Es war einmal ein Wirtsehepaar namens Essig, das seit den Achtzigern des vorigen Jahrtausends in Linz für exzellente Küche sorgte – erst in ihren zwei »Vogelkäfig«-Restaurants und ab 2010 dann im »Essig’s« im extravagant gestylten früheren Tanzlokal »Froschberg Rondeau«. Ende 2025 hörten die Essigs nach aufregenden 38 Gastronomie-Jahren auf. Nun übernahm der junge Wirt Thomas Huber die Lokalität zusätzlich zu seiner »Huberei« in der Innenstadt. Huber war hier einst schon mal in Diensten, der nur nüchtern aussprechbare Name »zamzamzam« soll das abseits der City gelegene Restaurant als Ort der Begegnung definieren und mit einem Konzept ohne Schwellenangst und Allüren jüngere Leute anlocken. So hält sich die Küche an Klassiker, die in höchst solider Qualität aufgetragen werden. Bei Kalbsbries, gebacken mit Kartoffel-Vogerlsalat und Kernölmayo, ist selbst die kleinere Vorspeisenportion eine kaum bewältigbare Sache. Der sehr mild gewürzten Lachsterrine verleiht der Rhabarber-Fenchelsalat in herbem Rhabarber-Orangen-Basilikum den nötigen Pep. Auf das Vorhandensein klassischer Krautfleckerl mit Röstzwiebel und Salat kann man sich verlassen – die hält Huber für quasi systemrelevante Grundversorgung. Hervorragend – Schokoladen-Allerlei mit Himbeere und knusprigen Schwarzbrot-Stücken. Ein Aviso für Weinfreaks: Huber konnte den exzellent bestückten Weinkeller übernehmen. Die Folge: unvermutete Schätze, teils mit dem Vermerk »letzte Flasche«, zu erstaunlichen Konditionen. Sassicaia aus neun Jahrgängen. Rare Krug-Editionen. Gereifte Wachauer und allerlei aus Bordeaux. Weinaffine Linzer mögen Teile der Karte schon »geplündert« haben. First come, first served.