Duftmarke in Barcelona: Die neue »Kyara« Bar von Alex Kratena und Monica Berg
Wenn die beiden Visionäre Monica Berg und Alex Kratena eine Bar eröffnen, kann man sicher sein, dass es etwas Großes ist. Ihr »Kyara« in Barcelona hinterlässt dementsprechend auch eine eindrucksvolle Duftmarke – und das im wahrsten Wortsinn.
Wenn die Namen Monica Berg und Alex Kratena im Spiel sind, wissen Bar-Nerds rund um den Globus, dass sie mit etwas Besonderem rechnen können. Außergewöhnlich geht es daher auch im neuesten Projekt der beiden Bar-Visionäre zu, für das es das Paar aus dem Londoner »Tayēr & Elementary«, das derzeit auf Platz 4 der World’s 50 Best Bars 2024 steht, in ein Hotel nach Barcelona gezogen hat.
Schon beim Betreten ihrer neuen Bar zeigen die in der Luft schwebenden Düfte, dass man es hier nicht aber keineswegs mit einer alltäglichen Hotelbar zu tun hat und bei einem Blick auf die Cocktailkarte des »Kyara« wird klar: Duftnoten spielen hier die Hauptrolle. Das Menü umfasst ganze 27 geruchsinspirierte Cocktails, die in acht Gruppen unterteilt sind: Chypre, Leder, Blumen, Zitrus, Holz, Amber, aromatisch und fruchtig. Alles dreht sich um Duftkompositionen, sie machen das Cocktail-Erlebnis im »Kyara« aus und übertragen Parfüm-Akkorde, Komplexität und Tiefe in jedes Getränk.
»Minimalismus mit Mysterium«
Heimat des Anfang Juni eröffneten »Kyara« ist das ebenso neue Fünf-Sterne-Hotel »SLS Barcelona« – ein Haus mit 471 Zimmern und im Port Fòrum von Barcelona gelegen – einem Viertel, das für seine Jachthäfen, Strände und das Primavera-Festival, weniger aber für seine üppige Gastroszene bekannt ist. Berg und Kratena beschreiben ihr neues Projekt als eine »postmoderne Cocktailbar«, die unkonventionelle Zutaten und klassische Cocktails miteinander verbindet.
Das Design kombiniert dabei »Minimalismus mit Mysterium« und zeichnet sich durch geschwungene Linien, rohe Texturen und eine gedämpfte Farbpalette aus Blaugrün, Grau und Schwarz aus, sanft kontrastiert durch bernsteinfarbenes Glas und Akzente in Blau. Im Mittelpunkt des Raumes steht ein beeindruckender »Compounding Room« – ein offenes Studio, das vom Londoner Labor des Duos inspiriert ist. Es ist Herz und Hirn der Bar zugleich, denn hier entstehen die Cocktailkompositionen aus hochkonzentrierten Destillaten, Extrakten und Duft-Akkorden. Ein weiteres Highlight des »Kyara« ist die sogenannte »Martini-Diagnosis«, ein einzigartiges multisensorisches Erlebnis, das von erfahrenen Mixologen begleitet wird und bei dem ein Drink auf den einzelnen Gast maßgeschneidert wird. In einem kurzen Gespräch erzählte Alex Kratena, was es mit dem neuen »Kyara« genau auf sich hat.
Falstaff: Die Namen Berg und Kratena stehen für höchste Kreativität in der internationalen Bar-Branche. Woher beziehen Sie Ihre Inspiration?
Alex Kratena: Wir lassen uns stark von anderen Disziplinen, Branchen und kreativen Berufen inspirieren, aber vor allem ist es unser echtes Interesse an Zutaten und Produkten, das uns jeden Tag inspiriert.
Im »Kyara« werden Düfte mit Getränken kombiniert. Wie genau kann man sich dieses Erlebnis aus der Perspektive eines Gastes vorstellen?
Im Kyara verbinden wir in unserer Cocktail-Philosophie klassische Cocktails und unkonventionelle Zutaten, die oft mit Düften und der Welt der Parfüms in Verbindung gebracht werden, zu neuartigen Rezepten. Wir mixen die gefühlvollsten Cocktails, indem wir das Neue mit dem Vertrauten kombinieren ... Wir verwenden Cocktail-Akkorde, um neue Aromen und Empfindungen sowie imaginäre Konzepte zu kreieren.
Mit welchen Düften arbeiten Sie und mit welchen Techniken übertragen Sie diese Aromen in einen Drink?
Von feinstem Oud, erdigem Vetiver bis hin zu duftenden Orangenblüten und kostbaren Blumen beziehen wir unsere Rohstoffe in Zusammenarbeit mit Robertet, einem weltweit führenden Anbieter von Düften, Aromen und Schönheitsprodukten. Wir verwenden so ziemlich jede verfügbare Technik, von der Wasserdampfdestillation über die Vakuumdestillation bis hin zur überkritischen Extraktion.
Die Inneneinrichtung der Bar ist sehr minimalistisch. Welche Idee steckt dahinter?
Das minimalistische Interieur ist von der Uchronie inspiriert, einer Kunstbewegung, die sich eine nicht existierende Zukunft vorstellt, eine hypothetische oder fiktive Zeit in der Zukunft.
Was genau steckt hinter der »Martini-Diagnose«?
Die Martini-Diagnose ist ein multisensorisches Erlebnis, das in unserem Compounding-Raum angeboten wird und es den Gästen ermöglicht, anhand ihrer Duftvorlieben ihren perfekten Martini, eine Ikone unter den Cocktails, zu finden.