Restaurant der Woche: »Kai Bar«
Wo zuvor ein Sternerestaurant um sein Konzept rang, trifft man heute den Nerv der Zeit: Die »Kai Bar« in Berlin-Mitte setzt auf internationale Fusionküche, entspannte Atmosphäre und Gerichte, die vielen gefallen – vom Lunch bis zur Date Night.
»Kai« – das japanische Wort für »Meer« – ist der Name einer neuen Resto-Bar, die asiatisch-französisch-südamerikanische Crowd-Pleaser auf die Karte setzt und von einem vietnamesischen Team geführt wird. Fusion ist hier Programm. Die »Kai Bar« ist der neue, stets volle Spot in Berlin-Mitte: geeignet für Lunch, After-Work-Drinks, Dinner oder eine unkomplizierte Date Night.
Zuvor hatte sich an gleicher Stelle das Sternerestaurant »Cordo« mit einem radikalen Kurswechsel zu retten versucht. Küchenchef Yannic Stockhausen gab den Stern auf, wollte als Seafood-Bar mit Kreationen wie Miesmuscheln auf steirischem Wurstsalat punkten – vergebens. Der Zeitgeist verlangt offenbar weniger nach präziser Autorenküche als nach vertrauten, instagrammable Fusion-Harmonien wie Trüffel-Udon oder Crispy Duck mit Miso. In der »Kai Bar« spielen Namen der Köche oder die Herkunft der Produkte kaum eine Rolle. Dafür ist sie – anders als ihr Vorgänger – rappelvoll.
Der Gastraum mit zwei Bars wirkt heimelig wie eine Schiffskombüse: blau-weiße Holzplanken, Recyclingkunst, Vintage-Klimbim, alles dicht, warm, lebendig. Und das Essen? Es schmeckt, ohne zu überraschen – was vielen Gästen ganz recht ist. Die kleinen Twists aus Miso, Mayo, Sake, Zitrusfrüchten, Chili und Co. finden sich bei Hauptgerichten wie Yakiniku Tori, in Miso mariniertem Huhn auf Eierreis, ebenso wie bei Lachs, King Prawns oder Rind vom Grill. Auch das Appetizer-Line-up ist ein Best-of dessen, was heutzutage läuft: Austern, Thunfisch-Lachs-Crudo, Tataki, Boeuf-Tatar, Carpaccio, Ceviche und natürlich Frittiertes wie Chicken Karaage.