Lebensmittelexperten für »Le Burger«: Lukas Teschmit (Chief Process Officer) und Cornelia Felbinger (wissenschaftliche Mitarbeiterin Fachbereich Lebensmittelwissenschaften an der FH Wr. Neustadt)
So »smart« kann ein Burger sein! Inklusion statt Fleisch-Verzicht
Fleisch nicht verteufeln, Geschmack erhalten! Den Rindfleischanteil schrauben Anbieter in der Systemgastronomie, aber auch im Convenience-Bereich herunter. PROFI weiß, warum das »smart Patty« nicht leicht zu fertigen ist. Und vor allem, wer es anbietet …
von Roland Graf
12. Februar 2026
Nein, geschützte Bezeichnung ist es keine. Wie so oft hatte man an unterschiedlichen Orten eine ähnliche Idee. »Smart Patty« heißt es bei der Restaurantkette »Le Burger« in den Filialen, »Smart Burger« bei den Convenience-Neuheiten der deutschen »Salomon FoodWorld«. Beide ersetzen in neuen, »schlauen« Rindfleisch-Laibchen (»Patty«) den tierischen Anteil teilweise. Die Wege allerdings unterscheiden sich so wie die Mischungsverhältnisse aus tierischen und pflanzlichen Bestandteilen. 40 % Weizenprotein sind es beim deutschen Convenience-Anbieter, 20 % Sonnenblumengranulat bei »Bob’s Future Burger«.
Hybrid statt Zeigefinger
Technisch sind derartige Hybrid-Produkte aus Fleisch und Pflanze eine Herausforderung. Für die Bindung wird oft Methylzellulose (E461) – auch im Tapetenkleister verwendet! – eingesetzt. Das wollte man bei »Le Burger« vermeiden, »die Entwicklung dauerte daher auch länger«, so der Lebensmitteltechnologe Lukas Teschmit. Der Chief Process Officer des Wiener Familienunternehmens sieht in dem per Extruder gepressten Granulat auch einen weiteren Vorteil: »Es ist hypoallergen«, kann daher von vielen Kunden genossen werden, auch solchen mit Gluten-Unverträglichkeit. Das ist die generelle Idee von »Bob’s Future Burger«, der möglichst viele Genießer ansprechen will. »Ohne erhobenen Zeigefinger« lässt sich so Fleischkonsum einschränken.
Antwort auf Gastro-Themen
Beim »Smart Burger«, der für den Einsatz in der Gastronomie konzipiert wurde, erhöht sich aufgrund des 60 %-Rinderanteils dieser Effekt noch. Vor allem sieht man bei »Salomon FoodWorld« zwei weitere Vorteile für die Profi-Küche: Durch das Weizenprotein reduziert sich der Garverlust der Pattys. Für den Einkauf reduziert sich bei diesem Patty auch der Kilo-Preis. So lassen sich Kosten-Druck, Personalmangel und der Wunsch nach Nachhaltigkeit in einem – noch dazu trendigen – Produkt verbinden.
In den Filialen von »Le Burger« in Österreich und München setzt man neben Sonnenblumen im Patty noch auf Upcycling durch weitere Zutaten. Das Pesto Rosso als Bestandteil von »Bob’s Future Burger« besteht u. a. aus nicht verwendeten Burger-Brötchen (»Buns«). Dazu kommen als mediterrane Würzung Tomatenstaub (»in der Hochsaison getrocknet und ganzjährig verwendet«) und knusprige Zwiebelnester als Umami-reiches Topping.
Alternative für die Gäste
Die gesamte Rezeptur des neuen Burgers sei ein Ergebnis des nachhaltig gedachten Prozesses, erklärt Lukas Teschmit im PROFI-Gespräch: »Aus dem ›superschlau‹ gedachten Burger entstand ein Geschmacksbild.« Bleibt nur noch eine Frage: Wo kommt der Name »Bob« her, Herr Teschmitt? »Das steht für unser Programm ›Build Our Better Future‹«. Als kurze Fassung habe sich dann »Bob« eingebürgert. Das »smarte« Patty soll auch ständig verfügbar sein und jeder Burger anstelle von reinem Rinderhack (Aufpreis: ein Euro) damit bestellt werden können. Ziemlich smart!
Lesenswert
So bunt wie die Karibik sind auch die Rezepte in Rawlston Williams »Caribbean Cookbook«.
© Phaidon Verlag, canva.com
Buch der Karibik: Rawlston Williams exotisches Koch-Kompendium
Am Image kann es nicht liegen! Und doch erfuhr die Karibik als eine der wenigen Weltgegenden kaum Beachtung als Kücheninspiration. Der New Yorker Chef Rawlston Williams ändert das. Bunte Rezepte, die ideal für den Sommer sind und die er in 28 Inselnationen sammelte.
Tausende Besucher strömten in den kleinen oberfränkischen Ort Wirsberg.
© Jesper Hilbig
Genuss und Wissen: »ZU TISCH!« zeigt, wie Foodfestivals heute funktionieren
Über 80 Manufakturen und Köche sowie mehr als 50 Workshops, Tastings und Talks: Das Festival »ZU TISCH!« erzeugt Aufmerksamkeit weit über die Grenzen Frankens hinaus – und hat sich längst vom Genuss-Event zur Plattform entwickelt.
TVB Paznaun-Ischgl
© Von Juli bis Oktober 2026 verwandeln sich neun ausgewählte Hütten und Almen im Paznaun in besondere Genussstationen.
