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Der »Alamagoozlum« irritiert vor allem durch seine große Anzahl an Zutaten und deren Menge. Doch das funktioniert überraschend gut.

Der »Alamagoozlum« irritiert vor allem durch seine große Anzahl an Zutaten und deren Menge. Doch das funktioniert überraschend gut.
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Nonsens von J.P. Morgan? Der eigenwillige »Alamagoozlum« Cocktail

Cocktail
Rezept
Geschichte

Er gilt als einer der einflussreichsten Bankiers in der Geschichte der USA und als Schlüsselfigur der industriellen Revolution. Doch auch ein recht eigentümlicher Drink soll auf John Pierpont Morgan zurückgehen.

Das Motto »viel von allem«, scheint in Sachen Cocktailrezepturen, in denen es in der Regel vorrangig um Balance, Textur und filigranes Aromenspiel geht, meist keine sehr gute Idee zu sein. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel und ohne eine solche wären wir wohl nie in den Genuss eines Drinks gekommen, den man durchaus als Kuriosität bezeichnen kann. Die Rede ist vom üppigen »Alamagoozlum«, dessen Zutatenliste sich genauso liest, wie man es erwarten kann, wenn man hört, dass einer der größten Mäzene Amerikas einen eigenen Drink kreiert hat.

Niemand Geringeres als der Turbo-Kapitalist und Namensgeber des Finanzriesen J.P. Morgan, John Pierpont Morgan, soll den Cocktail aus acht Zutaten Ende des 19. Jahrhunderts erdacht haben, wenngleich sich das heute nicht mehr eindeutig belegen lässt. Erstmals fand die Mischung, in der sich unter anderem Genever, Rum, Chartreuse verte, Orange Curaçao, Wasser und eine deftige Portion Angostura Bitters vereinen, 1939 in einem Cocktailbuch Erwähnung. Der Autor Charles H. Baker schrieb die Rezeptur seinerzeit dem 1913 verstorbenen Bankier zu, jedoch ohne dafür Belege zu nennen.

Auch der Begriff »Alamagoozlum« selbst ist keine heiße Spur, denn der zungenbrecherische Name tauchte bereits gut 60 Jahre zuvor als »Nonsens-Begriff« (vergleichbar mit »Dingbums« o.Ä.) in diversen Zeitungen auf. Es ist aber durchaus plausibel, dass J.P. Morgan diesen kannte und einfach adaptierte. Welcher vielbeschäftige Finanz-Magnat hat schon Zeit, sich einen trefflichen Namen für einen Drink auszudenken? Morgan jedenfalls soll den »Alamagoozlum« ursprünglich als Bowle konzipiert haben, was auch die hohen Mengenangaben des Originalrezepts erklären würde. Kurioserweise wird der Drink aber geshaked und nicht in einer großen Schüssel gerührt.

Dass der lange in der Versenkung verschwundene Cocktail überhaupt wieder aus dem Obskuritätenkabinett auftauchte, ist der Arbeit des Cocktail-Historikers Ted Haigh geschuldet, der Anfang der Nullerjahre für sein Buch »Vintage Spirits and Forgotten Cocktails« zahlreiche klassische Rezepturen recherchierte und diese alphabetisch auflistete. So landete der »Alamagoozlum« sogar im Untertitel des Buches (»From the Alamagoozlum to the Zombie and Beyond«) und stand damit urplötzlich wieder im Rampenlicht.

 

»Alamagoozlum« Cocktail

  • 2 cl Genever
  • 1,5 cl Jamaika Rum
  • 1,5 cl Chartreuse verte
  • 0,5 cl Orange Curaçao
  • 0,5 cl Angostura Bitters
  • 1 cl Zuckersirup/Gommesirup
  • 2 cl Wasser
  • 1,5 cl Eiweiß

Zubereitung:

Alle Zutaten in einen mit viel Eis befüllten Shaker geben, kräftig schütteln, Eis abseihen und erneut schütteln (Dry Shake). In eine Coupette abseihen.


Alexander Thürer
Alexander Thürer
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