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Retro-Rebellion: Nostalgie-Tech erobert die Gen Z

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Kabelkopfhörer auf TikTok, Polaroid-Kameras im Dauertrend und jetzt auch noch High-Tech Klapphandys: Die Jugend von heute holt sich die Technik von gestern zurück.

Kabelgebundene Kopfhörer, analoge Sofortbildkameras und Klapphandys galten lange als überholt – Relikte einer Zeit vor Bluetooth, Smartphone-Kamera und Touchscreen. Ausgerechnet junge Menschen, die diese Ära oft nie selbst erlebt haben, holen sich diese Technik nun zurück. Hersteller bringen wieder Klapphandys auf den Markt, wenn auch mit aktueller High-Tech-Ausstattung, und Digitalkameras aus den frühen 2000ern werden zum begehrten Sammlerstück. Grund genug, genauer hinzuschauen, woher dieser Nostalgie-Trend kommt und warum ausgerechnet jetzt so viele Menschen zur Technik von gestern greifen.

Die Gen Z liebt alles, was nostalgisch ist – eine Ode an ihre Kindheit?

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Kabel-Kopfhörer: Mehr als ein Modetrend?

Auf Instagram und TikTok präsentieren sich unter anderem Bella Hadid, Ariana Grande, Harry Styles, Charli XCX und Kaia Gerber mit klassischen, kabelgebundenen Kopfhörern statt kabellosen Modellen. Dass es sich dabei nicht nur um ein Social-Media-Phänomen handelt, zeigen die Verkaufszahlen aus den USA: Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Circana wuchsen die Umsätze mit kabelgebundenen Kopfhörern 2025 nach fünf Jahren Rückgang erstmals wieder, in der zweiten Jahreshälfte um 10 Prozent, in den ersten sechs Wochen 2026 sogar um 20 Prozent.

Grund dafür könnte auch ein Gesundheitsaspekt sein: Anders als kabelgebundene Kopfhörer senden Bluetooth-Geräte hochfrequente elektromagnetische Felder aus, die die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) bereits 2011 als »möglicherweise krebserregend« einstufte. Laut Dr. Sarah Drießen vom Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit der Uniklinik Aachen gab es dafür damals zwar begrenzte, aber keine abgesicherten Hinweise. Thomas Zwick, Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik und Elektronik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sieht keine Bedenken: »Die Auswirkung elektromagnetischer Strahlung im Mikrowellenbereich wurde in vielen Studien und Versuchen untersucht, aber bisher ohne einen Nachweis für Erkrankungen beim Menschen bei Einhaltung der Grenzwerte.« Wer also aus Sorge vor Strahlung zum Kabel greift, tut das eher aus Vorsicht.

Digicams & Polaroid-Kameras

Am längsten hält sich die Sehnsucht nach analoger Technik bei Kameras. Sofortbildkameras erleben schon seit über einem Jahrzehnt ein Revival: Für viele junge Fotograf:innen sind Filmkameras oder Sofortbildkameras inzwischen ein eigenständiges kreatives Medium, das bewusst mit Zufall und Unperfektion spielt.

Parallel dazu boomen einfache Digitalkameras aus den frühen 2000er-Jahren, im Netz »Digicams« genannt. Fotos im typischen Digicam-Look sind im Trend: hartes Blitzlicht, leichte Körnung und die charakteristischen, satten Farben alter CCD-Sensoren, die bewusst nichts mit der glatten, algorithmisch optimierten Bildsprache moderner Smartphone-Kameras zu tun haben wollen. Was beide Formate verbindet, ist genau dieser Verzicht auf Perfektion: Ein Foto, das ein bisschen schief, überbelichtet oder körnig ist, wirkt für viele echter und emotionaler als ein technisch makellos bearbeitetes Instagram-Bild. Genau das macht für eine junge Generation den Reiz aus, die mit Photoshop-Perfektion und Filtern aufgewachsen ist.

Digicam. Die »INF Digitalkamera« verfügt über eine leistungsstarke 44MP-Bildauflösung und eine 1080P-Videoaufnahmefunktion.

Um € 38,- über mediamarkt.at

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Retro-Vibes. Die »Polaroid Go Instant Camera Generation 3« ist die kleinste Instant-Kamera der Welt und ist ausgestattet mit Selfie-Spiegel, Selbstauslöser und Doppelbelichtungsmodus.

Um € 90,- über polaroid.com

Foto beigestellt

Wie ernst Hersteller den Retro-Trend inzwischen nehmen, zeigt sich am deutlichsten bei den faltbaren Smartphones selbst, sogenannten »Flip-Phones«. Erst am 22. Juli 2026 stellte das Unternehmen auf dem Galaxy Unpacked-Event in London die achte Generation seiner Z-Serie vor, darunter das neue Galaxy Z Flip8. Mit 180 Gramm Gewicht und 6,1 Millimetern Dicke im aufgeklappten Zustand ist es das bislang dünnste und leichteste Flip-Modell des Herstellers. Das Gerät setzt gezielt auf die Klapphandy-Ästhetik als Ausdrucksmittel: Laut Samsung dient das erweiterte Außendisplay, das sogenannte FlexWindow, nicht nur der schnellen Informationsanzeige, sondern auch als Bühne für Selfie-Videos und individuelle Gestaltung, ganz ohne das Gerät aufzuklappen.

Flip-Evolution. Das »Galaxy Z Flip8« ist als bisher dünnstes und leichtestes Flip mit einer leistungsstarken FlexCam und einem optimierten Frontdisplay asgestattet.

Ab € 1299,- über samsung.com

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Jessica Haberl
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