Die besten Rosé-Macher der Welt
Sacha Lichine hat mit Château d’Esclans die Rosé-Welt aufgemischt – und er war nicht allein. In der Provence, in Frankreich, Europa und der ganzen Welt arbeiten ambitionierte Weingüter daran, Rosé als großen Wein zu etablieren. Einige der wichtigsten sind hier versammelt.
Château d’Estoublon
Provence, Frankreich
Die Historie des traumhaft schön in den Alpilles gelegenen Château Estoublon reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Seit Kurzem gibt es neue Eigentümer, die kräftig investiert haben. Für die Weine verantwortlich ist Önologe Victor Joyeux (ehemals bei Cloudy Bay) mit Fokus auf Rosé, allen voran den Bestseller Roseblood. Top-Wein ist der »1489«, der durch etwas Ausbau in französischer Eiche einen luxuriösen Schliff erhält.
Château Galoupet
Provence, Frankreich
Gehört wie Château Minuty und Château d’Esclans zum Luxuskonzern LVMH und zählt zu den als Cru Classé klassifizierten Gütern. Stilistisch hebt sich das Gut durch einen hohen Anteil der seltenen Rebsorte Tibouren ab. Sie bringt würzige, leicht herbe Noten und eine feine Tabaknuance in die Rosés. Die Weine entstehen aus biologischem Anbau. Teilweise im Holz (ca. 30 Prozent) ausgebaut, verbinden sie Frische mit Tiefe und Reifepotenzial.
Weingut Wolfer
Thurgau, Schweiz
Martin Wolfer gehört zu den Rosé-Könnern der Schweiz. Das Weingut Wolfer steht am Ottenberg bei Weinfelden im Thurgau, einer erstklassigen Gegend für den Anbau von Pinot Noir. Dieser bildet auch die Grundlage für Wolfers herrlich unkomplizierte und doch charaktervolle Rosé-Weine. Seit Jahren ist der Wein bei den Rosé-Trophies von Falstaff stets vorne mit dabei – 2026 erreichte er den zweiten Platz aller verkosteten Schweizer Weine.
8570 Weinfelden
Schweiz
Château Gasqui
Provence, Frankreich
Als Boutique-Weingut präsentiert sich Château Gasqui, das 2022 von Klaus und Tanja Heller übernommen und liebevoll renoviert wurde. Rund eine halbe Stunde von Saint-Tropez entfernt liegt es idyllisch im Hinterland in einem Tal mit 25 ha arrondierten Weinbergen rund um das Landhaus. Gäste können zudem stilvolle Apartments mieten. Die Lagen werden biodynamisch bewirtschaftet, der Fokus liegt auf drei Rosés: Citius, Altius und als Spitze Tardius.
Gérard Bertrand
Languedoc-Roussillon, Frankreich
Gérard Bertrand zählt zu den prägenden Winzerpersönlichkeiten Südfrankreichs. Er bewirtschaftet zahlreiche Güter in der Region. Sein Portfolio zeigt die ganze Bandbreite moderner Roséstile – vom zugänglichen Bestseller Gris Blanc über die fruchtbetonte Linie Côte des Roses bis hin zum Prestigewein »Clos du Temple« im markanten Flaschendesign. Alle Weine stammen aus biodynamischem Anbau und verbinden Stilvielfalt mit klarem Qualitätsanspruch.
Champagne Billecart-Salmon
Champagne, Frankreich
Man könnte glauben, Familie Roland-Billecart sei aufs Druckerhandwerk spezialisiert – so genau trifft der Farbton der Etiketten die Farbe der hauseigenen Rosé-Champagner. Doch natürlich steckt der Ausweis ihrer Expertise in den Flaschen: Seit den 1970-er Jahren stehen Billecart-Salmon-Rosés für unvergleichliche Delikatesse und Frische.
51160 Mareuil-sur-Ay
Frankreich
Pia Strehn
Burgenland, Österreich
Im traditionellen Rotweingut Strehn weht seit einigen Jahren ein neuer Wind – ein rosaroter. Und er weht immer stärker: Rund 60 Prozent der Ernte werden mittlerweile zu Rosé verarbeitet. Am Beginn stand der Versuch, einen Gegenentwurf zu gängigen Roséweinen zu schaffen; Vorbild waren dabei französische Rosé-Ikonen, die schon lange den Weinhimmel erklommen hatten. Der »Elefant im Porzellanladen« stellte als Senkrechtstarter die österreichische Roséwelt auf den Kopf.
