Multitalent: Claus Meyer kocht im Fernsehen, sein »NOMA« wurde fünf Mal als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet und er schreibt Kochbücher, zuletzt den »ALMANAK«.
© Echtzeit Verlag
1.000 nordische Rezepte, neu interpretiert: Der »ALMANAK« von Claus Meyer
Ja, es ist DER Claus Meyer, als Mitbegründer des »NOMA« in Kopenhagen prägend für die Wahrnehmung der »neuen nordischen Küche«. Doch hier geht es nicht um Avantgarde. Vorbild für das umfangreiche Werk ist vielmehr ein erstaunliches, historisches Werk des Escoffier-Schülers Otto Bock.
von Roland Graf
27. September 2025
Erst 40 Jahre nach Bocks Tod erschien 1987 »Der gastronomische Kalender« in Dänemark: Für jeden Tag des Jahres verzeichnete er darin ein dreigängiges Menü! Meyer geht nicht ganz so weit, doch auch seine 1.000 Rezepte sind ein Füllhorn an Altem und Neuem. Und sie erklären den monumentalen Umfang des »ALMANAK«, von dem sich der Schweizer Echtzeit-Verlag nicht abschrecken ließ.
Saisonalität wird bei Meyer großgeschrieben, manche skandinavische Zutat (der Räucherkäse »Rygeost« etwa oder Glattbutt) sorgt für innereuropäische Exotik. Besonders gut sind solche »Twists« bei bekannten Lebensmitteln wie dem Schweinsbraten, der als »Flæskesteg« eine dänische Spezialität wird. Auch die nordische Fassung von Kartoffelsalat und Erbsensuppe (mit Skyr!) bereichert den Speisezettel. Besonders hervorzuheben ist der Aufbau entlang der zwölf Monate: Kalbsragout mit Beeren steht etwa für die Sommerküche. Und Meyer stellt einige der Zutaten auch noch im Detail vor – Warenkunde hinter einem Thesaurus an Anregungen!
Warum kaufen?
Ein Füllhorn an Rezepten! Vor allem die nordischen Twists auf bekannte Gerichte bereichern das Angebot auf einfache Art.
832 Seiten, Echtzeit Verlag, € 72,–
echtzeit.ch

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