Frischer Wind an der Alster: Fokke Mick präsentiert Frühlingsmenü im »Atlantic Hamburg«
Das Grand Hotel an der Hamburger Alster hat sich eine Frischekur verordnet. Das zeigt sich in den neu gestalteten Zimmern – und in der Küche, in der Fokke Mick seit Jahresbeginn den Ton angibt.
Draußen bleibt alles beim Alten: Das Wasser, die Segelboote auf der Alster. Der weite Himmel über Hamburg. Nur hinter den Fensterfronten, die das herrliche Panorama rahmen, stehen die Zeichen auf Veränderung. Das »Atlantic« – 1909 als luxuriöses Grand Hotel speziell für die Passagiere eröffnet, die in der ersten Klasse der Hamburg-Amerika-Linie (heute Hapag Lloyd) über den Atlantik nach New York übersetzten – hat sich ein Facelifting verpasst.
Die Hälfte der 221 Zimmer und Suiten wurde bis Ende März in einem femininen, maritimen Stil modern renoviert. Dazu strömen das Entrée und auch die Bar eine weltläufige Eleganz aus. Auf der Rückseite des imposanten, weißen Grand Hotels öffnet sich aber noch immer eine riesige Baustelle, die schnell Fortschritte macht. Hier entsteht unter anderem ein 1500 Quadratmeter großer Wellness-Bereich mit einem Innen- und Außenpool.
Wenige Elemente in Topqualität
Und auch im »Atlantic Restaurant«, das Flaggschiff des ikonischen Hotels an der Außenalster, weht ein frischer Wind: Fokke Mick, der die Leitung der Küche von seinem Chef Alexander Mayer übernommen hat, konnte den Michelin-Stern seines Vorgängers prompt verteidigen. Jetzt im Frühling nimmt er seine Gäste auf eine Entdeckungsreise durch die klassisch-französische Cuisine, die der langjährige Sommelier Lars Hentschel mit einer sorgfältig kuratierten Auswahl an Weinen aus der ganzen Welt formvollendet und mit großer Begeisterungsfähigkeit begleitet.
Wie sein Vorgänger bringt auch Küchenchef Fokke Mick asiatische Aromen ins Spiel. Aber seine Handschrift ist deutlich klassischer, dabei aber nicht weniger kreativ. So kommt der Taschenkrebssalat mit einer frischen Note von Salzzitrone auf den Tisch. Die Jacobsmuschel darf in einer Beurre blanc baden und sich mit verschiedenen Blumenkohl-Texturen vermählen. Das glacierte Kalbsbries überrascht mit einer umamigetränkten Cremigkeit und das Steinbutt-Filet mit Venusmuschel- und Champagner-Velouté-Begleitung. Und auch das Hummersüppchen, das in diesen, heute mit wellenförmig gelegtem Seidenstoff verkleideten Räumen, schon seit 1909 serviert wird, kommt bei aller Aromendichte mit einem modernen, leichten Twist daher.
Mit der Créme Brûlée vom Munster, die mit Birneneis serviert wird, setzt der gebürtige Berliner seinem Frühlingsmenü das Krönchen auf. »Für mich ist das Hauptprodukt der Star«, sagt Fokke Mick, der sich in seinen Kompositionen auf wenige Elemente, aber solche in Topqualität fokussiert. Man merkt, wie ihn Zwei-Sternekoch Dirk Luther im »Alter Meierhof« in Glücksburg, in dessen »Meierei« Fokke Mick von 2017 bis 2019 wirkte, für die Zukunft prägte. Darüber können sich seine Gäste aus Hamburg und aller Welt nur freuen.
20099 Hamburg
Deutschland