Restaurant der Woche: Tantris
Frankreichs Haute Cuisine, zeitgemäß interpretiert: »Tantris« in München.
Die redundante Namensgebung im umgebauten »Tantris« in München wirkt auf Außenstehende verwirrend, deshalb nochmals kurz zusammengefasst: Das gesamte Haus nennt sich »Tantris Maison Culinaire« und besteht aus drei Einzelkomponenten: der »Bar Tantris«, dem »Tantris DNA« und dem »Tantris«, in dem es ausschließlich Menüs gibt, mittags mit vier oder sechs Gängen, abends mit sechs oder acht.
Benjamin Chmura hat die Leitung der Küche inne, er und die »DNA«-Köchin Virginie Protat kennen einander aus gemeinsamen Zeiten am Institut Paul Bocuse. Zusätzlich – und das verdeutlicht den Anspruch des Hauses – steht beiden der Ducasse-Begleiter Matthias Hahn als »Executive Chef« zur Seite, und für die exzellente Weinberatung hat man mit Mathieu Mermelstein und Nicolas Spanier ebenfalls ausgewiesene Experten an Bord. Die Latte liegt also hoch – und Chmura liefert.
Wunderschön und wie ein Vorgriff auf seine Art, zu kochen, das Amuse Bouche, ein knuspriger Topinambur-Spekulatius, der die Entenleber-Perigord-Terrine umrahmt und von Entenconsommé ergänzt wird. Pure Eleganz auch die handgetauchte, zart glasige Jakobsmuschel aus der Bretagne, die Chmura nebst einem Blatt Wirsing und geschichtetem Trüffel in buttrigem Teig gart. Beeindruckend ist hier besonders das Zusammenspiel mit der Vin-Jaune-Sauce, deren Säurepunkt Chmura präzise herausarbeitet. Exzellent gelingt das Arrangement Kalbskopf mit Kalbsbries, kross ausgebacken in Panko und vorzüglich kontrastiert von weichen Shiitake-Pilzen. Das hohe Säurelevel der sämigen Königsberger Sauce bringt enorme Frische. Die konsequente Besinnung auf französische Haute Cuisine im Tantris – für Gourmets ein Hauptgewinn.
INFO
TANTRIS DNA
Johann–Fichte–Straße 7
80805 München
T: +49 89 3619590
tantris.de
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