Sächsische Weinreise: die Landeshauptstadt im Mittelpunkt
Als sächsische Landeshauptstadt ist Dresden eine Kulturmetropole in der barocke Architektur, zeitgemäße Impulse und gewisse Weinkenntnis eine eindrucksvolle Einheit bilden.
Dresden ist der ideale Ausgangspunkt für diese Weinreise. Nicht nur wegen seiner Nähe zu den Weingütern, sondern auch, weil die Stadt selbst so viel zu bieten hat. Ob ein Spaziergang am Elbufer, ein Stadtbummel durch die Altstadt, ein Besuch in einer der vielen Weinbars oder ein Konzertbesuch – Dresden bietet für jeden Geschmack das richtige Abendprogramm, für das man nach einem erlebnisreichen Tag kein Auto mehr braucht. Für die Übernachtung empfiehlt sich ein charmantes Boutiquehotel oder eines der stilvollen, zu Hotels umgebauten Palais der Stadt.
Elbflorenz bestaunen
Dresden wird nicht ohne Grund als »Elbflorenz« bezeichnet. Während Florenz seine Blütezeit in der Renaissance erlebte, entstand Dresdens Pracht vor allem im Barock, inspiriert von der italienischen Baukunst. Viele der Architekten, die das Stadtbild prägten, lebten und studierten zuvor in der Toskana. Kunstliebhaber kommen in Dresden ohnehin voll auf ihre Kosten – ein absolutes Highlight ist die Gemäldegalerie »Alte Meister« – idealer Programmpunkt auch für regnerische Tage.
Wein, Kunst und Pioniergeist
Ein echtes Schmuckkästchen ist das Weingut Zimmerling, idyllisch gelegen am Stadtrand, umgeben von Weinbergen. Ein Kultbetrieb, nicht zuletzt, weil der sympathische Winzer zu den Pionieren der Region zählt. Der ehemalige Maschinenbauingenieur kelterte bereits zu DDR-Zeiten Wein. »Wein wurde immer als göttliches Getränk bezeichnet, aber was es hier zu kaufen gab, hat nicht so geschmeckt«, erzählt Klaus Zimmerling. Seinen ersten Wein stellte er damals aus Tafeltrauben her, die er im Obstladen kaufte. 1987 konnte er schließlich seine ersten Riesling-Reben pflanzen, die er aus Tschechien importierte. Seit 1992 besteht das Weingut, und seit 2020 ist es offiziell biozertifiziert. Auch hier war der leidenschaftliche Winzer seiner Zeit voraus. Besonders empfehlenswert sind die Weine aus der Lage Pillnitzer Königlicher Weinberg, vor allem Traminer, Muskateller und Riesling.
Die Weine sind nicht nur wegen ihrer herausragenden Qualität bekannt, sondern auch wegen der kunstvoll gestalteten Etiketten, die seine Frau, die renommierte Skulpturenkünstlerin Malgorzata Chodakowska, entwirft. Auch deshalb lohnt sich ein Besuch vor Ort: Die anmutigen Werke Chodakowskas sind im Skulpturengarten rund um die Vinothek zu bewundern. Nach der Weinprobe empfiehlt sich ein Spaziergang durch den Garten – er macht diesen Ort so einzigartig.
Eintauchen in Dresdens Genusswelt
Einen »Sundowner« könnte man in der Herz American Bar genießen, eine der besten Bars der Stadt. Für das Abendessen bieten sich zahlreiche Restaurants an – von Sternelokal bis Weinstube. Danach kann man an der Uferpromenade schlendern und das besondere Flair der Stadt genießen.