Peter Krug, Geschäftsführung Eurogast © Eurogast Österreich

Peter Krug, Geschäftsführung Eurogast

© Eurogast Österreich

Huhn, Ente, Gans oder doch Pute?

Peter Krug aus der Geschäftsführung von Eurogast weiß, welches Geflügel in der Gastronomie die Nase vorn hat.

von Alexandra Gorsche & Sonja Planeta
14. Januar 2023

PROFI: Welches Geflügel hat in der Gastronomie die Nase vorn?
Peter Krug: Huhn und Pute haben weiterhin die Nase vorn, Ente und Gans sind ganzjährig erhältlich, jedoch haben diese eine starke saisonale Ausprägung und werden vermehrt in den Herbst- und Wintermonaten nachgefragt. Speziell die Ente hat jedoch mittlerweile immer mehr auch in den Sommermonaten an Bedeutung gewonnen. Der Hintergrund wird sicherlich auch darin liegen, dass der asiatische, leichtere Kochstil in immer mehr Küchen Einzug gehalten hat.

Merken Sie eine steigende Nachfrage in Bezug auf Bio-Qualität?
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung nimmt bei den Menschen einen immer höheren Stellenwert ein. Die Gäste von heute sind zurecht viel sensibler geworden, was die Produkte und Speisen betrifft, die sie auf ihren Tellern vorfinden. Dazu braucht man Lieferant:innen, die diesen Zeitgeist mitleben und denen man vertrauen kann. Genau das leben wir als Eurogast schon seit Jahrzehnten und durch unsere regionale Verankerung bleibt die Wertschöpfung auch in den Regionen erhalten.

Was bedeuten Handelsklassen bei Geflügel?
Die Handelsklassenbeurteilung bei Geflügel wird in der VO (EG) Nr.1538/1991 geregelt. Neben dieser technischen Beurteilungsform gilt für Eurogast natürlich, dass wir ausschließlich zertifizierte Schlachthöfe unter Vertrag nehmen und nur Klasse A Geflügel innverkehr gebracht wird. Eine gleichmäßige charakteristische Farbgebung, Fettschicht und auch artentypische Geschmackskomponenten sind für unsere Kund:innen ein wichtiger Aspekt, um letztlich eine Kaufentscheidung treffen zu können. Regionales Geflügel aus kleinen bäuerlichen Strukturen findet sich ebenso im Sortiment wie AMA Gütesiegel Produkte.

Gibt es bestimmte Vorschriften, die für frisches und gefrorenes Geflügelfleisch gelten?
Geflügel ist eines der am strengsten kontrollierten Fleischprodukte am Markt. Durch Massentierhaltung und jahrelange Massenproduktionen in Käfighaltungsformen haben sich sehr negative Entwicklungen etabliert, die zu den sehr strengen Maßnahmen geführt haben. Diese Maßnahmen haben deutlich zur Qualitätssteigerung beigetragen. Alle Eurogast-Lieferant:innen sind verpflichtet, Vorschriften, die über den gesetzlichen liegen, einzuhalten. Billigfleisch aus fragwürdigen Drittstaaten finden Sie in unseren Regalen nicht.

Woran lässt sich die Qualität von Geflügel erkennen?
Grundlegend kann man wie bei vielen anderen Fleischarten auch eine gute Qualität an einer festen Fleischstruktur erkennen. Schwammige Strukturen verraten sofort eine schlechte Qualität, zudem dürfen bei Geflügel keine Abtrocknungen an den Fleischrändern erkennbar sein. Bei Tiefkühlgeflügel sollten keine Frostspuren erkennbar sein, dies deutet auf zu langsames Einfrieren hin. Ein sauberer Verarbeitungsbetrieb lässt sich natürlich auch an Abrupfung und Zuschnitten erkennen.

Welche Parameter sind Eurogast in der Wahl seiner Partner:innen wichtig?
Der Einkauf der Eurogast Österreich ist IFS-zertifiziert, dadurch sind die Betriebe strengstens auditiert und durchlaufen verschiedenste Qualitätsaudits. Somit können wir nicht nur Qualitäten sicherstellen, sondern zudem auch auf die Haltung und Fütterung der Tiere achten. Wir profitieren in diesen Zeiten dank unserer langjährigen und guten Partnerschaften zu unseren Lieferant:innen und Produzent:innen.

Erschienen in

Falstaff Profi Magazin

Dez./Feb. 2023

Zum Magazin

Lesenswert

Experten aus der Branche zu Gast bei PROFI-Chefredakteur Roland Graf – Diskussion über die Vergangenheit und Zukunft der Branche.

© Jan Tiam Dorfer

Der PROFI Round-Table Wein: Die große Analyse der Branchen-Experten

Sieben Kenner des Umsatzes mit Wein analysieren die Unlust am Konsum. Ein hochkarätiger PROFI-Round-Table über Limits der Kalkulation, vor allem aber darüber, wie man heute die Weingenießer von morgen erreicht.

Influencer Interview - Falstaff PROFI

Als General Manager muss David Frei genau hinschauen: Fürs »Grace« in St. Moritz kommt nicht jeder Influencer in Frage.

© Olivia Pulver

Influencer-Anfragen im Hotel: Warum das »Grace« St. Moritz restriktiv agiert

Viele wollen sie, wenige bekommen sie: die Zusage für eine Influencer-Kooperation mit dem »Grace« St. Moritz. General Manager David Frei erzählt PROFI, wieso er auch personalisierten Anschreiben zu fast 90 Prozent eine Absage erteilt.

