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Das Winzerdorf Salgesch im Oberwallis muss jeder Liebhaber von Schweizer Weinen einmal im Leben besucht haben.

Das Winzerdorf Salgesch im Oberwallis muss jeder Liebhaber von Schweizer Weinen einmal im Leben besucht haben.
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Weinreise durchs Wallis

Wein
Wallis
Schweiz

Das Wallis ist Wein- und Ferienregion in einem: Das Alpental verwöhnt Weinreisende fast ganzjährig mit besten Bedingungen. Ein besonderes Highlight ist ein Besuch während der «Offene Weinkeller im Wallis»-Tage, die im Frühling und im Herbst stattfinden.

Das Wallis ist gleichzeitig die grösste Weinregion und die grösste Tourismusregion der Schweiz – es ist also fast schon logisch, dass man die beiden Dinge hier prima verbinden kann. Viele der rund 370 Weinproduzenten im Wallis sind ganzjährig auf Besucherinnen und Besucher eingerichtet. Sie bieten Verkostungen, Kellerbesichtigungen, Rebbergsbegehungen und natürlich Einkaufsmöglichkeiten an.

Für Weinreisende besonders lohnend ist ein Besuch der Region während der vielen Veranstaltungen im Zeichen des Weins. Teil einer der legendären «Tavolatas» in den Weinbergen zu sein, ist ein prägendes Erlebnis. Besonders lohnenswert ist ein Besuch auch während der Tage «Offene Weinkeller des Wallis» – die hier zweimal stattfinden: einmal im Mai und ein zweites Mal ab Oktober! Zwischen 18. Oktober und 21. Dezember 2025 öffnen rund 110 Weingüter an verschiedenen Daten ihre Keller für das Publikum.

Die Zeit dafür ist perfekt: Der neue Weinjahrgang bietet jetzt im Herbst und frühen Winter viel Gesprächsstoff und wer Glück hat, kann gereifte Weine, wie Rotweine aus dem Barrique, verkosten. Mehr Infos findet man auf der Website des Anlasses. Nicht alleine der Wein, sondern vor allem die legendäre Gastfreundschaft der Walliserinnen und Walliser ist an diesen Tagen allgegenwärtig.

Raritäten in Kellerstuben

Ein besonderes Erlebnis und eine Eigenheit der Region ist eine Verkostung in einem Carnotzet. Die urigen Kellerstuben sind ein Symbol für die Walliser Weinkultur und die erwähnte Gastfreundschaft. Während sie traditionell nur für geladene Gäste vorgesehen waren, gibt es heute viele Weingüter, die sie als öffentlichen Verkostungsraum nutzen. Übrigens sind diese Stuben nicht nur ein weintouristisches Highlight, auch viele Privathäuser verfügen heute noch über ihre eigenen Carnotzets für gemütliche Stunden.

Eine Eigenheit des Walliser Weinkosmos ist die Vielfalt der Traubensorten und Spezialitäten – man findet hier gar Weine, die man sonst nirgendwo kriegt. Traubensorten wie die weisse Traube Petite Arvine oder die rote Cornalin sind echte Raritäten und nur im Wallis heimisch. Gerade die Sorte Petite Arvine mit ihrem charakteristischen salzigen Abgang versuchte man aufgrund ihrer Vorzüge auch wiederholt andernorts zu pflanzen, doch nur im Wallis fühlt sie sich wirklich wohl.

Exot Gletscherwein

Während die Weine aus autochthonen Sorten im Wallis oft Gewächse von Weltformat hervorbringen, gibt es hier auch echte Exoten zu kosten – allen voran den sogenannten «Gletscherwein». Ein oxidativ im Holzfass ausgebauter Weisswein, der mit seiner nussig-pilzigen Art stark an einen trockenen Sherry erinnert. Spannend dabei: Der Wein ist praktisch nur Weinfans vorbehalten, die zu ihm fahren. Das Original aus dem hochalpinen Dorf Grimentz wird nämlich nicht in Flaschen abgefüllt und kann nur direkt ab Fass im Keller des Bürgerhauses von Grimentz verkostet werden – und das nur während zwei Zeiträumen im Jahr. Der Zeitraum vom 6. bis 20. Oktober deckt sich teilweise mit den Tagen der «Offenen Weinkeller». Ein weiterer Grund, den Walliser Weinbauern im Oktober einen Besuch abzustatten.

Die Region von Grimentz – wie viele andere Regionen des Wallis – bietet nicht nur viel Genuss, sondern auch actionreiche Abwechslung. Ob Wandern, Skifahren oder Mountainbiken – das nächste Highlight für Outdoorfans ist in diesem Alpental nie weit. Genauso wie die nächste Gelegenheit für eine Einkehr.

Urige Genüsse

Der Wein und das Wallis sind eng miteinander verbunden, praktisch jede Familie hegt eigene Reben oder ist mit Menschen aus der Weinproduktion befreundet. Logisch auch, dass die Kulinarik eng mit dem Wein verbunden ist.

Das Paradebeispiel ist das Walliser Raclette, das ohne ein Glas Chasselas – respektive Fendant, wie der Wein hier genannt wird – fast unvorstellbar ist. Ein weiteres wäre das Walliser Trockenfleisch, das mit dem Dôle herrlich harmoniert – genauso wie das urige Roggenbrot, das hier zum Alltag gehört. Exotischere Spezialitäten, die hervorragend zu Wein munden, sind etwa der Gemüsekuchen Gommer Cholera oder Kreationen mit dem regionalen Munder Safran, der mit der erwähnten Sorte Petite Arvine geniale Kombinationen eingehen kann.

Die Gastronomie im Wallis hat längst erkannt, dass der regionale Wein auch für sie ein echter Benefit ist – während man in anderen Teilen der Schweiz oft wenige regionale Weine auf den Karten sieht, ist er hier Standard – und das ungeachtet davon, auf welchem Niveau sich das besuchte Lokal befindet.

© Stefanie Hilgarth / carolineseidler.com

Benjamin Herzog
Benjamin Herzog
Chefredaktion Schweiz
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