Gipfel der Genüsse: Gourmetköche warten im Paznaun auf 2.000 Metern
Regionale Produkte allein reichen oft nicht mehr aus, um Gäste zu begeistern. Im Paznaun setzt man deshalb auf eine enge Zusammenarbeit von Produzenten, Hüttenwirten und Spitzenköchen – und macht daraus ein touristisches Gesamtkonzept.
Optisches Highlight: Diese Lasagne erfreut nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge.
© Lena Staal / STAAL & JOHS
Lasagne à la Bottura – italienische Glückseligkeit für Gaumen und Auge
Spitzenkoch Massimo Bottura verwandelt die klassische Lasagne in ein komplexes Gericht für Profis – vielschichtig, geschmacklich ausbalanciert und perfekt ausgeführt. Falstaff empfiehlt dazu einen rubinfarbenen Roten vom Weingut »Drei Donà« in der Emilia-Romagna.
Wer seine Karte modernisieren, jüngere Zielgruppen ansprechen oder einfach einen starken Eyecatcher braucht, liegt mit dem Crunchy Kimchi Burger genau richtig.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: Crunchy Kimchi Burger
Advertorial
Der Crunchy Kimchi Burger bringt frischen Wind auf Ihre Karte – laut, bunt und maximal im Trend. Der Food-Hype aus Südkorea liefert genau das, was Gäste heute lieben: echte Gemüsestücke, internationale Trendgeschmäcker und richtig viel Crunch.
Prominente Unterstützung für die »Österreichische Krebshilfe«: Jenny Frankl und Bernhard Murg vom »Kabarett Simpl« mit Bio-Spitzenköchin Clara Aue und ihrer Charity-Kreation.
© Moving Stills
Im Marktrestaurant Gutes tun: »HEU & GABEL« kocht für die »Krebshilfe«
Bio-Spitzenköchin Clara Aue, Jenny Frankl und Bernhard Murg vom Kabarett Simpl zeigten bei Sonnenschein am Meidlinger Markt, wie viel Wärme entsteht, wenn Genuss und guter Zweck aufeinandertreffen.
Meist gelesen
Milch übrig: Georg und Andrea Blochberger machten aus einer kreativen Idee eine erfolgreiches Unternehmen.
© Eis-Greissler
15-Jahr-Jubiläum: Wie der »Eis-Greissler« aus einer Notlösung ein Geschäftsmodell machte
Mit »Schnitzel«- und »Grammeleis«: Der »Eis-Greissler« feiert Jubiläum und zeigt, wie sich aus einem einfachen Produkt durch Storytelling, Erlebnisse und mutige Ideen eine starke Freizeitmarke entwickeln lässt.
»Avita« Falafel stehen damit für hohe Gästeakzeptanz, maximale Flexibilität im Einsatz und wirtschaftliche Effizienz im professionellen Küchenalltag.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: »Avita« Falafel
Advertorial
Die tiefgekühlten »Avita« Falafel überzeugen durch hohe Gästebeliebtheit, flexible Anwendung und starke Wirtschaftlichkeit.
Hommage an die Mama: Thi Ba Nguyen (links) und ihre Suppe dürfen auch auf dem Top-Level nicht fehlen!
© Roland Graf
Fine Dining auf Vietnamesisch: Das »Vina« Graz schwimmt gegen den Strom
Es ist ein Statement gegen Spar-Wahn. Und eines, das dem Gästewunsch folgt: Zusätzlich zu den Streetfood-Klassikern bietet Robert Nguyen ein aufwändiges Sechs-Gang-Menü. Mit dabei natürlich auch: die Suppe von seiner 85-jährigen Mutter.
Manfred Ronge präsentiert bei der 17. Branchentagung der Österreichischen Gemeinschaftsverpfleger Zukunftsthemen – darunter KI, Robotik und Digitalisierung.
© Schörg VISUALS
KI, Kosten und Robotik – das treibt Österreichs Gemeinschaftsverpfleger derzeit um
»Zukunft nicht abstrakt diskutieren, sondern gemeinsam greifbar machen« – unter diesem Motto trifft man sich bei der 17. Branchentagung der Gemeinschaftsverpflegung zum Austausch über Digitalisierung, Automatisierung und Sicherheit.
Nach 47 Jahren in der österreichischen Spitzengastronomie treten die Brüder Karl und Rudi Obauer am Nationalfeiertag den Ruhestand an.
© Marco Riebler
»Restaurant-Hotel Obauer« schließt nach 47 Jahren seine Türen
Fast ein halbes Jahrhundert bieten Karl und Rudi Obauer in Werfen im Salzburger Land feinste Kulinarik – bis Oktober. Die Brüder treten den wohlverdienten Ruhestand an.
BU: Das »Cookies Cream« stellt seine Küchenführung neu auf: Viktor Gerhardinger, Gründer »Cookie« Heinz Gindullis und Küchenchef Patrick Ziegert (v. l.).
© Alexander Gnädinger
Führungswechsel im »Cookies Cream« – Patrick Ziegert und Viktor Gerhardinger stellen sich vor
Das Berliner vegetarische Fine-Dining-Restaurant »Cookies Cream« stellt sich neu auf: Patrick Ziegert wird Küchenchef und Viktor Gerhardinger ergänzt das Team als Head of Culinary Development. Gemeinsam sollen sie die kulinarische Linie des Lokals weiter schärfen.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!





