Rotweinguide 2026: Die Falstaff Sieger aus dem Jahrgang 2023
Platz eins geht dieses Jahr an das Weingut Krutzler mit dem Blaufränkisch Perwolff 2023, gefolgt vom Weingut Rosi Schuster und dem Weingut Moric.
Im Rahmen der Rotweingala im eleganten Ambiente der Wiener Hofburg präsentierte Falstaff die Sieger der diesjährigen Rotweinprämierung. Diese drei Weingüter wurden für ihren Jahrgang 2023 ausgezeichnet.
1. FALSTAFF-SIEGER: WEINGUT KRUTZLER
Blaufränkisch Perwolff 2023
Der Blaufränkisch Perwolff zählt zu den Rotweinikonen aus Österreich. Anfang der 1990er-Jahre wurde der erste Perwolff präsentiert. Der Blaufränkisch, der seinen Namen einer karolingischen Siedlung auf dem heutigen Gebiet von Deutsch Schützen, dem Heimatort der Krutzlers, verdankt, wurde anfangs noch mit einem Hauch Cabernet Sauvignon versehen, und ob seiner außerordentlichen Qualität erhielt er sehr schnell Kult-Status. Bis heute werden für diesen Wein von Reinhold Krutzler nur die allerbesten Blaufränkisch-Trauben verwendet, die mehrheitlich aus den höheren Lagen kommen, wo der Grünschiefer-Anteil besonders hoch ist.
Doch der Perwolff ist nicht das einzige Highlight des Hauses. Auch wenn die Mengen immer klein sind, so zählt auch der reinsortige Merlot des Hauses zu den besten des Landes. Komplettiert wird das Sortiment mit weiteren blaufränkisch Weinen, die das Terroir des Eisenbergs eindrucksvoll zeigen, der Cuvée »Alter Weingarten«, bei der der Name Programm ist, und einem herausragenden Welschriesling, der in gebrauchten Barriques ausgebaut wird. Die besondere Geologie, die der Region Eisenberg schon vor sehr langer Zeit und vor einigen Jahren wieder ihren Namen gab, ist maßgeblich am Geschmacksprofil der Weine zu erkennen, denn die eisenhaltigen Lehmböden mit Schiefereinschlüssen verleihen den Weinen Eleganz, Finesse und eine ausgeprägte Mineralik, die für ungemeinen Trinkfluss sorgt.
Reinhold Krutzler setzt weniger auf Einzellagen, vielmehr auf das Zusammenspiel des illyrischen Klimas und den dann doch unterschiedlichen Bodenformationen, denn die Anteile von Eisen und Schiefer sind nicht überall gleich. Für ihn muss es einfach stimmig sein, nicht von Konsumentenwünschen oder Moden getrieben, sondern immer wahrhaftig. Ein ausgezeichneter Zugang, der ihm seit Jahren ganz besondere Auszeichnungen für seine Weine beschert.
7474 Deutsch Schützen
Österreich
2. FALSTAFF-SIEGER: WEINGUT ROSI SCHUSTER
Blaufränkisch Müllendorf Ried Santen 2023
Nachdem es einige Jahre in Österreich etwas stiller um das Weingut Rosi Schuster war, das mit Cuvées wie »C.M.B.« und anderen Weinen viele Jahre zur Rotweinelite gezählt wurde und auf keiner Weinkarte fehlte, ist der Traditionsbetrieb
nun mit voller Kraft zurück. Hannes Schuster, Rosis Sohn, beschritt andere Wege, die ihm vorerst vor allem im Ausland und Insiderkreisen Erfolg bescherten. Umso erfreulicher, dass sein Weg nun auch in Österreich vermehrt Anerkennung findet. Er rodete internationale Sorten, um vor allem dem Blaufränkisch, aber auch St. Laurent, Furmint und Grünem Veltliner ideale Standorte zu geben und lagenspezifische Profile herauszuarbeiten.
