Falstaff präsentiert den neuen Rotweinguide 2026
Verkostet, beschrieben und bewertet: Neben den besten 800 Rotweinen Österreichs haben wir den Jahrgang 2023 verkostet und verraten die Sieger:innen des Jungwein Grand Prix und der Falstaff Reserve Trophy.
Mit Freude dürfen wir die Ergebnisse der 46. Falstaff-Rotweinprämierung vorlegen, nachdem wir die Sieger der zahlreichen Kategorien auch heuer wieder im festlichen Rahmen der Wiener Hofburg anlässlich der traditionsreichen Rotwein-Gala persönlich auszeichnen konnten. Der begehrte Titel des »Falstaff-Siegers« ging heuer an den punktehöchsten Wein aus dem Jahrgang 2023, der von der Falstaff-Fachjury in einer Finalverkostung in Blindprobe ermittelt wurde.
Mehr als 400 Weine waren für den Hauptbewerb eingereicht worden, aus denen auch die zahlreichen Sortensieger dieses exzellenten Jahrgangs gekürt wurden. Die Teilnehmerzahl im Hauptfeld war diesmal etwas geringer als im Jahr davor ausgefallen, ein Faktum, das über die qualitative Selbsteinschätzung des Jahres durch die Winzer Auskunft gibt. Bereits im Vorfeld fand die Ermittlung der besten jungen Rotweine aus 2024 statt, diese »Grand-Prix-Sieger« wurden aus den drei Gruppen Blauer Zweigelt, Blaufränkisch und Cuvée ermittelt.
Etwas mehr als 300 Weine der Jahrgänge 2022 und älter waren diesmal in der Kategorie »Reserve Trophy« angetreten, diese Auszeichnung wurde auch heuer wieder in den beiden Kategorien »Blaufränkisch« sowie »Cuvées und Sortenvielfalt« vergeben. Es ist – auch aus Sicht der Konsumenten – erfreulich festzustellen, dass sich der Trend, Spitzenweinen vor dem Verkauf längere Zeit zur Reife zu vergönnen, sich in Österreich verfestigt hat. Dieser Umstand versetzt auch die Gastronomie in die angenehme Lage, ihren Gästen einigermaßen trinkreife Rotweine aus Österreich anbieten zu können. Passiert dies auch zu einem vernünftigen Preis, werden die Weinfreunde dieses Angebot wertschätzen.
Der Jahrgang 2023 bietet sehr gute gastronomische Rotweine, die durch Harmonie und angenehme Frucht gekennzeichnet sind.
– Peter Moser, Chefredakteur Falstaff Rotweinguide
Die Sieger:innen
ROTWEIN BRAUCHT ENGAGEMENT
In den vergangenen Jahren wurde an dieser Stelle über die mögliche stilistische Ausrichtung der heimischen Rotweine diskutiert, über die Frage, welche Art von Rotwein welchem Teil der Konsumenten schmeckt und wie sich diese Weine im In- und Ausland positionieren lassen. Vom »wind of change« auf dem internationalen Parkett war die Rede, wo nach Weinen verlangt wird, die Frische und Leichtfüßigkeit bei klarer Definition und Länge zeigen, und eben nicht mit hohem Alkohol, Körperreichtum und präsentem Holzeinsatz glänzen.
Die aktuelle Verkostungsserie zeigt, dass nur ein Teil der Produzenten diesem Gedanken etwas abgewinnen kann. Zwar präsentiert sich das Gros der Weine eleganter, balancierter und frischer als je zuvor, aber ein Gutteil der Rotweinwinzer will es nach wie vor mit Kraft richten. Nicht weniger als ein Fünftel der heuer eingereichten Weine wies einen Alkoholwert von 14,5 % oder mehr am Etikett auf, sogar Werte bis 16 % waren wieder zu sehen. Inwieweit solche Ergebnisse natürlichen Ursprungs sind oder der Chaptalisation zu »danken« sind, kann man nur vermuten.
Österreich kann stolz sein auf seine tollen Rotweine.
Aber die Statistik gibt auch positive Nachrichten her: Der Anteil der Rotweine aus zertifiziert biologischem Anbau steigt unaufhaltsam weiter, diesmal war bereits mehr als ein Viertel der angestellten Weine bio oder bio-dynamisch. Momentan ist das Momentum, was den Konsum betrifft, eher beim Weißwein, aber das Pendel wird wieder in die andere Richtung ausschlagen. Die besten Produzenten von heimischen Rotweinen müssen sich nicht fürchten. Weine mit klarem Herkunftsprofil finden immer ihren Markt. Eines hat die aktuelle Falstaff-Prämierung einmal mehr bewiesen: Österreich kann stolz sein auf seine tollen Rotweine, und das manifestiert sich am besten dadurch, dass man solche kauft und genießt.
EINE BREITE PALETTE
Die aktuellen Produkte wurden wie bisher nach Sortengruppen und Jahrgängen beschrieben und bewertet. Innerhalb der Punkteränge sind die Weine aufsteigend nach ihrem Ab-Hof-Preis geordnet. Sie finden im neuen Rotweinguide 2026 so gut wie alle bekannten Erzeuger, aber sicherlich auch eine große Zahl von Winzern, von denen Sie vielleicht bisher noch nichts gehört haben. Ein besonderer Stellenwert kommt der »Falstaff Reserve Trophy« zu. In diesem Bewerb ging mit dem Jahrgang 2022 und einigen älteren Reserveweinen eine enorme Zahl an österreichischen Top-Rotweinen, die eine längere Fassreife hinter sich gebracht hatten, an den Start. Ob beim »Jungwein Grand Prix 2025«, den empfohlenen Weinen aus dem Jahr 2023 oder den ausgezeichneten Reserven: Im aktuellen Falstaff Rotweinguide 2026 werden Sie mit Sicherheit wieder fündig.
An dieser Stelle möchte ich mich einmal mehr im Namen des Falstaff-Verlags bei allen Weingütern für das uns über all die Jahre entgegengebrachte Vertrauen herzlich bedanken, denn schließlich beruht dieses Projekt auf Freiwilligkeit. Mein Dank geht aber auch an alle Mitglieder unserer kompetenten Jury, denn erst durch ihr fachlich versiertes Urteil bekommen die Ergebnisse dieser Prämierung ihr besonderes Gewicht. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen, Nachverkosten und Entdecken einer Vielzahl von österreichischen Rotweinen, die wir für Sie vorprobiert und für gut befunden haben und Ihnen hiermit gerne empfehlen möchten.
Rotweinguide Österreich 2026
Die besten 800 Rotweine. Verkostet, beschrieben und bewertet von Peter Moser.
19,90 Euro