Christian Blaskovits © Christina Häusler

Christian Blaskovits

© Christina Häusler

Christian Blaskovits: »Die Planung einer Foodhall erfordert eine ausgewogene Balance zwischen Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit«

Der Geschäftsführer des Immo-Unternehmens SoReal gewährt im PROFI-Interview Einblicke in die Planung und Realisierung von Österreichs erster Foodhall »Gleisgarten«.

von Alexander Schöpf
30. November 2023

Seit rund eineinhalb Monaten hat Wien auch endlich eine Foodhall. Der »Gleisgarten« in der alten Remise der Badner Bahn beheimatet neun Gastronomen und zwei Bars und bietet Gastro-Start-ups mit der »Local-Hero Food Shack« eine Möglichkeit, ihr kulinarisches Konzept unter realen Bedingungen aber mit einem überschaubaren finanziellen Risiko auszuprobieren.

Doch der »Gleisgarten« sieht sich nicht nur als »Fressmeile«, sondern soll auch als Community-Center fungieren, wie Felix Bollen – einer der beiden »Gleisgarten«-Gründer – im Interview mit PROFI erklärt hat. Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Projektentwicklung. Falstaff PROFI hat bei Christian Blaskovits, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens SoReal, einer Tochtergesellschaft von Soravia, nachgefragt, welche baulichen Herausforderungen und architektonischen Besonderheiten sich dadurch in der Planung des »Gleisgarten« ergeben haben.

PROFI: Was hat Soravia bzw. SoReal an diesem Projekt gereizt?

Blaskovits: Die Idee, aus einer alten Wagenhalle eine moderne Markthalle und ein lebendiges Kulturzentrum zu gestalten, war besonders reizvoll. Durch die Umgestaltung der 1906 errichteten, traditionsreichen Remise in der Wolfganggasse zu Wiens erster Community Market Hall entstand ein einzigartiges Grätzlzentrum, das Bewohner:innen sowie Besucher:innen zum Verweilen, zum Austausch und zum Genuss einlädt. »Gleisgarten« beweist, dass durch sorgfältige Revitalisierung alter Bestandsobjekte neue Orte höchster Lebensqualität entstehen – unter Schonung von Ressourcen und sorgsamer Verknüpfung von Geschichte und Innovation. Das unterstreicht Soravias Verständnis von nachhaltiger Projektentwicklung: Anstelle von neuer Flächenversiegelung wird mit »Gleisgarten« gezeigt, wie einem historischen Gebäude neues Leben dank einem adaptierten Nutzungskonzept eingehaucht wird. 

Was waren die baulichen Herausforderungen?

Bis 2018 diente die Remise als Wagenhalle und war folglich für eine gänzlich andere Nutzung ausgelegt. Um das Areal für Gastronomie- und Kulturflächen umzugestalten, brauchte es eine Vielzahl an baulichen Veränderungen. Im Fokus standen höchste Anforderungen an moderne Bedürfnisse urbaner Lebens-, Arbeits-, Kultur- und Begegnungsräume. Ganz wesentlich war beispielsweise, für mehr Tageslicht zu sorgen sowie auch entsprechende Stromanschlüsse und eine leistungsfähige Lüftungsanlage für den Gastronomiebetrieb zu verbauen. Für den Erfolg von »Gleisgarten« wurden unzählige bauliche Maßnahmen zu einem gemeinsamen Ganzen verschmolzen. Dadurch wurden optimale Voraussetzungen für das lebendige neue Grätzlzentrum geschaffen.

Worauf gilt es in der Planung einer Foodhall besonders Rücksicht zu nehmen?

In der Planung einer Foodhall ist es besonders wichtig, sicherzustellen, dass das Gesamtkonzept stimmig ist, im Betrieb gut nutzbar ist und dadurch auch von Kund:innen gut angenommen wird. Dies bedeutet, dass die Gestaltung der Halle so sein sollte, dass sie einladend und ansprechend ist, um Besucher:innen anzuziehen. Zudem muss die räumliche Anordnung der gastronomischen Angebote gut durchdacht sein, um einen reibungslosen Betrieb zu ermöglichen und ein angenehmes Kundenerlebnis zu gewährleisten. Darüber hinaus war uns besonders wichtig, auf Nachhaltigkeit und Umweltaspekte zu achten, um die Ressourcen schonend zu nutzen. Zusammenfassend erfordert die Planung einer Foodhall eine ausgewogene Balance zwischen Ästhetik, Funktionalität und Nachhaltigkeit.

Auf welche architektonischen oder baulichen Besonderheiten können sich die Besucher:innen freuen?

Die Foodhall ist nicht nur ein Ort für kulinarische Erlebnisse, sondern wird dank der multifunktionalen Gestaltung auch verschiedene Veranstaltungen und Events beherbergen. Dies schafft vielfältige Möglichkeiten für Unterhaltung und Kultur. Gleichzeitig wird es gemütliche Bereiche geben, die Besucher:innen zum Entspannen und Verweilen einladen. Pflanzen wie Palmen schaffen eine grüne Oase inmitten des urbanen Umfelds und tragen so zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Große Dachflächenfenster ermöglichen eine natürliche Belichtung, die Innenräume hell und freundlich wirken lässt. Durch diese ausgeklügelte Gestaltung verspricht die Foodhall eine einladende und vielseitige Umgebung, die sowohl kulinarische Genüsse als auch ein angenehmes Ambiente für verschiedenste Aktivitäten bietet.

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