fritz-kola Geschäftsführung Florian Weins und Mirco Wiegert - fritz-kola begrüßt Pfandangleichung auf Mehrweg.
© fritz-kola
Das lange Leben der (Bier-)Flaschen: Vorbildliche Gastronomie
Die Erhöhung des Flaschenpfands mit Februar soll auch die Konsumenten zu hoher Rückgabe-Quote animieren. In den Wirtshäusern läuft es mit Recycling deutlich runder.
von Roland Graf
27. Januar 2025
Der Countdown läuft: Ab 2. Februar 2025 wird das Pfand für Halbliter-Mehrweg-Glasflaschen kräftig erhöht. Das betrifft an vorderster Front die »klassische« Bierflasche – statt neun Cent werden dann 20 Cent brutto/Flasche fällig. Für eine Kiste mit 20 Flaschen beträgt das Pfand sieben Euro, davon drei für die Kiste selbst. Karl Schwarz sieht als Obmann des Brauerei-Verbands der Brauereien einen idealen Zeitpunkt für die erste Anpassung nach 40 Jahren (!). Denn seit Jahresbeginn 2025 wird bekanntlich auch Pfand auf Einweg-PET-Flaschen und Dosen eingehoben. Die Konsumenten seien daher sensibilisiert, sogar Einweggebinde zu sammeln, um ihren Einsatz wieder zu bekommen. »Das wird die Motivation, die leeren Flaschen zurückzubringen, deutlich erhöhen«, hofft Schwarz.
Denn ausgerechnet die Sammelmoral beim Symbol für Kreislaufwirtschaft habe nachgelassen. Vielfach seien die beim Abfüller benötigten Flaschen einfach im Altglas entsorgt worden. Dabei, so rechnet der Verband der Brauereien vor, wären Mehrweg-Glasflaschen bis zu 40-mal wiederbefüllbar. »Wir erwarten, dass dadurch weniger Neu-Glas benötigt wird, weil wir die Flaschen vermehrt wieder zurückbekommen. Das spart reichlich Ressourcen in der sehr energieintensiven Produktion von Glasflaschen,« so Karl Schwarz. Denn zwei Drittel der Flaschenverluste entstehen durch mangelhaften Rücklauf und Verunreinigungen

Agreement mit dem Handel
90% der betroffenen Gebinde sind übrigens Bierflaschen, lässt »Zwettler«-Brauherr Schwarz auch mit einem anderen Detail aufhorchen. Der »Handelsbrauch« zur Rücknahme basiert nämlich nicht auf einer gesetzlichen Grundlage. Das österreichische Mehrwegsystem bei Getränkeflaschen und –kisten funktioniert seit Jahrzehnten bestens und ohne staatlich verordneten Rechtsrahmen. Zur gestiegenen Ökologie trägt aber nicht nur die lange Lebensdauer der Bierflaschen bei. Dank der so genannten »Pool-Flaschen« wird eine einheitliche Flaschenform von vielen Brauereien und Abfüllern genutzt. Dadurch entfällt die – in der Praxis sowieso unmögliche – Sortierung nach Herstellern. Vorbildlich hingegen läuft die Wiederbefüllung jener Flaschen, die in der Gastronomie verwendet werden. Da werde Glas wertgeschätzt und dem Kreislauf wieder zugeführt.
Lob für »perfektes System«
Auch bei »fritz-kola« – Trendmarke in der jungen Gastronomie (z. B. bei Street Food-Anbietern) – begrüßt man die Anpassung des Pfands sehr. »Die neuen Regelungen stellen eine wichtige Veränderung im Handel dar, doch im Bereich der Mehrweg-Glasflaschen ist die Rückführung in der Gastronomie bereits etablierte Praxis«, heißt es bei den Geschäftsführern Mirco Wolf Wiegert und Florian Weins. Das Limonaden-Unternehmen, das auch die Bewegung »Trink aus Glas« und weitere nachhaltige Projekte unterstützt, erwartet ein Umdenken bei den Konsumenten. Denn: »In der Gastronomie in Österreich besteht seit jeher ein nahezu perfektes System zur Rückführung von Mehrweg-Glasflaschen«!
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