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Aylin Stadlwieser, Falstaff Barfrau des Jahres 2024

Aylin Stadlwieser, Falstaff Barfrau des Jahres 2024
© Sebastian Stahlschmidt

Martini mit Austern: »Ein unschlagbares Duo«

Martini
Cocktail
Interview
Rezept

Zum Internationalen Tag des Martinis spricht »Falstaff Barfrau des Jahres 2024« Aylin Stadlwieser über Klassiker, kreative Twists und den größten Fehler bei der Zubereitung.

Wenn am 19. Juni der Internationale Tag des Martinis gefeiert wird, gibt es in der Wiener Bar »Truth & Dare« einen guten Grund mehr, auf den stilvollen Klassiker anzustoßen. Dort steht Aylin Stadlwieser hinter der Bar – und seit letztem Jahr trägt sie offiziell den Titel »Falstaff Barfrau des Jahres 2024«. Für sie ist der Martini mehr als nur ein Drink: »Er ist schlicht, elegant, eiskalt – und eignet sich perfekt vor einem guten Abendessen«, sagt sie.

Falstaff: Was fasziniert Sie am Martini?
Aylin Stadlwieser: Seine Schlichtheit. Ein guter Martini ist immer stilvoll, immer elegant – und der perfekte Einstieg in einen Abend. Aber: Er muss eiskalt sein. Sonst verliert er sofort seinen Reiz.

Wie oft wird bei Ihnen im »Truth & Dare« ein Martini bestellt?
Fast täglich. Der klassische Dry Martini ist nach wie vor sehr gefragt – vor allem vor dem Essen. Wir haben aber auch eine eigene Variante auf der Karte, eine etwas mildere, aromatischere Version.

Erzählen Sie mehr!
Das ist ein »Reverse Martini« – also mit mehr Wermut als Gin. Dazu kommen Fenchel und Orangenlikör. Eine weichere Interpretation für alle, die es nicht ganz so streng mögen.

Wäre das auch Ihre Empfehlung für Einsteiger:innen?
Absolut. Wet oder Reverse Martini ist deutlich zugänglicher. Viele sind übrigens auch verwirrt, wenn sie »Espresso Martini« hören – da denken sie, Martini sei die Spirituose. Ist aber nur das Glas.

Der Martini scheint unendlich viele Gesichter zu haben. Wie viele Varianten gibt’s denn wirklich?
Hunderte, wenn man ehrlich ist. Jeder Bartender interpretiert ihn anders. Das Entscheidende ist: Kälte. Der Drink muss eiskalt serviert werden. Wir frieren Gin oder Wodka vor – so braucht’s weniger Eis beim Rühren und der Martini wird nicht verwässert.

Es gibt also Tricks, wie man die perfekte Temperatur erreicht?
Ja – und die lohnen sich. Manche Bars mixen den Drink fixfertig vor und lagern ihn im Gefrierschrank – das nennt sich dann »Freezer Martini«. Kälter geht nicht.

Wie wichtig ist dabei die richtige Garnitur?
Extrem! Eine Olive macht ihn klassisch, eine Zitronenzeste bringt Frische – das nennt man dann einen »Twist«. Ein Gibson Martini hat eine Perlzwiebel, ein Dirty Martini Olivenlake. Bei uns serviere ich meinen Signature Martini mit Kapern. Das verändert sofort das ganze Geschmacksbild.

Gibt es typische Fehler, die bei der Zubereitung passieren?
Ja – und der größte ist: zu langes Rühren. Dann wird der Drink wässrig und verliert seine Klarheit. Präzision ist hier wirklich alles.

Welches Gericht passt für Sie perfekt zu einem Martini?
Austern. Ganz klar! Das ist eine klassische und stilvolle Kombination, ein Traumpaar.

Und was raten Sie Hobby-Bartender:innen zu Hause?
Glas vorkühlen – das ist Pflicht. Gin oder Wodka und trockenen Wermut ebenfalls kalt stellen. Dann fünf bis sechs Zentiliter Spirituose, ein Zentiliter trockener Wermut – rühren, nicht schütteln – bis zur gewünschten Verdünnung. Und sofort servieren. Eiskalt – immer!


Kristina Mitrovic
Kristina Mitrovic
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