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Appetitlosigkeit im Sommer – so können Sie damit umgehen

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Wenn die Temperaturen steigen, sinkt bei vielen Menschen der Appetit. Wir erklären, was genau dahintersteckt und wie Sie trotz Hitze gut versorgt bleiben.

Der Teller bleibt halb voll, das Mittagessen fällt aus, und selbst der Lieblingssnack lockt nicht mehr: Appetitlosigkeit an heißen Sommertagen ist ein Phänomen, das fast jeder kennt. Wer sich deswegen sorgt, kann meist aufatmen, denn hinter dem fehlenden Hungergefühl steckt in der Regel keine Erkrankung, sondern ein cleverer Anpassungsmechanismus des Organismus. Wissenschaftlich ist inzwischen recht genau erforscht, warum das so ist, und was helfen kann, den Körper trotzdem ausreichend mit Energie und Flüssigkeit zu versorgen.

Warum der Körper bei Hitze weniger Hunger meldet

Ein internationales Team unter Leitung der MedUni Wien hat gemeinsam mit der Yale University School of Medicine 2024 erstmals den neuronalen Signalweg entschlüsselt, der die Nahrungsaufnahme bei Hitze bremst. Die Studie zeigt: Im Mausmodell aktiviert Hitze spezielle Zellen im Nucleus parabrachialis, jenem Hirnareal, das Temperaturreize verarbeitet. Diese Zellen senden Signale in den Hypothalamus, wo die Nervenzellen sitzen, die eigentlich zur Nahrungssuche anregen. Dort wird über die Freisetzung eines Wachstumsfaktors gezielt deren Aktivität gehemmt. Studienleiter Tibor Harkany vom Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien betont: Der entdeckte Signalweg zeige, dass Hitze – anders als bisher angenommen – nicht das Sättigungsgefühl beeinflusst, sondern über einen Wachstumsfaktor gezielt jene Gehirnzellen hemmt, die zur Nahrungssuche anregen.

Zusätzlich sinkt bei hohen Außentemperaturen der Grundumsatz, weil der Körper weniger Energie für die eigene Wärmeproduktion braucht: Auch das dämpft das Hungergefühl.

Bei vielen Menschen setzt bei Hitze das Hungergefühl aus – das hat einen biologischen Hintergrund.

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Wann die Appetitlosigkeit unbedenklich ist

Gelegentliche, auf heiße Tage begrenzte Appetitlosigkeit ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. Anders sieht es aus, wenn sie über Wochen anhält, mit deutlichem Gewichtsverlust, Schwindel, Kreislaufproblemen oder starker Erschöpfung einhergeht. In solchen Fällen sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine Dehydration, ein Mineralstoffmangel oder eine andere Ursache dahintersteckt, insbesondere bei älteren Menschen, die laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Hitzestress besonders anfällig sind, da mit dem Alter auch das Durstempfinden nachlässt.

So essen Sie trotzdem richtig bei Hitze

Statt sich zum Essen zu zwingen, empfiehlt sich ein Wechsel der Strategie: mehrere kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt statt drei üppiger Hauptmahlzeiten. Das österreichische Gesundheitsportal rät zu Obst und Gemüse mit hohem Wasseranteil wie Gurken, Tomaten oder Melonen sowie zu kalten Suppen und Salaten, da schweres, fettiges Essen bei hohen Temperaturen eine zusätzliche Belastung darstellt. Auch die DGE empfiehlt bei Hitze wasserreiche Speisen wie Suppen, Salate, Obst oder Joghurt, da diese zusätzlich zur Flüssigkeitsversorgung beitragen. Wer schwitzt, verliert über den Schweiß vor allem Natrium und Chlorid. Für gesunde Menschen mit normaler Ernährung reicht laut DGE der Ausgleich über die tägliche Kost meist aus, spezielle Elektrolytgetränke sind nur bei intensiver körperlicher Belastung oder starkem Schwitzen notwendig.

Trinken nicht vergessen

Da bei Hitze das Durstgefühl oft erst spät einsetzt, ist regelmäßiges Trinken wichtiger als das reine Hungergefühl. Die DGE empfiehlt eine einfache Faustregel: tagsüber etwa alle ein bis zwei Stunden ein Glas Wasser, auch ohne akutes Durstgefühl. Geeignet sind vor allem Leitungs- und Mineralwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Zuckerhaltige Getränke und Alkohol belasten den Kreislauf bei Hitze zusätzlich. So lässt sich der fehlende Appetit gut kompensieren, ganz ohne sich zum Essen zwingen zu müssen.

Jessica Haberl
Autor
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