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So vermitteln Sie ihren Kindern ein positives Körpergefühl und gesundes Essverhalten

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Immer mehr Eltern setzen beim Essen auf Vertrauen statt auf Zwang. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wo Familien heute stehen und was Expert:innen Eltern raten.

Wie Kinder essen und wie sie ihren eigenen Körper wahrnehmen, hängt eng zusammen, und beides wird heute stärker hinterfragt als noch vor einer Generation. Eine repräsentative Umfrage von Thermomix Österreich mit dem Marktforschungsinstitut TQS unter 1.000 Österreicher:innen zeigt: Traditionelle Erziehungsregeln wie der Tellerzwang verschwinden zunehmend aus dem Familienalltag, gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Rolle sozialer Medien beim Körperbild von Kindern.

Die Dynamik von Eltern und Kinder ändert sich gerade, wenn es um das Essverhalten geht: Das zeigt eine Studie von Thermomix Österreich und dem Marktforschungsinstitut TQS.

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Vertrauen statt Zwang am Esstisch

Die Umfrage aus dem Juni 2026 zeichnet ein klares Bild: 93 Prozent der Eltern geben an, dass ihre Kinder nicht mehr aufessen müssen, wenn sie satt sind. Auch bei der Portionsgröße setzen 92 Prozent der Familien auf Eigenverantwortung und lassen Kinder selbst entscheiden, wie viel sie essen möchten. Diese Entwicklung deckt sich mit dem, was Ernährungspsycholog:innen seit Langem empfehlen: Hunger- und Sättigungssignale von Kindern sollten respektiert statt überschrieben werden, da Kinder von Geburt an ein intuitives Gespür dafür mitbringen, wie viel und wann sie essen möchten.

Positives Körpergefühl braucht mehr als gutes Essen

Neben dem Essverhalten selbst rückt zunehmend das Körpergefühl der Kinder in den Fokus. Laut Umfrage ermutigen 89 Prozent der Eltern ihren Nachwuchs aktiv, positive Eigenschaften am eigenen Körper zu erkennen, und ebenso viele bemühen sich, einen gesunden Umgang mit Ernährung vorzuleben. Rund zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) achten bewusst darauf, den eigenen oder fremde Körper vor den Kindern nicht zu kommentieren – ein Punkt, den auch Fachleute aus der Essstörungsprävention immer wieder betonen: Kinder übernehmen oft unbewusst, wie ihre Eltern über Körper sprechen und denken, noch bevor sie eigene Maßstäbe entwickeln.

Social Media als blinder Fleck

Eine Lücke zeigt sich jedoch bei der Wahrnehmung sozialer Medien. Fast jede zweite befragte Person (44 Prozent) nimmt deren Einfluss auf das Körperbild des eigenen Kindes wahr. Während rund 60 Prozent der Eltern angeben, das Gespräch darüber aktiv zu suchen, berichten nur 34 Prozent der Kinder von sich aus über Körperbilder oder Inhalte aus sozialen Medien. Nur 28 Prozent der Eltern glauben zudem, dass sich ihr Kind mit Personen aus sozialen Medien vergleicht: Ein Wert, der laut Studien zur Wirkung visueller Medien auf das Körperbild vermutlich zu niedrig angesetzt ist, da Vergleichsprozesse oft unbewusst ablaufen und Kindern selbst nicht immer bewusst sind.

Tipps aus der Wissenschaft: Was Eltern konkret tun können

Wie Eltern diese Lücke schließen können, dazu forscht auch Dr. Julia Reichenberger, Senior Scientist am Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg. Sie beschäftigt sich unter anderem mit emotionalem Essverhalten und den Auslösern von Überessen bei Kindern und Erwachsenen. Wir haben sie nach konkreten Empfehlungen gefragt, wie Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können, ein gesundes Verhältnis zu Essen und Körper aufzubauen.

Dr. Julia Reichenberger

Dr. Julia Reichenberger ist Senior Scientist am Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg und Mitglied des Eating Behavior Laboratory. Sie promovierte 2017 an der Universität Salzburg und war anschließend Postdoc im ERC-Projekt »NewEat«. Seit 2019 forscht sie in ihrer aktuellen Position schwerpunktmäßig zu Essverhalten – etwa zu Auslösern von Überessen und Essanfällen wie Emotionen, Stress oder Craving – sowie zu Angst vor negativer und positiver Bewertung im Kontext sozialer Angststörungen.

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falstaff HappyLife: Welche Tipps würden Sie Eltern geben, um ihren Kinder ein positives Körpergefühl zu vermitteln?

Dr. Julia Reichenberger: Es ist es wichtig, dass Ihr Kind lernt seinen Körper vor allem für das wertzuschätzen, was er kann und ihm ermöglicht. Kommentieren Sie zum Beispiel: »Wow! Wie toll dich deine Beine durch die Wanderung getragen haben! Wie hast du denn von dort gerochen, dass es hier Pizza gibt? So eine super Nase!«

Kommentare zum Aussehen sind nicht verboten, aber besser als allgemeine Sätze wie »Du bist aber hübsch« ist etwas Spezielleres, was ihrem Kind vermittelt, dass es einzigartig schön ist. Zum Beispiel, wie toll Sie die kringelnden Locken, das kecke Grinsen oder ein besonderes Muttermal finden.

Welche Tipps würden Sie Eltern geben, um ihren Kinder ein gesundes Essverhalten zu vermitteln?

Dr. Julia Reichenberger: Es gibt kein per se gesundes und ungesundes Essen, sondern die Ausgewogenheit zählt. Vermitteln Sie Ihrem Kind daher nicht, dass bestimmte Nahrungsmittel verboten sind, sondern machen Sie Alternativen einfach verfügbar. Stellen Sie daher den mundgerecht geschnittenen Obstteller oder die bereits gewaschenen Cocktailtomaten auf den Tisch.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Kind wenn es bestimmte Lebensmittel vermeidet oder sehr strenge Essensregeln zu haben scheint. Versuchen Sie herauszufinden, woran das liegt: Folgt es gerade einem Ernährungstrend der sozialen Medien? Hat es bestimmte Ängste, Sorgen oder unrealistische Überzeugungen bei bestimmten Lebensmitteln? Wenn Sie merken, dass Ihr Kind droht in eine Essstörung zu rutschen, zum Beispiel auch außergewöhnlich schnell oder viel Gewicht ab- oder zunimmt, suchen Sie gemeinsam eine Psychotherapeut:in auf.

Versuchen Sie Ihrem Kind eine Nahrungsaufnahme gemäß Hunger und Sättigung zu vermitteln und vorzuleben. So kann es helfen, mit dem Kind gemeinsam zu erforschen, warum es gerade jetzt etwas Essen möchte. Ist es wirklich hungrig? Oder hatte es vielleicht Streit mit einem Klassenkameraden und sucht jetzt Trost? Oder ist ihm vielleicht langweilig und es sucht gerade eine Beschäftigung? Oder ist es bei Ihnen Gang und Gebe, dass die Tellerportion aufgegessen werden soll?


Jessica Haberl
Autor
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