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Sächsische Weinreise: Rund um Meißen

Sachsen
Wein
Deutschland

In Meißen offenbart die sächsische Weinstraße ihre ganze Vielfalt – zwischen traditionsreichen Weingütern, romantischen Hängen und der Porzellan‑ und Domstadt als kulturellem Herzstück.

Wenn man nur ein Weingut aus Sachsen kennt, dann ist es wohl Schloss Proschwitz. Das liegt nicht nur an der Größe – mit rund 70 Hektar gehört es zu den größten Betrieben der Region –, sondern auch an der beeindruckenden Lebensgeschichte von Georg Prinz zur Lippe. Er kaufte das einstige Familienweingut nach der Wende zurück – mit enormem persönlichen Einsatz und einem finanziellen Risiko, das man wohl nur eingeht, wenn einen die eigene Geschichte tief mit dem Ort verbindet. Gemeinsam mit seiner Frau baute er Schloss Proschwitz wieder auf.

Hier möchte man nicht nur ein »niedliches Schlösschen« sein, sondern auch Weine mit Anspruch erzeugen, wie Außenbetriebsleiter Björn Probst betont. Ein Aushängeschild ist der Weißburgunder, der hier auf Löss- und Granitböden im kühlen Klima eine bemerkenswerte Spannung entwickelt. »Wir lieben den kernigen Stil und die gesunde Säurestruktur, die sich über die Zeit harmonisch einbindet«, sagt Probst. Auch Spätburgunder, Rieslinge und gelegentlich entstehende Eisweine beeindrucken.

Ein weiterer Spitzenwinzer der Region ist Martin Schwarz, der 16 Jahre lang als Kellermeister den Aufstieg von Schloss Proschwitz mitgestaltet hat. Seit 2013 erzeugt er auf sechs Hektar eigene Weine. Besonders beeindruckend: sein Riesling von 90 Jahre alten Reben, die tief im kargen roten Granit der Lage Friedstein wurzeln.

Schloss Proschwitz (hier) und Weingut Schwarz. Gleich zwei Spitzen-Weingüter befinden sich in der Porzellanstadt Meißen. Dort kann man exzellente Rieslinge und feine Burgunderweine verkosten – und anschließend durch die sehenswerte Stadt bummeln.
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Schloss Proschwitz (hier) und Weingut Schwarz. Gleich zwei Spitzen-Weingüter befinden sich in der Porzellanstadt Meißen. Dort kann man exzellente Rieslinge und feine Burgunderweine verkosten – und anschließend durch die sehenswerte Stadt bummeln.

Alchemie und Porzellan

Anfang des 18. Jahrhunderts holte August der Starke den Alchemisten Johann Friedrich Böttger nach Dresden. Nach langwierigen Versuchen gelang Böttger 1708 die Herstellung des ersten europäischen Porzellans. Kurz darauf wurde die Porzellanmanufaktur Meissen gegründet – der Rest ist Geschichte. Ein Besuch in der Erlebniswelt der weltberühmten Meissener Porzellanmanufaktur lohnt sich – hier kann man den Künstlern über die Schulter schauen, etwa wenn sie filigrane Drachenmotive per Hand auf das edle Geschirr malen. Ein Bummel durch die kleinen Gassen von Meißen mit ihren Cafés, Weinbars und Geschäften rundet den Tag ab.

Abendessen mit Blick auf die Weinberge

Unbedingt empfehlenswert ist ein Abstecher nach Coswig. Dort begrüßen Martina, Katharina und Matthias Schuh ihre Gäste auf dem Familienweingut mit Restaurant, Vinothek und Pension. Matthias Schuh zählt zu den aufstrebenden Jungwinzern, seine Weine stehen für modernen, naturnahen Weinbau. Sein Motto: »Wein ohne Wenn und Aber«. Aus der Monopollage Klausenberg direkt hinter dem denkmalgeschützten Gehöft überzeugen vor allem Weiß- und Grauburgunder. Das Sortiment wird durch feine Scheureben und für Sachsen erstaunlich viel Rotwein ergänzt.


Romana Echensperger
Romana Echensperger
Wein-Chefredakteurin Deutschland
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