Restaurant der Woche: »Jellyfish«
Der Hamburger Sternekoch Stefan Fäth brilliert in der Zubereitung von Meerestieren, doch auch die vegetarische Küche beherrscht er meisterhaft. Neugierige können an ausgewählten Terminen ein Drei-Gänge-Menü für 99 Euro genießen.
Die letzte Winterpause im »Jellyfish« hat Sternekoch Stefan Fäth genutzt, um frische Ideen zu sammeln. Auch im Inneren des Lokals, das unweit des pulsierenden Schanzenviertels liegt, hat sich zum Frühjahr einiges verändert: Die Graffitis an den Wänden sind verschwunden, stattdessen präsentieren im Wechsel junge Künstler ihre Werke. Neu im Team sind Restaurantleiter Florian Herbst und Sommelière Linh Nguyen, die eine alkoholfreie Menübegleitung mit selbst erzeugtem Rote-Beete-Kefir und Riesling-Verjus entwickelt hat.
Um die Hemmschwelle für Gäste zu senken, wird an ausgewählten Terminen ein Drei-Gänge-Menü für 99 Euro angeboten; an den restlichen Tagen kann man wie gewohnt zwischen fünf oder sieben Gängen wählen. In seiner »Aromenreise« überrascht Fäth mit mutigen Kombinationen: Eine auf Salz gegarte Gemüsezwiebel ist mit Grünkohl und karamellisierter Kartoffelcreme gefüllt, während das als Leberkäse präsentierte Welsfilet von einem Sud aus Zwiebelbouillon, gereifter Sojasauce, Senföl und Senfkörnern akzentuiert wird. Ob gebeizte und kurz geflammte Makrele oder norwegischer Köhler als Mini-Frikadelle – bei der Zubereitung von Meerestieren macht Fäth niemand etwas vor.
Doch auch in der vegetarischen Küche versteht er sein Handwerk: Die Variation von Möhren auf Schnittlauchsud wird als Tatar interpretiert und als »falsche Karotte« mit Passionsfrucht und Karottenmus gefüllt; das Sorbet aus Karottengrün harmoniert perfekt mit Koriander und Kreuzkümmel. Sommelière Nguyen empfiehlt dazu von der facettenreichen Weinkarte den mallorquinischen Acrollam Blanc und einen Pinot Noir aus Patagonien.
20357 Hamburg
Deutschland
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