, abdeckt und so in den Kühlschrank stellt.
Welche Zutat werfen die meisten Menschen weg, die Sie gerne auf dem Teller sehen?
Ich liebe Sellerieblätter im Salat. Sie sind knackig und haben ein feines, zartes Selleriearoma.
Was trendet gerade in australischen Küchen?
Yuzu, Pistazienpaste und Matcha.
Also ähnlich wie in Europa. Gibt es Food-Trends, die Sie bewusst ignorieren?
Matcha-Drinks voller Zucker und süßer Sirupe sind wirklich nicht mein Ding.
Die australische Küche hatte lange keine eigene Stimme – heute prägt sie mit ihrem Brunch weltweit den Ton. Was kommt als Nächstes aus Down Under?
Ich sehe großartige Restaurants, die fantastische Zutaten wunderschön zubereiten, aber auf eine entspannte, unprätentiöse Art – vom Teller bis zur Atmosphäre des Raumes. Exzellentes Kochen und exzellente Produkte müssen kein Fine-Dining-Erlebnis sein. Diese Entwicklung hin zu einer ungezwungeneren, entspannteren Atmosphäre gefällt mir sehr.
Sie haben den Stil geprägt, wie Millionen Menschen heute ihr Essen fotografieren. Welchen Rat geben Sie allen, die mit dem Handy am Herd stehen?
Licht vom Fenster ist immer die beste Option.