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Rund 120 Tage trocknen die Trauben – Corvina, Corvinone und etwas Rondinella –, bevor sie zu köstlichem Amarone verarbeitet werden.

Rund 120 Tage trocknen die Trauben – Corvina, Corvinone und etwas Rondinella –, bevor sie zu köstlichem Amarone verarbeitet werden.
© Sebastiano secondi | Alamy Stock Photo

Die Sieger der Amarone & Recioto Trophy 2025

Verkostung
Tasting
Italien

Auch die Amarone-Produzenten haben die Zeichen der Zeit verstanden. Statt auf Opulenz und Alkoholreichtum setzen sie zunehmend auf Finesse und Frucht. Aber keine Angst: Zum Leichtwein wird der Amarone deshalb noch lange nicht.

Früher beeindruckte Amarone durch Kraft und Üppigkeit. In den vergangenen Jahren versuchen immer mehr Erzeuger, ihre Weine finessenreicher und weniger üppig zu gestalten. Auch unsere Verkostung ergab, dass der Trend immer mehr zu Saftigkeit, Trinkigkeit und frischer Frucht geht – das ist überaus erfreulich.

Genau genommen ist Amarone kein eigener Wein, sondern eine Variante des Valpolicella. Beide entstehen aus denselben Traubensorten: Corvina, Corvinone und Rondinella. Vor der Hauptlese für den Valpolicella werden die lockerbeerigsten Trauben ausgelesen. Auf Strohmatten, Maschendraht oder Holzkistchen, die heute immer öfter durch Kunststoff ersetzt werden, lagern die Trauben rund zwei Monate lang in gut belüfteten Trocknungsräumen. Während der Trocknung verlieren die Trauben über ein Drittel ihres Gewichts, die Zuckerkonzentration steigt.

Bis zu zwölf Gramm Restzucker sind beim Amarone erlaubt. Durch den hohen Tanningehalt ist das sensorisch nicht immer feststellbar, der Trend geht aber klar wieder hin zu trockeneren Weinen, in der Regel bewegen sich die Spitzenamarone in einem Bereich um drei Gramm.

Mit dem Amarone Classico von Bertani steht bei unserer Trophy ein Wein an vorderster Stelle, der stets unter zwei Gramm gehalten wurde. Der Recioto della Valpolicella ist mit über 100 Gramm Restzucker hingegen ein richtiger Süßwein. Das Spiel zwischen Restsüße und Tannin bringt bei exzellenten Reciotos ein großartiges Genusserlebnis.

1. Platz

Leuchtendes, elegantes Rubinrot mit dezent aufhellendem Rand. In der Nase finessenreich und einladend, dezent nach Feuerstein, reifer Kirsche und Schwarztee, leichter Duft nach...
Venetien, Italien

2. Platz

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase edler Duft, feines Potpourri aus Blutorangen, Veilchen, Kirschen, Minze und einem dezenten Hauch Feuerstein. Am Gaumen kompakt und mit viel...
Negrar di Valpolicella, Italien

3. Platz

Tiefes Rubinrot, finster. Feine balsamische Anklänge, dazu Lakritze, Milchschokolade und Melasse, dazu auch feine steinige Noten, im Nachhall elegantes Dörrobst. Am Gaumen mit...
Venetien, Italien

Gebietsprofil


Das Gebiet
Amarone entsteht im Valpolicella, dem Weinbaugebiet westlich und östlich von Verona. Zentren sind die Orte Sant’Ambrogio, Fumane, San Pietro in Cariano, San Floriano, Pedemonte, Marano und Negrar. Diese Täler und Orte bilden die »Classico«-Zone. Östlich von Verona schließen das Valpantena und die Täler von Mezzane und Illasi an.

Die Sorten
Die wichtigsten Sorten sind Corvina, Corvinone und Rondinella. Für Amarone werden die lockerbeerigsten Trauben kurz vor der Vollreife geerntet, in Kistchen bis Ende November oder Januar getrocknet und dann verarbeitet.

 


Erschienen in
Falstaff Magazin Österreich Nr. 10/2025

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Othmar Kiem
Othmar Kiem
Direktor Falstaff Italien
Simon Staffler
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