Nicht Berlin: Das ist Deutschlands Matcha-Hochburg
Matcha ist längst kein Nischengetränk mehr. Doch welche Stadt den grünen Trend wirklich dominiert, dürfte selbst eingefleischte Cafégänger überraschen.
Der Matcha-Hype hat längst eine neue Phase erreicht. Was vor wenigen Jahren noch nach Nischenprodukt zwischen Yogastudio und Concept Store klang, gehört heute fast selbstverständlich zur deutschen Cafélandschaft. Iced Strawberry Matcha, zeremonieller Grüntee oder Soft Serve in sattem Grün: Das japanische Pulver ist inzwischen weniger Trendgetränk als Statussymbol moderner Cafékultur.
Eine aktuelle Analyse der Plattform Ferienwohnungen.de zeigt nun, welche Städte den Boom besonders stark aufgenommen haben. Dafür wurden alle deutschen Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern untersucht – anhand spezialisierter Matcha-Locations auf Google Maps, allgemeiner Suchtreffer und TikTok-Resonanz.
An der Spitze landet überraschend München. Mit 14 spezialisierten Matcha-Cafés und -Studios zieht die Stadt an Berlin vorbei, das lange als natürliche Heimat des Trends galt. Die Erklärung liegt vermutlich weniger im klassischen Kaffeehaus als in der Mischung aus Wellnesskultur, Specialty Coffee und einer Gastronomie, die Trends oft schneller adaptiert als andere deutsche Städte.
Teil des Alltags
Berlin bleibt dennoch das eigentliche Matcha-Ökosystem des Landes. Mit 279 Treffern verzeichnet die Hauptstadt die mit Abstand höchste allgemeine Matcha-Präsenz – von minimalistischen Cafés bis zu Dessertbars. Doch während Matcha dort beinahe Teil des Alltags geworden ist, scheint München den Trend stärker zu spezialisieren.
Auf Platz zwei liegt Hamburg. Die Hansestadt verbindet ihre ausgeprägte Café-Szene zunehmend mit japanisch inspirierten Konzepten und inszeniert Matcha besonders stark über Social Media. Kein anderer Standort erreicht laut Studie höhere TikTok-Zahlen.
Interessant wird das Ranking allerdings dort, wo die Großstädte kleiner werden. Heidelberg erreicht zwar deutlich geringere Gesamtzahlen, weist aber die höchste Matcha-Dichte Deutschlands auf. Die Universitätsstadt zeigt damit exemplarisch, wie sich der Trend aus den klassischen Metropolen herausbewegt.
Ab in den Süden
Denn Matcha funktioniert inzwischen nicht mehr nur als Import aus internationalen Großstädten, sondern als Projektionsfläche einer neuen Caféästhetik: weniger klassisches Coffeehouse, mehr kuratierter Lifestyle zwischen japanischer Teekultur, Designanspruch und Gesundheitsversprechen.
Auffällig ist außerdem die geografische Verschiebung. Vor allem Städte in Bayern und Baden-Württemberg schneiden stark ab. Neben München und Heidelberg landen auch Stuttgart und Mannheim weit vorne. Der Süden adaptiert den Trend dabei weniger laut als Berlin – aber offenbar nachhaltiger.