Severin Cortis Küchenzettel: Bacon Pancake Dippers
Bacon Pancake Dippers mit dunklem Ahornsirup, oder: Das Frühstück als Vorwand, ganz sündhaft köstlich in den Tag zu starten.
Natürlich ist es pure Frivolität, sich schon zum Frühstück mit fluffigen Pancakes, knusprigem Speck und dunklem Ahornsirup zu verwöhnen: So in den Tag zu starten, ist eigentlich nur Holzfällern, Lachsfischern und anderen Cowboys erlaubt, die der Neuen Welt ab dem frühen Morgen den sprichwörtlichen Haxen auszureißen gedenken. Andererseits: Man gönnt sich ja sonst nix. Und die Motivation, auch am Wochenende in die Laufschuhe zu steigen, kommt auch nicht von irgendwo.
Außerdem ist die Kombination aus salzig, süß und zart rauchig, aus knusprig und flauschig einfach zu gut, um sie nur den Pionieren des hohen Nordens und weiten Westens zu überlassen. Ein Vorschlag zur Güte: Spät frühstücken und dafür den Lunch auslassen – das rückt dieses Schwerarbeiter-Mahl fast schon in vernunftnahe Gefilde, speziell wenn man eine Schüssel herbe Heidelbeeren an der Seite hat. Das dunkel würzige Aroma des Ahornsirups passt ideal dazu.
Pancake Dippers sind flauschig weiche, außen zart knusprige Pfannkuchen, die rund um den Speck gebacken werden. Sieht nicht nur besonders gut aus, sondern hat auch den angenehmen Effekt, als Fingerfood zu taugen – ideal, um etwa gleich im Bett vernascht zu werden. In Kanada ist Ahornsirup dazu Pflicht, die Dippers werden vor dem Abbeißen ganz einfach in eine Schale mit dem süßen, tief aromatischen Gold getaucht.
Wer es richtig pikant mag, lässt sich zu »Hot Maple Syrup« verführen – ähnlich wie bei »Hot Honey«, mit dem in Amerika seit ein paar Jahren von Sandwiches über Grillhuhn bis zu Donuts und eben Pancakes fast alles einen unendlich süßen, scharfen Kick bekommt, wird der Sirup dafür mit frischem Chili (oder auch bloß mit Chiliflocken und Cayennepfeffer) erhitzt und nach dem Abkühlen gefiltert. Die Süße des Ahornsaftes bekommt dadurch eine neue, unerwartete Dimension und, zusätzlich zur milden Hitze, auch eine ganz eigene Würzigkeit. Ist, gerade zum Frühstück, ganz sicher nicht jedermanns Sache – allerdings wird, wer es jedoch einmal gekostet hat, ganz erstaunlich schnell »gehooked«.
Wenn Sie es einmal probieren wollen: Geht wirklich einfach. 250 ml Ahornsirup mit einer in Ringe geschnittenen Chili und einem Teelöffel Chiliflocken erhitzen, salzen und abkühlen lassen. Dann durch ein feines Sieb abgießen und bis zu zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Richtig heiß – und finger-lickin’ good noch dazu!