Diese Weine empfiehlt Josef Neulinger für die Festtage
Falstaff Sommelier des Jahres Josef Neulinger vom »Almhof Schneider« in Lech verrät, welche Weine er an den Festtagen besonders gern genießt und welche Rezepte er dazu empfiehlt.
Faszination Pudding
Sprudel ist fast ein Muss zu den Feiertagen. Und man muss nicht immer zu Champagner greifen. Der »Signature Collection Brut Nature« von Christian Madl ist eine Cuvée aus Chardonnay und Pinot Noir, wobei der Chardonnay den Ton angibt. Ungeschminkt von der Flasche ins Glas zeigt er eine gelbfruchtige Aromatik, unterlegt von kühler Kräuterwürzigkeit. Staubtrocken mit einer feinen Perlage und straffer Säure, die den Gaumen nach dem ganzen Pudding immer wieder frisch macht. Und er hat auch keine Angst vor größeren Gläsern, ganz im Gegenteil.
Wiener Klassik: Gefülltes Brathendl / Krautfleckerl
Hier haben wir einen Grünen Veltliner von Format, der herrlich mit der mit Butter beträufelten Brathendlhaut und der flaumigen Semmelfülle harmoniert: gelbschalig, aber nie zu laut in der Frucht, tolle Säure, die dem Wein eine super Spannung gibt, gepaart mit Kräuterwürze und Rauchigkeit. Mit seiner Salzigkeit kann er aber auch herrlich mit den Krautfleckerl mithalten. Dieser Grüne Veltliner zeigt wieder, dass die Rebe auch ganz im Osten Österreichs geniale Weine hervorbringt. Hier eben bei einem Winzer, der sich einfach ein bisschen zurücknimmt und dem Wein etwas mehr Zügelfreiheit lässt.
Tagine von der Lammschulter
Sangiovese, der ganz pur, elegant und zart ist – und so gar nichts zu tun hat mit der Toskana von früher! Rote Beerenfrucht, unterlegt mit etwas Rosenaromatik. Fast kitschig. Und man wird sich sicher ein zweites Glas einschenken. Denn durch sein frisches Tannin und seine Knackigkeit ist das Toskana mit Trinkfluss. Erinnert an Pinot Noir (Burgund) und Nebbiolo (Piemont), ist aber am Ende ganz klar als Sangiovese erkennbar – pur, elegant und trotzdem mit genügend Kraft und Schultern, um mit dem geschmorten Lamm toll mitzuhalten.