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Sonja Rauch mit den »Sein«-Gründern Sonja Grabner und Christof Winkler-Hermaden.

Sonja Rauch mit den »Sein«-Gründern Sonja Grabner und Christof Winkler-Hermaden.
© Roland Graf

Probiotisch, alkoholfrei: Yoga-inspirierte »Sein«-Drinks feiern Premiere

alkoholfrei
Wein
Steiermark

Eine unkonventionelle, aber prominente Steirer-Partnerschaft steht hinter der neuen Getränkelinie »Sein«: Das Weingut Winkler-Hermaden fermentiert Bio-Obst und Kräuter nach den Chakra-Ideen Sonja Grabners als Alternative zum Wein.

Nein, sie kannten sich vorher nicht. »Ich bin einfach zum Weingut hingefahren und habe meine Ideen vorgestellt«, erzählt Sonja Grabner offenherzig vom Beginn von »Sein«. Bis heute schmunzelt sie darüber, was sich Christof Winkler-Hermaden von der enthusiastischen Spontan-Besucherin am Weingut wohl gedacht haben mag. Grabner selbst ist vielen Grazern noch als Stadträtin für Wirtschaft und Tourismus (2009-2013) bekannt. Doch die Getränkelinie »Sein« zeigt sie von einer neuen Seite, die das Aufwachsen »als Wirtshauskind« (im Kapfenberger Sporthotel Grabner) mit indischen Lehren verbindet. Letzteren spürte sie nicht nur mit ihrem Yoga-Meister nach, sondern war auch in Indien selbst auf der Suche nach Achtsamkeit und Selbstliebe. Dementsprechend zitierte sie bei der Premiere im Grazer Hotel »Kai36« auch Ayurveda-Lehren von der Wichtigkeit der Chakren (=Energiepunkte des Körpers): »Im Grunde ist ja alles ein Rad, ein Kreislauf«.

Probiotische Alkohol-Alternative: »Sein«.
© Roland Graf
Probiotische Alkohol-Alternative: »Sein«.

Umami-Kraft für’s Herz-Chakra

Mit den aktuell vier Getränken – eine fünfte Version ist in Planung – soll dieser Kreislauf wieder in Schwung gebracht bzw. gehalten werden. Als Partner fand Grabner über Vermittlung der FH Joanneum dann Christof Winkler-Hermaden. O-Ton: »Da gibt’s einen, der gut fermentiert«. Der Winzer aus Kapfenstein ist tatsächlich studierter Mikrobiologe und setzte die Belebung von Herz-, Nabel-, Wurzel- und Sakral-Chakra auf Basis von Fermenten um. Denn auch er suchte lange nach einer Alternative zum Wein, die er anfangs in Kefir-artige Ansätzen und Kombucha-basierten Getränken suchte. Mit Grabner zusammen entschied er sich letztendlich für Milchsäure-Vergärung. »Rund 15 Zutaten in Bio-Qualität sind im Einsatz«, so Winkler-Hermaden.

Besonders achtet der Winzer aus dem Vulkanland auf die hohe Wirkungskraft der Rohstoffe, zu denen Beeren (Aronia, Himbeere) ebenso gehören wie Kräuter, aber auch Jasmin und Marille. Trotz des Verzichts auf jegliche Konservierungsstoffe sind die vier »Sein«-Abfüllungen ein Jahr lang haltbar. Und sie haben bereits erste Freunde aus der Spitzen-Gastronomie gefunden. Vorbestellungen aus dem »Triad« (Bad Schönau) liegen vor, Menüs mit »Sein« als Getränke-Begleitung hat Richard Rauch (»Geschwister Rauch«) in Bad Gleichenberg bereits serviert. »Mit diesen Getränken nehmt ihr uns Sommeliers viel Arbeit ab«, lobte daher Sommelière Sonja Rauch. Denn die komplexen Geschmäcker seien selbst nur durch langes Probieren zu erreichen, Winkler-Hermadens Quartett allerdings sei bestens für »Food Pairing« geeignet.

Gemüse-Ferment statt »Achterl«

So bringt etwa Nummer 4 (»Herz«) ein ausgeprägtes Umami-Element mit, das mit der Würzigkeit an Gelbe Tomate, Kerbel und Estragon erinnert. Zu fetteren Fischen ist dieses »Sein« eine gute Wahl, während die fruchtige Variante 3 (»Nabel«) sich für Kürbis mit Frischkäse – der Snack im »Kai36« – eignet. Doch auch als Aperitif geht diese alkoholfreie und vegane Option durch. Und das ist keine Einbildung. Denn Gemüse wie Kürbis und Rote Rübe wurde auch mitverarbeitet; der Nummer 1 (»Wurzel«) gab Christof Winkler-Hermaden damit den besonderen Geschmack.

Gestartet wird die Produktion mit jeweils 1000 Flaschen (zu 0,75 Liter), die ab 24. Oktober erhältlich sein werden. Dann soll das Wachstum jedoch sukzessive erfolgen, sieht es der ehrgeizige Business Plan von Marketing-Profi Sonja Grabner vor: »Für die EXPO nächstes Jahr haben wir uns schon für den Auftritt in Osaka angemeldet“«, sieht sie auch Exportchancen für das neue Bio-Quartett. Und da man in der Ayurveda-Lehre sieben Chakras kennt, bleibt auch noch Spielraum für weitere Rezepturen.


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Roland Graf
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