7301 Deutschkreutz
Österreich
Rosalia DAC
Appellation für Rosé-Spezialisten, Österreich
Selbstbewusst ist bereits das Etikett, das die Winzer der kleinsten österreichischen DAC-Region für ihre Rosémarke gewählt haben. »The Origin of Rosé« mit der Zwergohreule als Wappentier wird exklusiv aus der Sorte Blaufränkisch hergestellt und von acht Weingütern angeboten. Stilistisch ist »The Origin« ein feinwürziger, fruchtiger Wein mit typischem Bukett nach roten Beeren; der Ausbau ist klassisch, der Grenzwert für den Restzucker ist auf vier Gramm beschränkt.
Agerlhof Familie Wetschka
Burgenland, Österreich
Mit nicht weniger als neun unterschiedlichen Rosé-Weinen beteiligte sich der burgenländische Betrieb heuer am Falstaff-Rosé-Bewerb. Der Familienbetrieb, der mit Hannah I. auch die österreichische Weinkönigin stellt, hat sich ganz der Rosé-Vielfalt verschrieben. Die markanten Etiketten der Rosés – von trocken bis süß und prickelnd – zieren feine Grafiken der bunten Vogelschar, die sich im Laufe des Jahres am Neusiedlersee einfindet.
Weingut Aldinger
Württemberg, Deutschland
Aldingers Spätburgunder Rosé Réserve ist exzellent, doch die Sensation im Sortiment ist der fassvergorene helle Trollinger von alten Reben aus der Untertürkheimer Lage Gips: ein mineralisches Manifest, das – als sei sie mit dem Meißel aus Kalkstein freigelegt worden – die wahre Silhouette dieser oft missverstandenen roten Traube ins Glas bringt.
70734 Fellbach
Deutschland
Weingut Knipser
Pfalz, Deutschland
Die Knipsers gehörten zu den Ersten, die in Deutschland Cabernet und Merlot gepflanzt haben. Schon vor gut und gerne 20 Jahren begannen sie, aus dem Ablaufsaft der Bordeauxsorten auf der Kelter einen delikaten Rosé zu machen: »Clarette«. Glasklare Frucht, saftige Eleganz, Knipser-Säure: Bordeaux blickt heute neidisch in die Pfalz.
67229 Laumersheim
Deutschland
Weingut August Kesseler
Rheingau, Deutschland
Roséweine werden häufig mit etwas Süße interpretiert – doch wenn es dann an Säure fehlt, wird es schnell banal. Kesselers »Daily August« macht es besser: Zu 15 Gramm Restzucker gesellen sich die Mineralität Aßmannshausens und eine präzise Pinot-Frucht. Die packende Säure macht Simsalabim: War da etwa Zucker?
65385 Assmannshausen
Deutschland
Frescobaldi
Toskana, Italien
Die Adelsfamilie Frescobaldi prägt den toskanischen Weinbau seit Jahrhunderten und verbindet aristokratische Tradition mit bemerkenswerter Präzision. Auch im Rosé-Bereich zeigt das Haus große Klasse: elegant, fein-fruchtig und stets mit jener kultivierten Zurückhaltung, die viele der besten toskanischen Rosati heute auszeichnet. Ihr »Gran Aurea Rosé«, mit gekonntem Holzeinsatz ist jedes Jahr Weltklasse.
Duemani – Luca d‘Attoma
Toskana, Italien
Mit Duemani schuf Star-Önologe Luca d’Attoma eines der spannendsten biodynamischen Projekte der Toskana. Zwischen mediterraner Küste, mineralischen Böden, frischer Meeresbrise und kompromissloser Qualitätsphilosophie entstehen charaktervolle Weine voller Spannung und Tiefe. Auch sein Top-Rosé »Sì« aus 100% Syrah wirkt hier Jahr für Jahr präzise, salzig und eigenständig.
Leone de Castris
Apulien, Italien
Leone de Castris schrieb italienische Weingeschichte: Bereits 1943 entstand hier mit dem »Five Roses« einer der ersten modernen Rosé-Weine Italiens. Apulien boomt als Region in puncto Rosé-Produktion, hier wird italienweit am meisten Roséwein genossen. Bis heute gilt das traditionsreiche Haus aus Salice Salentino als Referenz für charaktervolle Rosati aus dem Süden – fruchtbetont, mediterran und voller Lebensfreude.
73015 Salice Salentino
Italien
Costaripa
Gardasee, Italien
Mattia Vezzola zählt zu den großen Rosé-Spezialisten Italiens. Am westlichen Gardasee entstehen bei Costaripa außergewöhnlich elegante Rosé-Weine mit bemerkenswerter Feinheit und Frische. Das milde Seeklima, viel Erfahrung und ein penibler Zugang zum Thema Rosé verleihen den Weinen ihre unverwechselbare Stilistik. Mit Nicole Vezzola steht die zweite Generation bereits in den Startlöchern.