Seit 2011 ist das Weingut auch biozertifiziert. Spontane Gärung, weniger Holzeinsatz und langer Hefekontakt sind seine Rezepte im Keller. Doch viel bedeutender ist für ihn gesundes und reifes Rebmaterial, das von seiner Mutter überwacht wird. Neben seinen verschiedenen Ortsweinen, die sich auf insgesamt sechs burgenländische Dörfer verteilen, zeigt er nun auch das ganze Potenzial seiner Lagen, die sich im Umkreis von St. Margarethen, Zagersdorf und Müllendorf befinden. Sicher ist jedenfalls, dass die Weine von Hannes Schuster wieder auf jeder guten Weinkarte des Landes einen fixen Platz haben sollten.
Der Blaufränkisch Müllendorf Ried Santen 2023 ist nur einer von mehreren Weinen des Weinguts Rosi Schuster, die bei der diesjährigen Falstaff-Roweinprämierung große Beachtung fanden, denn auch zwei weitere Blaufränkische aus den St. Margarethener Rieden Hinkenthal und Lamer erreichten das Finale. Auch der St. Laurent von der Ried Repistye in Zagersdorf zählte einmal mehr zu den Finalisten seiner Rebsortengruppe. Authentisch arbeitet Hannes Schuster die Besonderheiten seiner Lagen heraus, lässt den Weinen Zeit, sich zu entwickeln, um vollkommenes Trinkvergnügen in jedes Glas, das mit seinen Weinen befüllt wird, zu bringen, und vermittelt mit ihnen zeitlose Eleganz.
7062 St. Margarethen
Österreich
3. FALSTAFF-SIEGER: WEINGUT MORIC
Blaufränkisch Lutzmannsburg Alte Reben 2023
Roland Velich hat es sich zum erklärten Ziel gesetzt, der Sorte Blaufränkisch ein neues, eigenständiges Profil zu verleihen, das es möglich macht, diese typisch österreichische Rebsorte in eine Reihe mit den großen Rotweinen der Welt zu stellen. Velich sieht im Burgenland ähnlich hervorragende Bedingungen, um großartige Rotweine zu machen, wie im Burgund oder nördlichen Rhônetal. Velich geht es um Originale und nicht um Kopien, er vertraut ganz auf die Stärken des Burgenlandes und versucht, das ganze Potenzial der Sorte Blaufränkisch und der unterschiedlichen Böden zu nutzen.
Die entsprechenden Parzellen für sein Konzept fand er im Mittelburgenland. In Neckenmarkt und Lutzmannsburg entdeckte er uralte Weingärten, manche Stöcke haben über hundert Jahre auf dem Buckel und stehen in großer Pflanzdichte von bis zu 8.000 Reben pro Hektar. Hier wachsen in idealer Exposition und auf bestens geeignetem Terroir jene kleinbeerigen Trauben, welche die Basis für die Moric-Linie bilden. So entsteht der feine, von floralen Nuancen geprägte mineralische Wein aus Lutzmannsburg.
Im Laufe der letzten Jahre rückten die alten Blaufränkisch-Parzellen in Lutzmannsburg immer mehr in den Fokus, wo Roland Velich sich beginnend mit dem Jahrgang 2019 einen lange gehegten Wunsch erfüllt hat. Er hat mehrere unterschiedliche Terroirs einzeln abgefüllt, dank deren er nun die Diversität und die Nuancen des Blaufränkisch noch präziser zum Ausdruck bringen kann. An der Spitze des Sortiments thronen die »Alten Reben« aus Lutzmannsburg als Synthese der besten Trauben, die dem Ausnahmewinzer ein Jahrgang zu bieten hat. Der feinziselierte 2023er erreichte diesmal punktegleich mit den beiden im Stechen vorplatzierten Weinen und sensationellen 99 Punkten den dritten Rang, dicht gefolgt von den drei Einzellagen, die von der Jury mit 98 Punkten honoriert wurde.
7051 Großhöflein
Österreich
Rotweinguide Österreich 2026
Die besten 800 Rotweine. Verkostet, beschrieben und bewertet von Peter Moser.
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