Restaurant der Woche: »Frederick's«
Küchenchef Nicolas Gémin bringt endlich kulinarisches Profil in die prachtvolle Brasserie. Denn nicht nur das Interieur soll glänzen.
Dort, wo einst Berlins erstes Luxushotel »Esplanade« am Potsdamer Platz war, hat vor knapp vier Jahren das »Frederick’s« eröffnet. 1400 Quadratmeter mit viel Potenzial – als Bar, als Event-Location, als Restaurant. Die prachtvollen Räume sind im Glamour der 1920er-Jahre gestaltet. Im acht Meter hohen Eingangsbereich empfängt eine ovale Bar im Art-déco-Stil, darüber eine Galerieetage mit Separees. Doch kulinarisch hat das »Frederick’s« einige Anläufe gebraucht. Die zuvor vermisste klare Handschrift fügt endlich der neue Küchenchef Nicolas Gémin hinzu. Der Franzose mit baskischen Wurzeln und den Genussgenen zweier Kulturen zeigt bereits bei den Vorspeisen – wie Jakobsmuscheln mit Chorizo sowie Rillettes mit Cranberrys –, was er selbst liebt und beherrscht: eine europäische Brasserie-Küche, die mit Produkten und Saucen überzeugt.
Bei den buttrigen Saint-Jacques-Muscheln erfrischen knackiges Saisongemüse und ein sanft zitroniger Crème-fraîche-Sud. Das handgeschnittene Tatar schmeckt exzeptionell saftig mit seinem untergemischten Orangen-Senfsaat-Jus sowie confiertem Eigelb. Und die dicken, handgeschnittenen Pommes mit Schale sind erwähnenswert. Unbedingt damit die Portweinsauce aufschlecken, die aus dem Bratensaft des rosa Hirschrückens mit Speck reduziert wurde. Stimmig auch die Fisch-Velouté mit Café-de-Paris-Kräuternoten beim Winterkabeljau zum Lauch-Gersten-Risotto. Endlich glänzen hier die Teller ebenso wie die Kronleuchter, Vintage-Spiegel und Samtsofas. An der Weinkarte wird gearbeitet, ihr Fokus soll künftig auf deutschen Weinen liegen.
Info
FREDERICKS'S
Bellevuestraße 1
10785 Berlin
T: +49 30 31196736
fredericksberlin.com