Stephen Kent tischt auf! Das gab es beim »perfekten Dinner« noch nie
Seit 20 Jahren lädt »Das perfekte Dinner« zum kulinarischen Kräftemessen. Doch auf diese Idee kam bislang keiner der Kandidaten. Stephen Kent präsentiert neben seinem Menü passende Kunst – schließlich isst das Auge mit.
Über zwei Jahrzehnte serviert uns der Privatsender »VOX« werktäglich von 19:00 bis 20:15 Uhr »Das perfekte Dinner« – direkt vor der Prime Time. Doch der eigentliche Showdown spielt sich genau in diesem Zeitfenster in den Küchen der Kandidat:innen ab. Nicht umsonst ist das Format derart beliebt: Quotenstarke Folgen werden im Durchschnitt von rund einer Million Menschen gesehen.
Das Konzept ist nach wie vor simpel und basiert auf dem britischen Vorreiter »Come Dine with Me«. Fünf Kandidat:innen kochen an fünf Abenden je drei Gänge und bewerten diese gegenseitig nach Geschmack, Atmosphäre und Gastgeberqualitäten. Gesehen haben die Zuschauer:innen vor den Bildschirmen bereits alles – vom perfekten Filet bis zum Eis aus der Packung. Um herauszustechen, sind längst nicht nur hervorragende Kochkünste gefragt, sondern auch Kreativität – und das hat sich Kandidat Stephen Kent zu Herzen genommen.
Kochkunst trifft auf bildende Kunst
Geplant war Stephen Kents Teilnahme eigentlich nicht. Der gebürtige US-Amerikaner wurde von einer Freundin angemeldet. »Ich hatte die Sendung früher mal mit meiner Partnerin gesehen, aber nie wirklich verfolgt – ich habe gar keinen Fernseher zu Hause«, erzählt Kent. Dennoch sagte er zu – aus Neugier, aber auch mit einem tieferen Impuls: »Ich dachte, das wäre ein kleines Abenteuer. Außerdem war es eine Gelegenheit, mein zehnjähriges Leben in Deutschland zu feiern und zu zeigen, wie man sich als Immigrant in den Alltag integrieren kann.«
Die Dreharbeiten fanden im Juli in seiner Wohnung in Kreuzberg statt. Ausgestrahlt wird Kents Dinner am Donnerstag, dem 9. Oktober und die Folge könnte ein echter Hingucker werden. Denn nun zum Twist: Stephen Kent ist Künstler und nutzt die TV-Plattform, um seine Wohnung kurzerhand in eine kuratierte Kunstgalerie zu verwandeln – eine »perfekte Ausstellung« im Rahmen des »perfekten Dinners«. Gezeigt werden Werke von Ólafur Elíasson, Dennis Buck, Shannon Bool und natürlich von Kent selbst. Ein ausgedruckter Raumplan seiner Wohnung führt die Gäste zu den Exponaten – eine Geste, wie man sie sonst eher aus Galerien kennt.
Kunst geht durch den Magen
Auch das Geschirr, auf dem Kent seine Speisen serviert, stammt aus seiner eigenen Hand. Getöpfert und glasiert – ein Statement für die handwerkliche Verbindung von Kunst und Kulinarik. Denn für ihn ist beides eng miteinander verknüpft. »Ich war immer ein Träumer und habe daran geglaubt, dass Menschen gemeinsam Utopien erschaffen können«, sagt Kent. »Viele Künstlerbewegungen haben das versucht, aber oft kommt der Kopf dazwischen. Essen trifft dagegen direkt ins Bauchgefühl. Es ist kreativ, vergänglich und selbstlos. Diese Qualitäten finden sich auch in der Kunst wider, nur brauchen sie dort oft länger, bis sie ankommen.«
Kent präsentiert also seine Kunst leicht bekömmlich, indem er alle Sinne anregt. Doch was er tatsächlich mit seiner Teilnahme bei den Menschen vor den Bildschirmen erreichen möchte, klingt erstmal viel bodenständiger: »Ich hoffe, die Zuschauer können vor allem lachen«, meint Kent. »Die Welt braucht mehr Humor. Und außerdem wünsche ich mir, dass sie einen kleinen Einblick darin bekommen, dass Künstler:innen ganz normale Menschen sind – mit ungewöhnlichen Sorgen vielleicht, aber wir haben mehr gemeinsam, als man denkt.«