© Foto beigestellt

Traumjob auf dem Kreuzfahrtschiff: Karriere als Chef de Rang bei »sea chefs«

Advertorial

Sarah Korb, Chef de Rang an Bord der Expeditionsflotte von »Hapag-Lloyd Cruises«, berichtet im Gespräch mit »sea chefs« von ihrem Weg aufs Kreuzfahrtschiff, unvergesslichen Erlebnissen an Bord und warum das Arbeiten und Leben auf See so einzigartig ist.

Foie Gras - Falstaff PROFI

Adieu, Foie gras? Die Delikatesse gibt's weiterhin – aber jetzt auch als gezüchtete Innovation aus der Petrischale.

© Unsplash

»Faux gras« ohne Tierleid: Kommt die Stopfleber bald aus dem Labor?

Stopfleber gehört zum Festtagstisch, trägt aber auch den Hautgout massiven Tierleids mit sich. Zwangsernährung ist aber nicht mehr die einzige Möglichkeit. Kommt die neue Generation der Foie gras gar aus dem Labor?

ÖTW Michael Tischler-Zimmermann - Interview Falstaff PROFI

Erster Geschäftsführer: Seit 2024 leitet Tischler-Zimmermann die ÖTW, die sich für die Klassifizierung österreichischer Weinberglagen einsetzt.

© Julius Hirtzberger

Reife statt »Rabatt-itis«, dann klappt es mit den heimischen Lagenweinen!

Bei der Wein-Menge stellte 2024 den schwächsten Jahrgang seit 2010 dar. Zudem brach der Export um 5,1 % ein. Letzterer sieht auch heuer nicht gut aus. Die Gastronomie könnte den Trend wenden, ist ÖTW-Manager Michael Tischler-Zimmermann überzeugt.

Johannes Kattus und Maximilian Nimmervoll am Herz der Sekt-Erzeugung.

© Hannes Winkler/goodlife crew

Die Perle von Wien: »Kattus« steht für prickelnde Zukunft und klare Herkunft

Advertorial

Wiens letzte Sektkellerei! Die Ideen sprudeln bei »Kattus« auch drei Jahre nach dem Generationswechsel. Dabei geht es Johannes Kattus und Maximilian Nimmervoll um die Herkunft Wien und ein breites Service für die Gastronomie. Lässig im Leinenhemd plaudert das Duo mit PROFI-Chefredakteur Roland Graf über die Marktsituation und Ausbaupläne.

Meist gelesen

© Shutterstock

Trinkgeld-Debatte: »Anerkennung darf nicht besteuert werden«

»Trinkgeld motiviert. Und wer das nicht versteht, hat nie selbst in der Gastronomie gearbeitet.« Gastronom Thomas Peschta sieht in der aktuellen Steuerdebatte eine Chance – aber auch die Gefahr, dass ein wichtiger Motivationsmotor der Branche ins Stottern gerät.

© Johannes Kernmayer

In dritter Generation: Christoph Plachutta im Profi-Talk

Ein Aufbruchsignal in Zeiten allgemeinen Zauderns senden die Plachuttas. Mit dem jüngsten Lokal der Wiener am Neuen Markt tritt nämlich eine neue Generation in die erste Reihe: Christoph Plachutta.

© JackzProduction

»Wahre Exzellenz liegt im Detail«: Leonard Cernko über seine Vision für Berlin

Für Cernko ist Berlin nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch eine Quelle der Inspiration: »Diese Stadt verbindet Tradition und Moderne auf einzigartige Weise. Sie ist voller Energie und Kreativität – und genau das wollen wir im The Ritz-Carlton, Berlin widerspiegeln.«

© Alimentastic Food Innovation

Functional Food: Mehr als nur ein Trend?

Functional Food ist mehr als ein kurzlebiger Trend. Für Verbraucher bedeutet das: mehr Auswahl, mehr Transparenz und ein bewussterer Umgang mit Ernährung. Falstaff Profi im Interview mit Laurenz Hoffmann.

© Foto beigestellt

»Ich sehe sehr positiv in die Zukunft« Reinhold Krutzler über Tradition und Innovation im Weinbau

Advertorial

Seit fünf Generationen prägt das Weingut Krutzler die Weinkultur am Eisenberg im Südburgenland. Im Interview spricht Reinhold Krutzle über den Spagat zwischen Tradition und Innovation, die Herausforderungen einer kleinen Weinregion und die Zukunft seines Betriebs mit der nächsten Generation.

Franz und Alfred Pierer - Die Gewinner (Hotel über 100 MA) im Falstaff PROFI Arbeitgeber- Check 2024 haben auch heuer viel vor: »Wir haben den Spa-Bereich adaptiert und an den neuen Zeitgeist angepasst «, so die Pierer-Brüder.

© Almwellneshotel Pierer/Harald Eisenberger

»Authentic, Local, Mindful« – die Brüder Pierer über ihr Erfolgsrezept

Advertorial

132 Jahre Geschichte, 150 Mitarbeiter und zwei Brüder an der Spitze: Franz und Alfred Pierer führen das Almwellnesshotel Pierer mit einer klaren Arbeitsteilung und strategischem Weitblick. Im Interview sprechen sie über ihren Familienrat, den Stellenwert externer Fachkräfte und warum Regionalität für sie ein essenzieller Erfolgsfaktor ist.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!