Restaurant der Woche: »Koer«
Das »Koer« vereint moderne Marktküche und gesellige Bar in stilvollem Ambiente.
Paul Decker und Joshua Stagraczynski wurden von ehemaligen Kollegen als Geschäftspartner verkuppelt. Erstgenannter kochte zuletzt im saarländischen »Lumi«, Stagraczynski betreute zuvor die Gäste des Zwei-Sterne-Restaurants »bianc« und leitete die dazugehörige Tapas-Bar »pan con tomate«. Das »Koer« möchte eine Verbindung von Marktküche und geselliger Bar sein. Der Name ist aus dem Plattdeutschen entlehnt. Wir sitzen in bequemen Polstersesseln und entscheiden uns für das Neun-Gänge-Menü (115 Euro). Nach guten Snacks (Kartoffel-Tartelette, knusprige Käsebällchen) ist das pure, frisch gepresste Rapsöl zum Brot mit seinen nussigen Aromen ein erstes Wow-Erlebnis. Auf den soliden Saibling mit Spargel und Rhabarber-Vinaigrette folgen ein herausragender Tortellono mit Morchel-Trüffel-Füllung und ein ganzes, mit Duxelles gefülltes Exemplar des Frühlingspilzes. Ein würzig-süffiger Gang zum Schwelgen.
Bei der gut gebratenen Rotbarbe mit der etwas massig-sättigenden Weißfisch-Brandade sticht besonders positiv die »norddeutsche Mole« mit Haselnuss heraus. Viel Lob hat auch das Secreto vom Duroc-Schwein verdient: perfekt gegart mit aromatischem Fettanteil, dazu eine klassische Kalbsjus und ein frisches Kräuterpüree auf Topinambur-Basis. Die Frische ist es auch, die uns beim Kräutersorbet im Dessert gefällt. Unter anderem Sauerampfer, Rucola und Estragon sind deutlich herauszuschmecken und ergeben ein herrliches Eis, das den etwas blass wirkenden Kuchen daneben deutlich in den Schatten stellt. Der Service kann sich nicht ganz zwischen »Sie« und »Du« entscheiden, Aufmerksamkeit lässt er jedoch nie vermissen.
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