Wo Spitzenkoch Johannes Nuding in Tirol essen geht
Johannes Nuding hat alles erreicht, was man als Koch erreichen kann. Falstaff hat er verraten, wo er in seiner Freizeit selbst gerne einkehrt.
Falstaff: Ist das ein kulinarischer Schock, wenn man von London nach Hall in Tirol zieht?
Johannes Nuding: Überhaupt nicht! Klar, in London gibt es viele großartige Sachen und wirklich von allem was – aber damit auch sehr viel Schlechtes. Oft hat man dort auch den Eindruck, Lokale sind nur für Instagram gemacht. Bei uns gibt es vielleicht weniger Angebot, aber dafür ist vieles fokussierter, und wenn du ein bissl suchst, findest du alles, was du willst. Ich könnt nicht sagen, was besser ist.
Was ist denn Ihr Lieblingslokal in Hall?
Die »Bretze«! Ein Supergasthaus, gibt's schon ewig (seit 1860, Anm.), ein bissl weg vom Schuss, hat aber den Sprung in die Moderne geschafft. Der Kurt, der Besitzer, steht selbst in der Küche, bäckt sein eigenes Brot und kocht mit viel Liebe und Leidenschaft gutbürgerliches Essen. Es gibt ein bissl ungewöhnliche Sachen, geschmortes Kaninchen zum Beispiel, und trotzdem ist auch das Schnitzel richtig super.
Was essen Sie dort am liebsten?
Kommt drauf an. Das letzte Mal hatte ich ein Ragout vom Tiroler Lamm, mediterran gemacht mit Oliven und Nudeln. Es war herrlich. Das Ambiente ist übrigens auch super. Künstler konnten dort früher immer mit Bildern für das Essen oder die Übernachtung zahlen. Einige von denen wurden dann ziemlich berühmt – und die tolle Sammlung hängt heute in zwei der Stuben.
6060 Hall in Tirol
Österreich